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Görlitzer werden älter und polnischer

Die Einwohnerzahl der Stadt ist im September gestiegen und zugleich auch gesunken.

Von Ingo Kramer
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Aleksandra Shipp (links) und Beata Wieschollek bieten in ihrem neuen Geschäft „Alinka“ auf der Elisabethstraße in Görlitz Waren aus ihrer polnischen Heimat an.
Aleksandra Shipp (links) und Beata Wieschollek bieten in ihrem neuen Geschäft „Alinka“ auf der Elisabethstraße in Görlitz Waren aus ihrer polnischen Heimat an. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Eigentlich ist es eine gute Nachricht: Im September lebten 56.591 Menschen in Görlitz – und damit 52 mehr als noch im August.

Und trotzdem ist die Nachricht zum Teil auch unerfreulich: Der Anstieg konnte das Minus der Vormonate keineswegs ausgleichen. Deshalb lebten in Görlitz im September fast 300 Menschen weniger als im September des Vorjahres. All das geht aus den Statistischen Monatszahlen hervor, die die Stadtverwaltung jetzt veröffentlicht hat. Sie gelten als vorläufig. Endgültige Zahlen kommen stets zeitversetzt vom Statistischen Landesamt in Kamenz.

Einige Stadt- und Ortsteile weisen aber sogar im Jahresvergleich ein positives Saldo auf, darunter Hagenwerder (plus 42), Königshufen (plus 32), Ludwigsdorf (plus 9), Klein Neundorf (plus 6), Kunnerwitz (plus 4) und Tauchritz (plus 3). Ober-Neundorf blieb konstant, alle anderen Stadtteile büßten ein. Am größten waren die Verluste in Weinhübel (minus 125) und Rauschwalde (minus 108). Beliebt sind derzeit also offenbar vor allem die ländlichen Ortsteile.

Zugleich wurden die Görlitzer von September 2020 bis September 2021 erneut älter: Die Gruppe der Menschen, die 81 Jahre und älter sind, wuchs um 258. Am anderen Ende der Skala sank die Zahl der Null- bis Zehnjährigen um 147. Auch die 21- bis 30-, sowie die 31- bis 40-Jährigen wurden weniger, bei den Elf- bis 20-Jährigen gab es einen Mini-Zuwachs um vier Personen.

Die Zahl der in Görlitz lebenden Ausländer stieg im September binnen eines Monats um 26, im Jahresvergleich sogar um fast 200. Im September lebten 6.748 Ausländer in Görlitz. Das entspricht einem Ausländeranteil von 11,9 Prozent. Vor einem Jahr lag er noch bei 11,5 Prozent.

Der Anstieg geht erneut auf Menschen aus Polen zurück. Ihre Zahl wuchs binnen eines Jahres von 4.361 auf 4.660. Das heißt, mittlerweile sind 69 Prozent aller Ausländer Polen. Ohne die Polen hätte Görlitz nur einen Ausländeranteil von vier Prozent. Auch in den vergangenen zwölf Monaten ging die zweitgrößte Gruppe, die der Syrer, deutlich zurück: Von 603 auf 539. Die Zahl der Afghanen sank von 138 auf 124, die der Russen von 117 auf 104. Auch die fünftgrößte Gruppe schrumpfte stark: Statt 79 leben nur noch 66 Rumänen in Görlitz.

Die Alterspyramide der Ausländer sieht deutlich frischer aus als die der Gesamtbevölkerung: Von 6.748 Ausländern sind 971 jünger als elf Jahre, aber nur 195 älter als 70. In der Gesamtbevölkerung sind von 56.591 Menschen exakt 5.208 unter elf Jahre jung, aber 11.674 älter als 70 Jahre.