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Wie viel Oberlausitz steckt in Görlitz?

Das Bürgerforum Oberlausitz hat dazu ein Buch drucken lassen. Es soll auch dafür werben, dass die Neißebrücke in Hagenwerder einen Namen bekommt.

Gerd Münzberg hält die Oberlausitzfahne hoch, hier beim ersten Oberlausitztag auf der Görlitzer Altstadtbrücke.
Gerd Münzberg hält die Oberlausitzfahne hoch, hier beim ersten Oberlausitztag auf der Görlitzer Altstadtbrücke. © Pawel Sosnowski

Gerd Münzberg ist sichtlich stolz auf das Buch, dass er in seinen Händen hält. "950 Jahre Görlitz - eine Oberlausitzer Geschichte" heißt es. Es ist ein Buch voller Ansichten historischer und aktueller Dokumente, Fotos - und Belege. Belege dafür, dass Görlitz eine echte Oberlausitzer Stadt ist.

Gerd Münzberg vom Bürgerforum Oberlausitz hat ein Exemplar des Buches, es gibt nur wenige davon, etwa 20, jetzt an den Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu übergeben. Vier Mitglieder des Bürgerforums waren dabei, zwei Görlitzer und zwei Zittauer.

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Das Buch - die eine Seite des Treffens. Die andere: Schon vor Längerem hat das Bürgerforum eine Initiative gestartet, die Brücke in Hagenwerder über die Neiße "Oberlausitzer Brücke" zu nennen. Bisher hat es noch nicht geklappt. Im Stadtrat fiel der Vorschlag 2017 durch, im Ortschaftsrat Hagenwerder ebenso. Die Sächsische Regierung lehnt den Namen nicht ab, überlässt die Entscheidung aber der Politik hier vor Ort.

Bürgerforum sieht sich selbst als Brückenbauer

Deshalb nutzten die Mitglieder des Bürgerforums während ihrer Buchübergabe natürlich die Gelegenheit, um beim Görlitzer Oberbürgermeister noch einmal kräftig für ihr Anliegen zu werben. Dass es gerade eine Brücke nach Polen sein soll, die den Namen trägt - kein Zufall. Denn das Bürgerforum sieht sich seit jeher als Brückenbauer zwischen den beiden Ländern. Die Namensgebung soll ein symbolischer Akt sein des Zusammengehens des deutschen und polnischen Teils der Oberlausitz zu einer gemeinsamen Kulturregion. Rund 1.600 Unterstützer gibt es inzwischen für das Vorhaben, Bürger von Vereinen und Organisationen.

Inzwischen hat das Bürgerforum Kontakt zu sächsischen und niederschlesischen Wissenschaftlern aus Dresden und Breslau aufgenommen. Die arbeiten am Projekt "1.000 Jahre Oberlausitz" und wollen damit ebenfalls eine Art Brücke zwischen dem deutschen und polnischen Teil der Region spannen.

"Im Buch wird hervorgehoben, dass die erfolgreiche Spendenaktion zur Rettung des 165-jährigen steinernen Oberlausitzer Wappens am Görlitzer Ständehaus ein konkreter Beitrag des Bürgerforums zum bevorstehenden Stadtjubiläum ist", so Gerd Münzberg.

Der Görlitzer Oberbürgermeister habe jedenfalls zugesagt, dass er das Thema Brückenname in Hagenwerder mit dem dortigen Ortschaftsrat und im Ausschuss des Stadtrates Anfang kommenden Jahres noch einmal behandeln will. "Anders als vor drei Jahren sollen diesmal auch die Argumente des Bürgerforums Oberlausitz für die symbolische Namensgebung berücksichtigt werden", so Gerd Münzberg.

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