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Neiße-Touren müssen sicher sein

SZ-Redakteur Matthias Klaus über nicht vorhandene Gesetze und die Tourenanbieter auf der Neiße.

© Paul Glaser/glaserfotografie.de

Die Neiße, die an gewöhnlichen Sommertagen so gemächlich dahinfließt, sie war in den vergangenen Wochen Schauplatz zweier tragischer Unfälle. In beiden Fällen war das Wehr bei Deutsch Ossig der Grund. Ein 34-Jähriger starb im Juli und am vergangenen Wochenende ein 62-Jähriger. Ersterer war privat mit einem Kajak unterwegs. Der 62-Jährige hatte mit anderen die Tour beim Görlitzer Unternehmen Boats and Friends gebucht.

Die Bestürzung in der Branche ist nun groß. Wie sicher sind Touren auf der Neiße, wie sicher sind Fahrten über die Wehre? Das muss jeder für sich selbst entscheiden, so die Auskunft der Behörden.

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Es ist erstaunlich. In einem Land, in einer EU, in der es eine Verordnung für den maximalen Krümmungsgrad für Gurken gibt, ist ausgerechnet nicht offiziell geregelt, bei welchem Wasserstand, bei welcher Durchflussmenge ein Fluss von Hobbypaddlern nicht befahren werden darf.

Ja, es ist gut, dass es nicht zu einer Überbürokratisierung in diesem Land kommt. Zu viele Regelungen, Verordnungen, Gesetze - siehe EU- haben wir wahrlich schon genug. Aber in einem Fall wie der Bootsfahrt auf einem Fluss, sollte doch zumindest den Anbietern von Touren ein Leitfaden gegeben werden, ab wann sie lieber nicht mehr ihre Boote ins Wasser lassen sollten. Daran könnten sie sich richten, das wäre eine eindeutige Klarstellung.

So bleiben für Touristen, die sich mit ihren eigenen Booten aufs Wasser begeben und die Tourenanbieter die Risiken. Risiken, die tödlich enden können. Natürlich kann man darüber streiten, ob Wehrabfahrten überhaupt ins Programm eines Tourenanbieters auf der Neiße gehören. Aber wenn die Nachfrage stimmt, bleiben sie eben im Angebot.

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