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Angebote fürs Landratsamt erwischen Kreis Görlitz kalt

Der Kreis hat jetzt Bauaufträge vergeben. Alle Angebote lagen über den Berechnungen der Behörde.

Hier wird an der Gebäudesicherung gearbeitet: Bauleiter Kai Rimbach von der Firma AIP (links) und Polier Frank Baumgarten von der Firma HFS Ebersbach.
Hier wird an der Gebäudesicherung gearbeitet: Bauleiter Kai Rimbach von der Firma AIP (links) und Polier Frank Baumgarten von der Firma HFS Ebersbach. © André Schulze

Umstritten, aber beschlossen: Der Neu- beziehungsweise Umbau des Hauptstandortes des Landratsamtes in Görlitz zwischen Berliner-, Salomon- und Bahnhofsstraße geht jetzt richtig los. Im Innenhof wird schon gearbeitet, nun hat der Technische Ausschuss des Kreistages weitere Bauaufträge vergeben. Und die sind teurer als geplant.

Großer Gewinner ist eine Firma aus dem Oberland, die HFS Hoch- und Tiefbau GmbH aus Ebersbach-Neugersdorf. Größter Posten ist dabei der Rohbau Berliner Straße 41, 42. Das Vorhaben hat einen Wert von über zwei Millionen Euro. Es wurde europaweit ausgeschrieben, es gab sieben Interessenten, aber nur HFS reichte schließlich ein Angebot ein.

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Das liegt zwar in der Summe auch über dem, was sich das Landratsamt zunächst ausgerechnet hatte. Das waren reichlich 1,6 Millionen. Aber "neben den allgemein sehr starken Baupreiserhöhungen" seien "die Anforderungen der Tragwerksplanung und die Sicherungen der Gebäude während der Bauarbeiten für den Preis verantwortlich. Das Landratsamt sieht trotz des gestiegenen Preises aber auch etwas Positives: "Die sehr gute Auslastung der Baufirmen ist dadurch ersichtlich, dass nur ein Angebot eingereicht wurde." Eine nochmalige Ausschreibung, so heißt es aus der Behörde, würde kein wirtschaftlich günstigeres Ergebnis bringen. Das trifft zudem auch auf die folgenden beiden Bauvorhaben zu. Noch bis Anfang Februar werden die Oberländer allein mit diesem Abschnitt zu tun haben. Die Arbeiten laufen inzwischen.

Auch für den Rohbau Berliner Straße 39 bis 40 hat HFS den Zuschlag bekommen. Immerhin gab es hier drei Bieter, nachdem neun Interessenten die Unterlagen abgefordert hatten. Das waren neben den Ebersbach-Neugersdorfern eine Firma aus Sohland an der Spree und eine aus Hirschfelde. Wert des Auftrages: über eine Million Euro, das Landratsamt ging von reichlich 819.000 Euro aus. Bis Mitte November 2022, so die Planungen, soll gearbeitet werden.

Das dritte HFS-Vorhaben ist durchaus ein kniffliges. Neben Rohbauarbeiten wird eine sogenannte Unterfangung im Innenhof an der Berliner Straße notwendig. Das bedeutet: Die bestehenden Häuser müssen zunächst vor dem Abrutschen gesichert werden. Das kann passieren, wenn Fundamente bestehender Häuser, Berliner Straße, bis zu ihrer Unterkante freigelegt werden. Dann wird das Fundament Schritt für Schritt mit einer Unterfangungswand stabilisiert. Für 381.000 Euro bekam HFS auch hier den Zuschlag. Das Landratsamt war von 233.000 Euro ausgegangen.

Immerhin auch eine Görlitzer Firma kann sich über einen Zuschlag freuen: Die Walkowiak & Brendle GmbH hat den Zuschlag für die Zimmerarbeiten an der Berliner Straße bekommen. Voraussichtlich Mitte Oktober sollen sie starten und ein Jahr dauern. Wert: 436.000 Euro. Auch hier lag das Landratsamt mit der Berechnung der Kosten daneben. Eingeplant waren eigentlich 246.000 Euro.

Die Abweichung der drei günstigsten Angebote untereinander liegt jedoch nur bei rund 1,2 Prozent. Die Preise spiegeln die aktuelle Marktlage wider, so das Landratsamt. Neben Walkowiak & Brendle hatten noch vier weitere Firmen ihre Angebote abgegeben, unter anderem aus Berthelsdorf, Chemnitz, Vierkirchen. Alle lagen über der Kostenberechnung des Landratsamtes. Dort will man nun sparen. "Zur Kompensierung der Mehrkosten wird nach Möglichkeiten gesucht, bei noch ausstehenden Gewerken Einsparungen zu erzielen", heißt es.

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