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Kuweit-Mitarbeiter bekommen mehr Geld

Der Kreis gibt mehr Geld für seine Tochtergesellschaft. Die kämpft aktuell mit dem Fachkräftemangel.

Die Kuweit in Löbau: Seit 2004 gibt es die Kreis-Gesellschaft.
Die Kuweit in Löbau: Seit 2004 gibt es die Kreis-Gesellschaft. © Thomas Eichler (Archiv)

Die Mitarbeiter der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft (Kuweit) bekommen mehr Geld. Das hat jetzt der Kreistag beschlossen. Zur Kuweit gehören unter anderem das Mehrgenerationenhaus in Görlitz Weinhübel, die Kreismusikschule Dreiländereck mit Standorten in Zittau, Löbau, Ebersbach, Niesky und Weißwasser, die Volkshochschule Dreiländereck , die Christian-Weise-Bibliothek in Zittau und die Fahrbibliothek oder auch das Projekt Jugend-Beruf-Start in Görlitz.

Wann genau dieses Geld aber tatsächlich auf den Lohnzetteln von Musik-, Volkshochschullehrern, Erziehern, Bibliotheksmitarbietern oder auch Verwaltungspersonal sichtbar sein wird, ist angesichts der Corona-Pandemie noch nicht klar, betont Kuweit-Chef Peter Hesse. Ab Januar müsse man in die Kurzarbeit gehen und werde entsprechende Hilfen bei der Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen. Zum gleichen Zeitpunkt eine Lohnerhöhung wirksam werden zu lassen, sei nicht zu sinnvoll und nicht zu vermitteln. Das Geld, das der Kreis für die Mitarbeiter bewilligt und auch schon angewiesen hat, gehe aber den Mitarbeitern nicht verloren, betonte Hesse. Man werde diese Gelder den Mitarbeitern auf alle Fälle zukommen lassen.

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Gewerkschaft brach Verhandlungen ab

Das Thema Bezahlung innerhalb der Kuweit und vor allem auch an der Kreismusikschule ist schon seit längerem in der Diskussion. Zunächst gab es, so Finanzbeigeordneter Thomas Gampe, Verhandlungen mit der Gewerkschaft. Aber die hatten sich, so sagt er, aus Sicht der Gewerkschaft nur auf die Musikschule bezogen. Der Kreis wollte aber eine Vereinbarung für alle Mitarbeiter. Gerade Geschäftsführer Hesse hatte sich immer wieder dafür eingesetzt, nicht nur eine Gruppe der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft besserzustellen. Über Jahre habe er daran gearbeitet, dass aus der Vergangenheit überkommene Unterschiede - aus den einstmals selbstständigen Musik- und Volkshochschulen zum Beispiel - nach und nach angeglichen werden.

"Die Mitarbeiter werden zwar nicht nach Tarif bezahlt, aber nahe dran", ordnet der Finanzbeigeordnete seine Sicht der Dinge ein. Die Mitarbeiter machen einen guten Job, haben sich die Lohnsteigerungen verdient, sagt er.

Die Kuweit wurde 2004 gegründet. Sie übernahm die Aufgaben der damaligen Kulturverwaltung des Landkreises Löbau-Zittau. 2009 übernahm die Kuweit dann unter anderem Kreismusikschule, Volkshochschule, Kreismedienstelle. Dieser Vorgriff auf die Gebietsreform habe sich als richtig und zukunftsorientiert erwiesen, heißt es in der Vorlage für die Kreisräte.

Geringe Gehaltssteigerungen seit Gründung

Aktuell sehe sich die Gesellschaft mit einem größeren Fachkräftemangel konfrontiert. Ein Grund: die Arbeitsteilzeitabgänge. Seit Gründung der Gesellschaft habe es keine oder nur geringe Gehaltssteigerungen gegeben. Wenn, dann waren sie in einzelnen Verträgen geregelt. Die jetzt beschlossene Steigerung für alle Mitarbeiter soll "Spannungen sowie der Fluktuation wegen des Tarifabstandes im Bereich pädagogischer Fachkräfte" entgegenwirken.

Mit dem Betriebsrat sei eine entsprechende Vereinbarung geschlossen. Damit sei es nun möglich, vergleichbare Tätigkeiten vergleichbar zu vergüten und damit möglicherweise Arbeitskräfte zu halten.

Allerdings: Trotz der verbesserten Einnahmen in allen Bereichen der Gesellschaft und Zuschüsse vom Freistaat können steigende Ausgaben nicht aufgefangen werden. Neben den Lohnzahlungen sind unter anderem der steigende Unterhalts- und Reparaturbedarf der Immobilien, Kosten und rechtliche Auflagen von Daten-, Arbeits- und Gesundheitsschutz dafür verantwortlich.

Zuschüsse sind zunächst unbefristet

Bisher war vereinbart, dass der Kreis jährlich den Zuschuss um 50.000 Euro an die Kuweit steigert. Nun wurde ein Geschäftsmodell entwickelt, das den Betrieb der Kuweit sichern soll. Im Jahr 2020 gibt es für die Gesellschaft einen Zuschuss von insgesamt 2,3 Millionen Euro. 100.000 Euro kommen davon von der kreiseigenen Beteiligungsgesellschaft. Laut neuer Zuschussvereinbarung bekommt die Kuweit im kommenden Jahr 2,425 Millionen Euro. Die Summe steigert sich bis 2025 bis auf 2,725 Millionen Euro. Die Beteiligungsgesellschaft ist jeweils jährlich mit 100.000 Euro weiterhin dabei.

Diese Zuschussvereinbarung ist zunächst unbefristet. Erst 2025 soll die Finanzierung für 2026 vereinbart werden. Der Kreis erhofft sich davon, dass die Gesellschaft gesichert und gestärkt wird. Der Kreistag stimmte dem Beschluss mit zwei Enthaltungen zu.

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