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Die Verbindungen sind unattraktiv

SZ-Redakteur Ingo Kramer kommentiert, warum die Probleme bei Flixbus auch hausgemacht sein könnten.

© Archivfoto: Bodo Marks/dpa

Flixbus stellt den Halt in Görlitz auf den Prüfstand, die Fahrgastzahlen sind offenbar alles andere als zufriedenstellend. Doch woran liegt das? An den Preisen bestimmt nicht. Auch wenn das Unternehmen über eine Mehrwertsteuer-Ungleichbehandlung im Vergleich zur Bahn klagt, sind die Fahrpreise bei Flixbus noch immer super günstig. Die einfache Fahrt nach Dresden kostet beispielsweise zwischen fünf und zehn Euro, bei der Bahn werden dafür mehr als 20 Euro fällig. Das Mehrwertsteuer-Gejammer geht also ins Leere.

Acht Stunden bis Berlin

Vielleicht sollte sich Flixbus stattdessen Gedanken über attraktivere Verbindungen machen. Will man am Donnerstag von Görlitz nach Dresden fahren, muss man entweder den Bus um 0.30 Uhr oder den um 19 Uhr nehmen. Beide Uhrzeiten dürften für die meisten Leute, vor allem für Berufspendler, höchst unattraktiv sein, der Rückweg um 4.20 Uhr genauso. Wer am Donnerstag nach Berlin will, muss ebenfalls 0.30 Uhr gen Dresden fahren und dort umsteigen, Ankunft in Berlin ist 8.40 Uhr. Preislich ist die Verbindung mit 14 Euro unschlagbar, aber wer will schon acht Stunden bis Berlin brauchen und dann auch noch mitten in der Nacht? Das schafft die Bahn deutlich schneller, zu angenehmeren Uhrzeiten, aber auch deutlich teurer.

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