merken
PLUS Görlitz

In Görlitz und Zittau fehlen Plätze in Oberschulen

Ansonsten steht der Kreis bei der Schul-Planung gut da. Der gefürchtete Geburtenknick blieb aus. Allerdings werden weiter Lehrer gesucht.

Der Eingang Alter Schlachthof an der Cottbuser Straße in Görlitz: Auf dem Gelände soll die neue Oberschule gebaut werden.
Der Eingang Alter Schlachthof an der Cottbuser Straße in Görlitz: Auf dem Gelände soll die neue Oberschule gebaut werden. © Nikolai Schmidt

Der aktuelle Schulnetzplan für die allgemeinbildenden Schulen im Landkreis steht, der Kreistag gab dafür jetzt einstimmig grünes Licht. Dem Plan liegen die Geburtenzahlen von Ende Juni 2019 zu Grunde.

Gute Nachricht: Der Landkreis verzeichnet seit über 20 Jahren stabile Geburtenzahlen und damit auch stabile Schülerzahlen. Allerdings liegen die Zahlen immer noch bei etwa der Hälfte von denen vor der Wende. Dennoch, das von den Berechnungen des Freistaates vorausgesagte Bild eines Geburtenknicks 2013/2014 ist so nicht eingetroffen. Im Gegenteil, seit 2010 gibt es konstante Zunahmen bei den einzuschulenden Kindern.

Anzeige
Aktuelle Stellenangebote der Region
Aktuelle Stellenangebote der Region

Sie sind auf der Suche nach einem neuen Job und wollen in der Region bleiben? Diese Top Unternehmen der Region Löbau-Zittau bieten attraktive freie Stellen an.

Zuzug junger Leute in den Landkreis

2010 wurde noch ein Fortzug bei den unter 18-Jährigen aus dem Kreis von 118 registriert, 2017 waren es bereits 232 Zuzüge, im vergangenen Jahr 301. Ähnlich entwickelten sich die Zahlen bei den 30 bis 50-Jährigen Minus 184 im Jahr 2010, plus 314 im Jahr 2019. Für 2019 kommt das statistische Landesamt auf einen Anteil von elf Prozent der sechs- bis unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung im Kreis Görlitz. Bis 2029 soll sich der Anteil auf zwölf Prozent einpegeln.

Der Anteil von Schülerinnen und Schülern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, bleibt weiterhin relativ gering. Knapp fünf Prozent der Bevölkerung des Kreises waren im vergangenen Jahr Ausländer. Der Bundesschnitt liegt bei 12,5 Prozent. Vor allem der Anteil von Polen stieg. Von allen Ausländern im Kreis beträgt ihr Anteil 47 Prozent. Vor allem in der Stadt Görlitz macht sich das bemerkbar. Rund 70 Prozent aller Polen im Landkreis leben hier.

Im gesamten Landkreis stehen ausreichend Schulplätze in allen Schularten zur Verfügung, ebenso Kita-Plätze - das ist die Essenz aus dem Schulnetzplan. Ausnahmen: die Städte Görlitz und Zittau. Hier fehlt es weiterhin an Plätzen für Oberschüler. Beide Städte haben das Problem auf dem Schirm, suchen nach Lösungen. In Görlitz wurde das Problem vorübergehend mit Klassenzimmern in Containern gelöst. Der Bau einer fünften Oberschule ist in Görlitz bereits seit 2015 im Gespräch, 2017 wurde klar, wo sie entstehen soll: auf dem ehemaligen Schlachthof. Zwar gab es zuletzt Probleme bei der Finanzierung über Fördermittel. Aber im Januar soll der aktuelle Stand des Vorhabens vorgestellt werden.

Landrat sieht Schulen in baulich gutem Zustand

In Zittau wiederum wird ein Anbau an die Parkschule empfohlen. Sie soll dann dreizügig werden.

Landrat Bernd Lange (CDU) sieht den baulichen Zustand der Schulen im Kreis zu 90 Prozent als gut an. "Es gibt ganz wenige Ausnahmen", sagte er jetzt im Kreistag. Inhaltlich gebe es allerdings Unterschiede: Manche Schulen verfügen über eine moderne Ausstattung, etwa mit elektronischen Tafeln. "Andere arbeiten noch eher konventionell", so der Landrat.

Sorge macht sich Bernd Lange derweil um die Zahl der zur Verfügung stehenden Lehrer. "Die Lehrerschaft ist insgesamt überaltert", sagte er. Bei konstanten, eher noch steigenden, Schülerzahlen müsse aber auch eine gleichbleibend hohe Anzahl an Lehrern da sein. Wie das zu regeln sei, sehe er momentan noch nicht.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Löbau lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Görlitz