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„Wir, als CDU, werden manchmal verkannt“

Die Partei hat jetzt drei Vorlagen zum Thema Umweltschutz in den Görlitzer Stadtrat eingebracht. Was dahintersteckt, erklärt Stadtrat Matthias Schöneich.

Matthias Schöneich (39) sitzt seit Juni als Nachrücker für die CDU im Görlitzer Stadtrat.
Matthias Schöneich (39) sitzt seit Juni als Nachrücker für die CDU im Görlitzer Stadtrat. © Nikolai Schmidt

Es klingt ungewöhnlich für die CDU: Gleich drei Vorlagen zum Thema Umweltschutz hat sie jetzt in den Görlitzer Stadtrat eingebracht. Alle drei haben im Rat tatsächlich eine Mehrheit gefunden. So soll die Stadt jetzt prüfen, ob sie einen Nachhaltigkeitsmanager einstellen kann, sie soll an ihrer Nachhaltigkeitsstrategie weiterarbeiten und sie soll prüfen, wie der Obermarkt begrünt werden kann. Letzteres schlug die CDU gemeinsam mit den Bürgern für Görlitz vor. Die SZ sprach darüber mit dem jüngsten CDU-Stadtrat.

Herr Schöneich, hat die CDU den Umweltschutz für sich entdeckt?

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Das würde ich so nicht formulieren. Ich glaube, wir, als CDU, werden manchmal verkannt. Uns sind die Wahrung der Schöpfung und die Enkeltauglichkeit schon immer wichtig. Das ist auch in unserer DNA drin, denn wir sind die Partei der Mitte.

Aber es fällt schon auf, dass plötzlich gleich drei solche Vorlagen von der CDU kommen. Liegt das an Ihrer Person?

Das kann schon sein. Ich bin erst seit Juni Stadtrat, also noch neu in der Stadtpolitik. Ich kann jetzt Themen einbringen, die bisher nicht so beachtet wurden. Ich bin jünger als die anderen CDU-Stadträte, da liegt es in der Natur der Sache, dass ich andere Themen habe. Nächstes Jahr soll es im Stadtrat um nachhaltige Verkehrs- und Einzelhandelskonzepte für Görlitz gehen, auch da will ich mich einbringen.

Wie kommt das innerhalb Ihrer Fraktion an?

Ich hätte diese Vorlagen nicht einbringen können, wenn die CDU gesagt hätte, dass das nicht unser Thema ist. Ich denke, das hat in der CDU den Zeitgeist getroffen, und ich wurde da sehr unterstützt. Oder, anders gesagt: Mit mir als Stadtrat werden solche Themen in der CDU eben auch bespielt, aber sie waren auch vorher schon wichtig. Keine Partei kommt heute mehr um umweltpolitische Themen herum. Das sollte jede Partei beachten, wenn sie in fünf Jahren noch mitreden will. Aber andersherum heißt das nicht, dass andere Themen von unserer Agenda verschwinden werden. Wirtschaftliche Entwicklung und vieles mehr bleibt für uns weiter wichtig.

Bei der Obermarkt-Begrünung berufen Sie sich auf eine Untersuchung von Janet Conrad, der Sprecherin der Görlitzer Grünen. Wollen Sie den Grünen Konkurrenz machen?

Nein, gar nicht. Aber Janet Conrad hat die Hitzeinseln sehr gut aufgezeigt. Ich persönlich finde den Obermarkt schon seit Langem nicht so schick, wie er sein könnte. Er ist einer unserer schönsten und größten Plätze, aber aktuell wird er nur als Parkplatz genutzt. Künftig könnte er mehreres vereinen, einerseits mehr Grün in die Stadt bringen und so zu einem besseren Stadtklima beitragen, andererseits genug Platz für große Feste mit ihren Bühnen und Buden bieten, außerdem für mehr Außengastronomie der umliegenden Lokale. Er muss nicht zum Wald werden, aber er kann vieles verbinden. Dazu muss ganzheitlich betrachtet werden. Verkehrs- und Einzelhandelskonzept spielen da auch mit rein. Vor etwa 20 Jahren fand für den Obermarkt ein Architekturwettbewerb statt. Damals gab es viele gute Ideen, und es wurde auch von Grün auf dem Platz gesprochen. Ich denke, dass man einige der Ideen auf die heutige Zeit adaptieren und umsetzen sollte.

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