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So läuft es mit der Corona-Impfung im Kreis

In Görlitz eröffnet ein vorübergehendes Impfzentrum, Hausärzte steigen ein. Das Pilotprojekt in Oderwitz mit Astra-Zeneca ist offenbar ein Erfolg.

Sylvana Kretschmar, Ärztin in Niesky: Sie hat bereits mit Biontech geimpft.
Sylvana Kretschmar, Ärztin in Niesky: Sie hat bereits mit Biontech geimpft. ©  André Schulze

Es läuft. Jedenfalls endlich der Impfstoff aus der Nadel. Sylvana Kretschmar hat am Mittwoch geimpft, gegen Corona. Bei der Allgemeinmedizinerin in Niesky waren 48 Impfdosen angekommen. Und alle wurden auch gebraucht.

"Wir haben alle potenziellen Impfkandidaten eine Woche vorher kontaktiert", so Frau Dr. Kretschmar. Bei der Impfung werde sich an die vom Gesetzgeber vorgegebene Priorisierungsliste gehalten. Das heißt unter anderem: 80- und 70-Jährige zuerst. Hinzu kommen Personen mit diversen Vorerkrankungen und zum Beispiel die Polizei.

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Patienten werden einbestellt

Wie läuft die Impfung in der Hausarztpraxis ab? "Eigentlich ganz einfach. Wir bestellen die Patienten ein und impfen", sagt Sylvana Kretschmar. In ihrer Praxis kam jetzt erst einmal ausschließlich der Impfstoff von Biontech an.

Die Impfkampagne, so muss man es schon nennen, sie läuft in der Oberlausitz, nach Anfangsschwierigkeiten. Neben den Impfungen durch die Hausärzte ist nun auch ein vorübergehendes Impfzentrum in Görlitz geplant. Stadtverwaltung, das Städtische Klinikum Görlitz und das DRK bereiten in Abstimmung mit dem Landkreis Görlitz eine lokale Impfmöglichkeit in den Räumlichkeiten des Städtischen Klinikums für bis zu 1.500 Bürgerinnen und Bürger vor, heißt es aus dem Rathaus.

Impfzentrum im Görlitzer Klinikum

Es soll das Angebot zum Impfzentrum in Löbau und zu den Hausärzten ergänzen. Ab diesen Donnerstag wird es für die betreffende Personengruppe losgehen. Die Anmeldung erfolge ausschließlich über die Terminvergabeplattform des Freistaates Sachsen. Seit Mittwoch ist dort das Städtische Klinikum Görlitz als Impfzentrum buchbar. Bei Bedarf erhalten Görlitzer Unterstützung bei der Anmeldung über die bereits vorhandene städtische Impfhotline 03581 671116. Anmeldungen und Anfragen direkt über das Klinikum sind nicht möglich, heißt es aus dem Rathaus. Und: "Die Termine für die Zweitimpfung werden bei der Terminvereinbarung zur Erstimpfung mit vergeben."

Im Norden des Kreises sieht es mit vorübergehenden Impfzentren eher schlecht aus. Weder in Weißwasser noch in Schleife konnten entsprechende Angebote bereitgestellt werden. Inzwischen ist klar: Krauschwitzer Senioren werden in den Praxen der Diplom-Mediziner Lippold und Grez geimpft. „Wir weisen als Gemeinde darauf hin, dass dieses Angebot freiwillig und kostenlos in Anspruch genommen werden kann. Sollten Bürger bereits eine Impfung erhalten haben, sind die eingehenden Schreiben von uns in dem Fall gegenstandslos“, so Bürgermeister Tristan Mühl.

Aufgegeben hat der Kreis aber nicht seine Absicht, 18 lokale Impfzentren ab Mitte April in den Gemeinden für wenige Tage zu öffnen. "In den vergangenen Wochen waren bereits einige Tagesimpfzentren geplant, so zum Beispiel in Boxberg und Schleife, die aber mangels Impfstoffen kurzfristig wieder abgesagt beziehungsweise verschoben werden mussten. Auch für die kommenden Wochen sind weitere lokale Impfzentrum geplant", so Landkreissprecherin Franziska Glaubitz. In Zittau wird am 16. und 17. April in der Mensa der Hochschule ein solches Angebot organisiert. "Auch Niesky, Rothenburg oder Rietschen und weitere Kommunen stehen weiterhin in den Startlöchern. Aufgrund der Zuteilungen der Impfdosen kann es jedoch immer wieder zu Verschiebungen kommen", so die Kreissprecherin.

Anders sieht es im Süden des Landkreises aus. Dort ist der Oderwitzer Hausarzt Gottfried Hanzl Teil eines Pilotprojektes. Er ist einer von 39 Hausärzten in Sachsen, die bereits vor der flächendeckenden Impfung loslegen durften. Seit Mitte März ist er dabei. Fast vergessen ist der Ärger darüber, dass der Kreis nur eine solche Pilotpraxis hatte, während der Kreis Bautzen sogar drei an den Start brachte. Hanzl ist jedenfalls zufrieden. "Wir haben den Impfstoff von Astra-Zeneca verwendet", sagt er.

Alle über 80-Jährigen in Oderwitz geimpft

Sein Resümee nach den Testtagen mit dem Impfstoff, der immer wieder für Schlagzeilen sorgte: "Unsere Patienten sind zufrieden." Es habe ein paar Fälle gegeben, in denen die Geimpften erhöhte Temperatur hatten oder fröstelten. Aber schwerwiegende Nebenwirkungen, gar Todesfälle nach Thrombosen habe es nicht gegeben. Etwa 250 Menschen wurden in der Praxis inzwischen geimpft, noch am Mittwoch waren es zwölf.

"In Oderwitz sind wir mit den über 80-Jährigen inzwischen durch", sagt Gottfried Hanzl. In der kommenden Woche erwartet er eine weitere Lieferung Impfstoff. Der soll dann von Biontech sein.

In Görlitz wird derweil der Ablauf für die Impfung im Klinikum geplant. Weil es nur wenige Parkplätze direkt an der Einrichtung gibt, werde darum gebeten, die öffentlichen Verkehrsmittel für die An- und Abfahrt zu nutzen, heißt es aus dem Rathaus. Die Impfung findet im Konferenzraum über dem neuen Haupteingang statt. "Um Ansammlungen zu vermeiden, wird dringend darum gebeten, nach Möglichkeit allein und pünktlich – auch nicht zu früh zu erscheinen", so die Stadtverwaltung.

Auch Sylvana Kretschmar in Niesky erwartet in der kommenden Woche ebenfalls wieder Impfdosen. "Es muss mit dem Impfen ja jetzt vorwärtsgehen. Und dass die Hausärzte nun mitmachen, ist völlig richtig", sagt sie. Nach Biontech wird es bei ihr nun das Vakzin von Astra-Zeneca sein. 24 Impfröhrchen wurden ihr versprochen.

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