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Händler lassen Läden dicht

Die Initiative "Wir machen auf" kam in Görlitz nicht an. Derweil will sich der OB mit Händlern und Gastronomen treffen und über die Zukunft reden.

Ein Corona-Sinnbild: Im City-Center wurde das Sitzrondell abgesperrt.
Ein Corona-Sinnbild: Im City-Center wurde das Sitzrondell abgesperrt. © André Schulze

Die Initiative "Wir machen auf" findet bei Händlern und Gastronomen in Görlitz keinen Zuspruch. Die Aktion entstand aus einer Gruppe beim Nachrichtendienst Telegram, fand schnell Tausende Unterstützer. Hinter der Initiative steht der Kosmetikstudiobetreiber Macit Uzbay aus Krefeld. Sie geriet in die Kritik, weil sie auch von Corona-Leugnern unterstützt wird.

Ursprünglich sollte die Aktion, bei der Geschäfte und Gaststätten zumindest symbolisch wieder geöffnet werden, bereits vor einer Woche starten. Dies wurde dann um eine Woche verschoben. Begründung Uzbays: Er wolle der Regierung die Chance geben, den Lockdown zu beenden. Daraus wurde bekanntlich nichts.

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Am Montag war in Görlitz von geöffneten Geschäften nichts zu sehen. Frank Reimann vom hiesigen Aktionsring sieht das Ganze kritisch. "Die Leute sollen lieber zu Hause bleiben, damit das alles schnellstmöglich ein Ende hat", sagt er mit Blick auf den Corona-Lockdown.

In Foren auf der Seite Coronapedia, ebenfalls von Macit Uzbay betrieben, äußern zudem Betroffene Zweifel an der Aktion. Vor allem die rechtlichen Unwägbarkeiten sind demnach groß - neben der Verzweiflung über die wirtschaftliche Situation.

Aktionsring: Wir brauchen für Görlitz einen Plan A

Der Gastronomieverband Dehoga in Sachsen spricht sich gegen die Aktion aus, ebenso der Handelsverband Deutschland.

Frank Reimann findet vor allem das Auf und Ab, die einander folgenden Lockdowns, problematisch. "Wir brauchen ein Ziel, einen Plan A: An einem bestimmten Tag dürfen alle Geschäfte wieder öffnen, dann müssten wir mit Aktionen, wie Sondereinkaufszeiten, Abendöffnungen Leute in die Stadt locken. Aber: Wer soll das bezahlen? Von unseren Händlern können wir in dieser Situation keine finanziellen Zuschüsse erwarten", so Frank Reimann.

Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) will sich am Donnerstag mit Gastronomen und Händlern der Stadt treffen, um "mögliche nachhaltige Konzepte zur Stärkung unseres Handels sowie der Gastronomie zu erörtern". Zum Treffen darf nur, wer eine Einladung hat, die Presse ist ausgeschlossen.

Macit Uzbay in Krefeld öffnete derweil am Montag sein Kosmetikstudio - aber nur kurz. Er verlass eine Erklärung und schloss wieder. Kunden durften nicht rein.

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