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Ost-ICE sucht Paten

Das Aushängeschild des Görlitzer Waggonbaus soll wiederbelebt werden. Das Vorhaben ist auf gutem Weg. Aber Unterstützer werden weiter gesucht.

Der Dieselexpresszug aus Görlitz steht derzeit in Dresden und soll wieder flott gemacht werden.
Der Dieselexpresszug aus Görlitz steht derzeit in Dresden und soll wieder flott gemacht werden. © René Meinig

Seit 2019 arbeitet die SVT Görlitz gGmbH daran, einen legendären Zug wieder für die Schiene einsatzfähig zu machen: den Schnellverkehrstriebzug Bauart Görlitz aus den 1960er-Jahren. Die Chancen dafür stehen gut.

Der Bund hat vier Millionen Euro an Fördermitteln für den ICE des Ostens aus dem VEB Waggonbau zugesagt. Zudem gibt es zahlreiche Spenden und Aktionen für den Wiederaufbau. Nun zieht die gGmbH eine erste Bilanz und stellt fest: Dank der bisher geflossenen Mittel können nicht nur laufende Kosten wie etwa Miete und Versicherung bestritten werden, sondern auch erste Anschaffungen für die Aufarbeitung des Zuges sind möglich.

Teppich Schmidt
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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Die Förderrichtlinie schreibt vor, dass 20 Prozent an Eigenmitteln fließen müssen. Die notwendige Unterstützung beträgt demnach die Hälfte der Eigenmittel für das jeweilige Fahrzeug und liegt zwischen 60 000 und 90 000 Euro für einen Mittelwagen und 130 000 bis 150 000 Euro für einen Maschinenwagen. In der ersten Projektphase wurden bereits 200 000 eingeworben.

Nun suchen die Eisenbahn-Enthusiasten nach weiteren Unterstützern. Ihre neue Aktion heißt "Wir haben einen Plan D". Damit werden Spender gesucht, die eine Patenschaft für ein Abteil oder einzelne Fahrzeugteile übernehmen.

Der "Zug für Mitteldeutschland", so die Idee der Macher, soll langfristig wieder Regionen und Menschen verbinden. 1963 war der SVT auf der Leipziger Messe vorgestellt worden. Genau 60 Jahre später, 2023, soll er wieder auf der Schiene sein. Mit 140 Kilometern pro Stunde sind Fahrten durch Deutschland geplant. 296 Tonnen ist der Zug schwer, 145 Meter lang, 250 Sitzplätze gibt es plus 23 im Mitropa-Restaurant. Die Betreibergesellschaft SVT Görlitz gGmbH plant zunächst mit zehn Sonderfahrten pro Jahr und weiteren Chartertouren.

Acht der exklusiven Züge hatte die Reichsbahn zu DDR-Zeiten im Einsatz. Sie fuhren unter anderem über Prag bis Wien oder per Fähre von Warnemünde nach Kopenhagen, hergestellt vom Waggonbau Görlitz. Die Züge trugen klangvolle Namen wie Karlex und Vindobona.

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