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Neißepark-Manager verlässt Görlitz

Ein neuer Chef ist schon da: Christian Albrecht. Er kennt das größte Einkaufsareal von Görlitz gut. Übernimmt es aber nur für kurze Zeit.

Sevket Demir vor dem Neißepark in Görlitz: Ihn zog es wieder Richtung Hannover.
Sevket Demir vor dem Neißepark in Görlitz: Ihn zog es wieder Richtung Hannover. © nikolaischmidt.de

Er hatte den Neißepark nach umfangreichen Um- und Ausbauarbeiten 2019 als Centermanager übernommen, jetzt ist er wieder weg: Sevket Demir hat Görlitz verlassen. Wie geht es nun weiter im Neißepark, so ganz ohne Chef?

Ganze ohne, das ist dabei nicht richtig. Es gibt einen vorläufigen Chef. Christian Albrecht hat das Ruder nun übernommen. Er ist eigentlich bei der CEV Immobilien GmbH in Hamburg der Leiter Centermanagement, also quasi Chef der Centerchefs, übernimmt nun aber erst einmal den Neißepark. CEV betreibt unter anderem Einkaufszentren in Greifswald, Dresden, den Plärrermarkt in Nürnberg und Marktkauf in Bautzen und Döbeln.

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Neuer Manager kommt erst im Herbst

"Es ist eine vorübergehende Aufgabe", sagt Christian Albrecht über seinen Job in Görlitz. Ein neuer, dauerhafter Manager für den Neißepark steht schon in den Startlöchern. Aber er kann noch nicht. Im Herbst soll es soweit sein. "Wir haben tatsächlich schon jemanden für den Neißepark gefunden", sagt Christian Albrecht. Aber der künftige Neue ist noch anderweitig beschäftigt, hat lange Kündigungsfristen. "Er kommt zwar ursprünglich auch von CEV, war aber jetzt bei einem anderen Unternehmen tätig", sagt Christian Albrecht.

Mit Sevket Demir habe man sich im Guten getrennt. Der nun frühere Centermanager stammt aus Hannover, und in diese Richtung zieht es ihn auch wieder zurück. Nach Jobs ab 1997 in Berlin und Potsdam hatte es ihn und seine Familie bereits 2007 zurück nach Hannover verschlagen, zehn Jahre später wieder nach Berlin, als die Kinder aus dem Haus waren. Familiäre Gründe sind auch nun wohl ein Grund für seinen Weggang aus Görlitz.

Sevket Demir hatte den Neißepark nach den Erweiterungen sozusagen wie neu übernommen. Unter seiner Leitung wurden die Säulen für das Parkdeck saniert. Für das hatte er sich immer eingesetzt, sich als Fan davon geoutet. Wegen der vielen Säulen und der doch kniffligen Parkmöglichkeiten sprach sich die Stadt hingegen für einen Abriss aus. Begründung war noch 2014: Die obere Etage sei nicht nötig und eben die Säulen. Sevket Demir sah das fünf Jahre später und nach der Erweiterung des Neißeparkes ganz anders.

Zusammenarbeit mit Innenstadt soll bleiben

Christian Albrecht will nun an Sevket Demir anknüpfen. Letzterer hatte immer wieder die Zusammenarbeit mit dem Handel in der Innenstadt betont. Christian Albrecht tut es grundsätzlich auch. "Wir müssen den Einkaufsstandort Görlitz als eine Einheit betrachten", sagt er der SZ. Ja, es gebe Überschneidungen bei den Sortimenten zwischen Innenstadt und Neißepark. "Aber überregional müssen wir geschlossen auftreten", sagt Christian Albrecht.

Christian Albrecht (l.) hier 2018 während der Umbauarbeiten am Neißepark in Görlitz: Er spricht gerade mit dem CEV-Leiter für Vermietung, Zimo Koch.
Christian Albrecht (l.) hier 2018 während der Umbauarbeiten am Neißepark in Görlitz: Er spricht gerade mit dem CEV-Leiter für Vermietung, Zimo Koch. © Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Das sieht man in der Innenstadt genauso. Auch hier schaut man auf die Veränderungen an der Spitze des Neißeparks. "Aber an der Zusammenarbeit wird sich nichts ändern", sagt Frank Reimann vom Aktionsring, der Vereinigung der Görlitzer Innenstadthändler. Er setze weiterhin auf eine gute Kooperation und kenne Christian Albrecht.

Händler im Neißepark kämpfen

Zumal der in Görlitz tatsächlich kein Unbekannter ist. Spätestens seit den Umbauarbeiten im und am Neißepark war er in der Stadt, kennt das Einkaufsareal in Königshufen.

Und auch die derzeitigen Probleme. Denn im Neißepark macht sich die Corona-Pandemie bei den Händlern stark bemerkbar. "Viele unserer Mieter sind mit dem Click & Meet-System nicht zufrieden", sagt Christian Albrecht. Vor allem auch, weil in etlichen Läden Coronatests Pflicht sind. "Irgendwie kämpfen alle Händler", sagt Christian Albrecht. Und es sei auch schwer zu erklären, dass man Lebensmittel, beispielsweise bei Marktkauf ohne Test kaufen kann, aber nebenan im Geschäft ein Testergebnis verlangt wird.

"Was fehlt, ist das Spontane am Einkauf", findet Christian Albrecht. Aldi, DM, eben Marktkauf, Apotheke, Bäcker, Fleischer - das funktioniere ja alles. "Aber bei der Bekleidung ist es schon anders, selbst wenn ich mit Termin komme. Ich will mich doch umsehen, zur Hose noch ein Oberteil kaufen, ganz aus dem Bauch heraus. Das ist jetzt kaum möglich", sagt der vorübergehende Centermanager. Ob sich die Situation für seinen Nachfolger anders darstellen wird, wird sich erst im Herbst zeigen.

Das frühere Marktkaufcenter in Görlitz gilt als Einkaufsmarkt in einem Einzugsgebiet für rund 280.000 Menschen, ist 23.500 Quadratmeter groß. Ab 2017 wurde es grundlegend in zwei Abschnitten erweitert, umgebaut. So musste etwa der Toom-Baumarkt umziehen, Platz für Autostellplätze entstand.

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