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Görlitz-ICE kommt zurück nach Görlitz

Allerdings ist es nur ein Kurzbesuch des legendären Vindobona. Mitfahren geht nicht, aber es gibt "Geistertickets". Die helfen beim Wiederaufbau.

Gunnar Kloß, links, ist ehrenamtlicher Mitarbeiter bei der SVT Görlitz gGmbH, Mario Lieb Geschäftsführer. Hier stehen sie vor dem SVT im Bahnbetriebswerk Zwickauer Straße in Dresden.
Gunnar Kloß, links, ist ehrenamtlicher Mitarbeiter bei der SVT Görlitz gGmbH, Mario Lieb Geschäftsführer. Hier stehen sie vor dem SVT im Bahnbetriebswerk Zwickauer Straße in Dresden. © René Meinig

Görlitzer Zuggeschichte läuft auf Gleis 10 des Görlitzer Bahnhofes ein: Vom 24. bis 26. September macht der SVT "Bauart Görlitz" Station an der Neiße. Der Schnellverkehrstriebzug aus dem VEB Waggonbau kommt zurück an seinen Geburtsort.

Seit 2019 arbeitet die SVT Görlitz gGmbH daran, den Zug wieder für die Schiene einsatzfähig zu machen. Bisher steht er in einer Halle in Dresden. Dank Fördermitteln des Bundes ist nun die Reise nach Görlitz möglich. Ende vergangenen Jahres hatte der Haushaltsausschuss beschlossen, dass es für die SVT-Aufarbeitung vier Millionen Euro an Zuschüssen gibt. Das ist in etwa die Summe, um den Zug erst einmal wieder auf der Schiene bewegen zu können.

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Die Überführung nach Görlitz kostet natürlich. Deshalb werden "Geistertickets" verkauft, 20 Euro kostet mindestens eine "Fahrt" in der zweiten Klasse 30 Euro eine in der ersten. Die "Fahrkarten" werden per Post versandt. Wer seine E-Mail angibt, bekommt zudem noch exklusiv den Fahrplan für die Überführungsfahrt von Dresden nach Görlitz und zurück. Mitfahren geht allerdings nicht. Es fehlt noch die Hauptuntersuchung für den SVT.

In Görlitz jedenfalls können Besucher den Zug besichtigen, sich über die bereits erledigten Arbeiten informieren. Zudem findet der zweite Spendenlauf zugunsten des Dieselexpresszuges statt. Die Strecke führt durch mindestens zwei Fahrzeuge des SVT, über Bahnsteig und Treppen des Görlitzer Bahnhofes. Angesprochen sind demnach Unternehmen, Vereine, Familien Laufgemeinschaften. Für jede Laufgeldstunde wird eine Startgeldspende von mindestens 100 Euro fällig, zusätzlich 25 Euro pro Läufer. Sechs Läufer pro Gruppe ist die Maximalzahl.

Weitere Programmpunkte für Görlitz seien noch in Planung, heißt es von der gGmbH. Sie nennt ihr Projekt "Ein Zug für Mitteldeutschland". Er soll, so die Idee, in Zukunft wieder Regionen und Menschen verbinden. Und Ideen, wie sich Interessierte an der Finanzierung weiterhin beteiligen können, gibt es auch. So wurde etwa das Vorhaben "Wir haben einen Plan D" ins Leben gerufen. Damit werden Eisenbahnfreunde gesucht, die Patenschaften für ein Abteil im Zug oder einzelne Fahrzeugteile übernehmen, etwa für Mülleimer, Klapptische, Hutablagen oder Drehgestelle.

Der SVT war 1963 auf der Leipziger Messe vorgestellt worden. 60 Jahre später, 2023, soll er wieder mit Fahrgästen auf der Schiene unterwegs sein, hoffen die Macher. Die Betreibergesellschaft plant zunächst mit zehn Sonderfahrten pro Jahr und Chartertouren.

Zu DDR-Zeiten fuhren acht der exklusiven Züge für die Reichsbahn, unter anderem über Prag bis Wien, von Warnemünde per Fähre nach Kopenhagen.

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