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Kinderladen zieht an den Görlitzer Demi

Das Kasperle-Geschäft verdoppelt sich in der Größe. Und es ändert seinen Namen. Am Konzept halten die Eigentümer aber fest.

Madlen Leiteritz und Thomas Kasper stehen in ihrem neuen Laden am Demianiplatz 33 in Görlitz. Bis zur Eröffnung am Sonnabend wollen sie die Wände noch gestalten.
Madlen Leiteritz und Thomas Kasper stehen in ihrem neuen Laden am Demianiplatz 33 in Görlitz. Bis zur Eröffnung am Sonnabend wollen sie die Wände noch gestalten. © Nikolai Schmidt

Der jüngste Sohn von Madlen Leiteritz und Thomas Kasper hat die Spielecke im neuen Geschäft schon ganz für sich entdeckt. Während seine Eltern die Fragen des Reporters beantworten, ist der Fünfjährige voll ins Spielen neben der Eingangstür vertieft.

„In unserem alten Laden war kein Platz für eine Spielecke, auch eine Wickelecke gab es nicht“, sagt Madlen Leiteritz. Jetzt, mit dem Umzug von der Dr.-Friedrichs-Straße an den Demianiplatz 33, wird alles besser. Und vor allem: Doppelt so groß. 100 Quadratmeter Verkaufsfläche sind es jetzt, mit allen Nebenräumen sogar 140 Quadratmeter. Der andere Vorteil ist die Lage. „Wir wollten von der Nebenstraße weg, wollten besser gesehen werden“, sagt sie. Nun ist der Laden direkt gegenüber des Theaters zu finden – in den Räumen des früheren Tinten-Toner-Fachgeschäftes.

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Das Kasperle-Logo bleibt

Am Sonnabend, 10 Uhr, wird er eröffnet – als „Kasperle Kidsworld“. Das klingt einfach besser als der alte Name „Kasperle An- und Verkauf“. Das Kasperle sollte aber auf jeden Fall bleiben, nicht nur wegen des Familiennamens von Thomas Kasper, sondern auch, weil es ein schöner, kindgerechter Name ist. „Auch das Kasperle-Logo haben wir behalten“, sagt Thomas Kasper.

Er war es, der den Laden 2008 mit einem früheren Geschäftspartner auf der Dr.-Friedrichs-Straße eröffnet hat. Madlen Leiteritz stieß zwei Jahre später dazu. Am Konzept hat sich seither wenig geändert: Es ist und bleibt ein An- und Verkauf für alles rund ums Kind. Bekleidung bis Größe 146 – also vom Baby bis zum Elf- oder Zwölfjährigen – steht im Mittelpunkt, aber es gibt auch Bücher, Spielzeug, Kinderwagen, Kindersitze fürs Auto und ab und an Besonderheiten, derzeit zum Beispiel ein Einrad.

Was nicht verkauft wird, geht zurück

Die beiden Inhaber nehmen die Sachen auf Kommission entgegen. Was nicht verkauft wird, geht nach acht Wochen, manchmal auch etwas später, an die Besitzer zurück. Manche wollen ihre Sachen aber nicht mehr zurückhaben. „Dann spenden wir sie oft, manchmal an das Kinderheim, zum Teil auch an Kitas oder andere Einrichtungen“, sagt Madlen Leiteritz.

Ein zweites Standbein ist der Verleihservice. Reisebetten, Stubenwagen, Autositze, Hochstühle und ein Buggy werden gern von Großeltern ausgeliehen, deren Enkel nur ein- bis zweimal im Jahr zu Besuch kommen, sodass sich der Kauf nicht lohnen würde. Und das Dritte ist der Ebay-Shop, der seit Jahren gut läuft und in manchen Monaten 20 bis 25 Prozent des Umsatzes ausmacht. „In der Corona-Zeit hat er uns den Arsch gerettet“, sagt die Inhaberin.

Wegen der Arbeit nach Görlitz

Die 39-Jährige stammt aus dem Erzgebirge, ihr 38-jähriger Lebensgefährte aus Weißwasser. Beide kamen 2002 wegen der Arbeit in einem Callcenter nach Görlitz. Später wagten sie die Geschäftseröffnung. Und „nebenbei“ wurden sie viermal Eltern. Der älteste Sohn ist jetzt 14 Jahre alt, der jüngste fünf. Die Familie lebt mittlerweile in der Nikolaivorstadt. Die Kinder sind der Hauptgrund, warum die Öffnungszeiten bei „Kasperle Kidsworld“ begrenzt sind: Montag, Mittwoch und Freitag ist von 9.30 bis 15 Uhr geöffnet, Dienstag und Donnerstag von 9.30 bis 17 Uhr, am Wochenende geschlossen, außer am Eröffnungstag.

In ihrem Laden haben die Inhaber mit den Jahren auch einige Veränderungen erlebt. „Früher haben bei uns vor allem Leute eingekauft, die sehr wenig Geld hatten“, sagt Madlen Leiteritz. Inzwischen kommen auch Ärzte und Anwälte. Der Nachhaltigkeitsgedanke ist viel mehr in den Blickpunkt der Leute geraten, das spüren beide. Eines aber hat sich nicht geändert: Das gefragteste Produkt ist immer noch Lego. „Wenn wir da tatsächlich mal was bekommen, ist es im Nu verkauft“, berichtet sie.

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