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Restrisiko bleibt

Alstom ist eine Chance für den Görlitzer Waggonbau-Standort. Aber die Mitarbeiter warten zu Recht auf eine dauerhafte Job-Garantie, findet Matthias Klaus.

Von Matthias Klaus
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© Paul Glaser / glaserfotografie.d

Ob man es nun einen guten Schlusspunkt des vergangenen Jahres nennt oder einen guten Start in das neue - am Ende zählt eines: Es geht weiter bei Bombardier in Görlitz, die Aussichten sind gut.

So sehen es jedenfalls Konzern und Politiker. Alstom übernimmt die deutschen Bombardier-Standorte mit vollen Auftragsbüchern. Auf "absehbare Zeit" werde es keine neuen Strukturen geben. Zwei, drei Jahre, sind das wohl. Aber es werde weiter "optimiert".

Gut, das klingt nicht gerade nach Werksschließung. Aber nach einem dauerhaft sicheren Arbeitsplatz auch nicht unbedingt. Kein Wunder also, dass viele Beschäftigte die Fusion mit Sorge beobachten. Schöne Worte, die dann plötzlich das Gegenteil bedeuten konnten, gab es in der Vergangenheit genug. Beispiel Juni 2020: Nachdem es von der Konzernspitze zunächst hieß, dass es keine weiteren Sparpläne bei Bombardier geben sollte, standen plötzlich 1.000 Jobs in Görlitz und Bautzen auf der Kippe.

Klar, dass da das Misstrauen groß ist, was vollmundige Ankündigungen betrifft. Bombardier, der Waggonbau, das ist ein Stück Görlitz. Tradition, Industriekultur. Stahlbau, ein Kompetenzzentrum Aluminium - damit kann und muss Görlitz auftrumpfen.

Dass die EU der Übernahme der Bombardier-Sparte durch Alstom zugestimmt hatte, wurde in Görlitz durchaus mit Erleichterung aufgenommen, nach den vorhergegangenen Zitterpartien. Nun muss Alstom zu seinem Wort stehen. Zwei, drei Jahre sind schnell rum. Die Mitarbeiter wollen eine längerfristige Perspektive, einen dauerhaft sicheren Arbeitsplatz. Den hat bisher niemand garantiert, ein Restrisiko bleibt.

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