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Görlitz gewinnt Einwohner, verliert aber Syrer

Im Juni profitierte die Stadt erneut von Zuzug. Inzwischen leben 4.500 Polen in Görlitz.

Große Freude in Görlitz: Die Zahl der Einwohner ist im Juni leicht gestiegen.
Große Freude in Görlitz: Die Zahl der Einwohner ist im Juni leicht gestiegen. © Martin Schneider

Görlitz hatte im Juni 56.411 Einwohner und damit 34 mehr als im Mai. Das geht aus den statistischen Monatszahlen hervor, die die Stadtverwaltung jetzt veröffentlicht hat. Sie gelten als vorläufig, die endgültigen Zahlen kommen zeitversetzt vom Statistischen Landesamt in Kamenz.

Die Zahl der Ausländer stieg im Juni um 30, die der Deutschen um vier. Auffällig: Von 6.611 Ausländern stammen 4.500 aus Polen. Das sind mehr als zwei Drittel. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate stieg die Zahl der in Görlitz lebenden Polen um 342. Die zweitgrößte Gruppe hingegen schrumpft weiter: Binnen eines Jahres verlor Görlitz 73 Syrer, im Juni lebten noch 549 von ihnen an der Neiße. Die drittgrößte Gruppe, Menschen aus Afghanistan, schrumpfte um neun auf 123. Zudem verlor Görlitz 15 Russen, jetzt sind es noch 97.

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Im Juni wurden 27 neue Görlitzer geboren, 78 starben. Doch die Stadt profitiert vom Zuzug: 311 Menschen kamen neu in die Stadt, 243 verabschiedeten sich. Letzteres ergibt ein klares Plus von 68.

Interessant ist auch der Blick auf die Altersverteilung. Trotz aller Corona-Sterblichkeit ist die Gruppe der Einwohner, die 81 Jahre und älter sind, am stärksten gewachsen: Um 216 binnen eines Jahres. Grund ist, dass die besonders geburtenstarken Jahrgänge 1939 und 1940 jetzt in diese Altersgruppe aufrücken. Die nächste Gruppe, die der 71- bis 80-Jährigen, schrumpfte hingegen stark: Um 322 Menschen. So groß war der Verlust in keiner zweiten Gruppe.

Die größte Gruppe in Görlitz bleiben trotzdem die 51- bis 60-Jährigen (8.107 Einwohner), gefolgt von den 61- bis 70-Jährigen (7.942 Einwohner) und den 31- bis 40-Jährigen (7.004 Einwohner). Ganz anders ist die Altersstruktur der Ausländer. Bei ihnen bilden die 31- bis 40-Jährigen (1.429 Einwohner) die größte Gruppe, gefolgt von den 41- bis 50-Jährigen (1.221 Einwohner) und den 21- bis 30-Jährigen (1.041 Einwohner). Dagegen gibt es in Görlitz lediglich 196 Ausländer, die 71 Jahre und älter sind. Unter den Deutschen fallen 11.800 Einwohner in diese Gruppe. Mit anderen Worten: 20 Prozent der 31- bis 40-Jährigen sind Ausländer, aber nur 1,66 Prozent der Menschen, die 71 Jahre und älter sind.

In den Görlitzer Stadt- und Ortsteilen ist die Einwohnerentwicklung in den vergangenen zwölf Monaten ganz unterschiedlich verlaufen. Gewinner waren vor allem Hagenwerder (plus 45) und die Nikolaivorstadt (25). Die größten Verluste gab es in der Südstadt (minus 99), Rauschwalde (93), der Innenstadt (63), Weinhübel (50), der Altstadt (49), Königshufen (38) und Biesnitz (32). In allen anderen Stadt- und Ortsteilen hielten sich Gewinne und Verlust halbwegs die Waage. Mit sehr großem Abstand einwohnerreichster Stadtteil bleibt die Innenstadt mit 16.677 Bewohnern. Am kleinsten ist Klein Neundorf mit 143 Einwohnern.

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