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Görlitzer wollen mehr Fußgängerüberwege

In der Stadt gibt es bereits 27 davon, an einigen brisanten Stellen aber eben nicht. Weil es nicht so einfach ist, sagt zumindest das Rathaus.

Soll einen Fußgängerüberweg bekommen: der Platz des 17. Juni in Görlitz.
Soll einen Fußgängerüberweg bekommen: der Platz des 17. Juni in Görlitz. © André Schulze

Es ist beinah eine Glückssache, ob man hier heil über die Straße kommt - zumindest aber erfordert es höchste Konzentration und einen guten Überblick: Wer in Görlitz den Platz des 17. Juni Richtung Obermarkt oder Kaisertrutz überqueren will, steht an einer vielbefahrenen Kreuzung, und dann und wann kommt auch noch die Straßenbahn dazu. Obendrein führt der Schulweg vieler Schüler des nahen Augustum-Annen-Gymnasiums und der Oberschule Innenstadt hier entlang. 

Ein Vorstoß kommt nun von den Stadtratsfraktionen CDU und Bürger für Görlitz. Sie haben Oberbürgermeister Octavian Ursu per Stadtratsbeschluss beauftragen lassen, zu prüfen, was an diesem Platz möglich ist. "Wir wissen, dass es nicht einfach ist, eine Fußgängerquerung zu entwickeln. Wir möchten die Verwaltung aber bestärken, daran zu arbeiten", so Dieter Gleisberg (CDU). 

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Fußgängerüberweg am Tierpark gewünscht

Und es kamen aus den Reihen der Stadträte noch weitere Vorschläge und Wünsche nach Fußgängerüberwegen in Görlitz. Danilo Kuscher (Motor Görlitz) nannte die Straße am Tierpark, Michael Hannich (CDU) fielen als Seniorenvertreter gleich ganz viele Stellen ein und die Linken brachten die Hugo-Keller-Straße in Höhe der neuen Sporthalle ins Spiel - und auch die jüngst schon diskutierte Situation am Südausgang des Bahnhofs kam erneut zur Sprache. Hier hatte der Bürgerrat Südstadt zusammen mit Eltern vor einigen Tagen gegen die weggefallene Fußgängerampel protestiert. Das Rathaus kümmert sich inzwischen um den Südausgang. Für diesen Monat hat der OB hier eine Verkehrszählung angekündigt. Man brauche eine Grundlage für eine Veränderung. "Ziel ist wieder eine Ampel", so Ursu.  

Häufig Auto an Auto und kaum ein Rüberkommen für Fußgänger - so ist die Situation zwischen Kaisertrutz und Reichenbacher Turm.
Häufig Auto an Auto und kaum ein Rüberkommen für Fußgänger - so ist die Situation zwischen Kaisertrutz und Reichenbacher Turm. © André Schulze

Die gab es hier bereits und half den Fußgängern beim Überqueren der Straße. Doch sie stand hier nur, weil die Umleitung der B99 hier entlangführte. Seit der Verkehr über die Biesnitzer Straße wieder rollt, entfiel der Umleitungsverkehr über Luther-, Melanchthon- und Sattigstraße. Die Ampel verschwand wieder. Begründung: Sie kann bis zu 100.000 Euro kosten, was in der angespannten Haushaltslage der Stadt eine große Hürde ist. Zudem gilt hier am Südausgang ohnehin schon Tempo 30. In solchen Gebieten sei eine Ampel "im Regelfall entbehrlich", schrieb Ursu dem Bürgerrat noch vor Kurzem. Nur in besonders hervorgehobenen Fällen würden in Tempo-30-Zonen Ampeln errichtet. "Dieser besondere Fall ist durch Fakten zu belegen" - daher die Verkehrszählung.

Denn die Situation ist nach wie vor dieselbe: Ähnlich wie am Platz des 17. Juni treffen hier Autos, Radfahrer, Fußgänger, Straßenbahnen und Busse aufeinander, die Lage ist oft unübersichtlich. Besonders gefährlich für Kinder. Und da kommen hier einige vorbei - diejenigen, die täglich von der Moritz-Böttcher-Grundschule zu ihrem Hort im Paul-Gerhardt-Haus und im benachbarten katholischen Kinderhaus St. Jakobus gehen und dabei auch die Sattigstraße überqueren müssen.

Kinder forderten vor Kurzem einen sichereren Übergang am Südausgang des Görlitzer Bahnhofs. Sie wollen am liebsten die Ampel zurück.
Kinder forderten vor Kurzem einen sichereren Übergang am Südausgang des Görlitzer Bahnhofs. Sie wollen am liebsten die Ampel zurück. © Bürgerrat Görlitz Südstadt

27 Fußgängerüberwege gibt es in Görlitz bereits, die meisten davon in der Innenstadt. Sieben weitere sind geplant, teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage mit. Warum es nicht so einfach ist, Fußgängerüberwege überall da anzulegen, wo es die Bürger wünschen, erklärt sich aus den gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen für eine solche Querung. So steht in der StVO unter anderem, dass der Anschluss an einen Gehweg gegeben sein muss, keine Ampeln in der Nähe sein dürfen, keine grüne Welle unterbrochen werden darf. Weiterhin dürfe nur dann ein Überweg angelegt werden, wenn der Fußgänger sonst nicht sicher über die Straße kommen würde. 

Einfacher Überweg kostet 800 Euro

Auch darf es nur dort welche geben, wo maximal Tempo 50 erlaubt ist, wo nur ein Fahrstreifen je Fahrtrichtung überquert werden muss oder an Stellen, wo besonders viele Menschen über die Straße wollen. Besonders heikel: Wo Straßenbahnen fahren, darf auch kein Fußgängerüberweg sein, das ist aber beim Platz des 17. Juni der Fall. 

Die Kosten spielen vergleichsweise eine untergeordnete Rolle, Ein normaler Fußweg braucht nicht mehr als Streifen auf der Fahrbahn und Schilder. Hier gibt die Stadt um die 800 Euro an. Soll der Überweg von Weitem zu sehen sein - mit einem beleuchteten  Überkopfzeichen - steigen die Kosten dagegen schon auf etwa 7.500 Euro. Müssen die Bordsteine abgesenkt werden, etwa, um Rollstuhlfahrern das Überqueren zu ermöglichen, koste das weitere 2.000 Euro.

Fußgängerüberwege in Görlitz

Görlitz hat 27 Fußgängerüberwege - im Bild jener auf der Bismarckstraße.
Görlitz hat 27 Fußgängerüberwege - im Bild jener auf der Bismarckstraße. © Foto: Daniela Pfeiffer

Rauschwalde

2x Überquerung Karl-Eichler-Straße (Höhe Kopernikusstraße und

Paul-Taubadel-Straße)

Kreisverkehr Reichenbacher Straße/Wiesbadener Straße (3 x)

Innenstadt

Kreisverkehr Bahnhofstraße/Jakobstraße (3 x)

Kreisverkehr Bahnhofstraße/Salomonstraße (4 x)

Kreisverkehr Grüner Graben/H.-Keller-Straße

Bismarckstraße/Struvestraße

J.-Curie-Straße/Lindenweg

J.-Curie-Straße (Elisabethplatz)

Dr.-Kahlbaum-Allee/Blumenstraße

J.-Curie-Straße/Struvestraße -2020 geplant

Brautwiesenplatz –Ende 2020 geplant (6x)

Weinhübel

Überquerung Leschwitzer Straße (in Höhe Netto)

Königshufen

Scultetusstraße (in Höhe Kaufland)

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Kreisverkehr Schlesische Straße/Lausitzer Straße (4 x)

Zufahrt Gewerbegebiet Am Hopfenfeld

Südstadt

2x Biesnitzer Straße (in Höhe Arndstraße und Höhe Kamenzer Straße)

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