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So startete Görlitz in den Lockdown

Zahlreiche Geschäfte sind dicht, trotzdem sind immer noch relativ viele Kunden unterwegs - Eindrücke aus dem Görlitzer Norden und der Innenstadt.

Hornbach in Görlitz am Montag: "Wir sind zu!"
Hornbach in Görlitz am Montag: "Wir sind zu!" © SZ/Matthias Klaus

Ein bisschen unschlüssig sitzt Familie Weber in ihrem Auto. Das ältere Paar aus dem Norden des Kreises ist eigentlich zum Einkaufen nach Görlitz gekommen. Hornbach steht ganz oben auf ihrer Liste. "Ich brauche ein paar neue Bretter für den Kaninchenstall, ein paar Schrauben, Dachpappe und Nägel", sagt Rolf Weber.

Seine Frau will sich eigentlich in der Blumenabteilung umschauen. Eigentlich. Aber seit Montag bietet Hornbach weder Bretter noch Blumen in Görlitz zum Verkauf. "Wir sind zu!", verkündet ein Schild, dass eigentlich alles sagt. Mit Bauzäunen ist die Hauptzufahrt zum Parkplatz abgesperrt. Nur der Abholservice ist geöffnet.

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Kaninchenstall muss warten

"Ich hätte nicht gedacht, dass es schon Montag soweit ist", sinniert Rolf Weber. Er zuckt mit den Schultern. "Kann man nichts machen. Da müssen die Kaninchen eben bis nächstes Jahr warten", sagt er. Sachsen-Lockdown, Tag eins: Nicht jeder nimmt offenbar alles für bare Münze, was in den Nachrichten zu sehen, lesen und hören ist.

Ein paar hundert Meter weiter, Neißepark: Obwohl etliche Geschäfte geschlossen sind, herrscht hier auf dem Parkplatz immer noch munterer Betrieb. Knapp 20 Läden sind trotz Corona-Einschränkungen noch geöffnet, von Marktkauf bis zum Außer-Haus-Verkauf bei Burger King.

Mit dabei: Klaus-Peter Scharf und sein Zoohandel-Fachgeschäft. Drei betreibt er im Kreis, zwei in Zittau, eins im Görlitzer Neißepark. "Wir hatten schon während des ersten Lockdowns im Frühjahr weiter geöffnet", schildert Klaus-Peter Scharf. Die drei Geschäfte seien relativ gut durchgekommen, Klaus-Peter Scharf hofft dasselbe nun für den neuerlichen Lockdown. "Wir müssen es irgendwie hinbekommen", sagt er.

Geöffnet im ersten und zweiten Lockdown

Die Kunden seien vorsichtiger geworden, hat Klaus-Peter Scharf beobachtet. Dem trägt er mit Hygieneregeln Rechnung. Nur eine Person aus einem Haushalt sind bei der Tierauswahl erlaubt.

Sevket Demir ist der Centermanager für den Neißepark. Erster Tag im Lockdown, "alles läuft in geordneten Bahnen", schätzt er für den Neißepark ein. Mit den aktuellen Besucherzahlen ist er zufrieden. Eigentlich, so Sevket Demir, hatte der Neißepark angesichts des bevorstehenden Lockdowns einen Besucheransturm am vergangenen Sonnabend erwartet. "Der blieb aber aus. Am vorhergehenden Wochenende war es schlimmer", so Sevket Demir.

Kein Kundenansturm am vergangenen Sonnabend

Der Friseur Klier im Neißepark habe inzwischen schon sehr viele Terminanfragen bekommen wegen des bevorstehenden deutschlandweiten Lockdowns. Viele Kunden hätten zudem Gutscheine in Geschäften gekauft. "Irgendwann öffnen ja alle Läden wieder, und die Gutscheine werden dann auch im stationären Einzelhandel eingelöst", sagt Sevket Demir.

Montagvormittag, Görlitz Innenstadt: Es ist ruhig, aber nicht zu ruhig. Trotz Lockdowns und geschlossener Geschäfte sind noch relativ viele Leute unterwegs. Einen Ansturm kurz vor knapp habe es auch hier am Sonnabend nicht gegeben, sagt Frank Reimann von der Händlervereinigung Aktionsring. "Es gab keine überstrapazierte Innenstadt", so sein Resümee.

Frank Reimann, selbst Geschäftsinhaber, hat seine Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Er selbst arbeitet zunächst weiter. "Man macht jetzt Sachen, zu denen man schon lange nicht mehr gekommen ist", schildert er. Und bereite vor - für die Nach-Corona-Zeit.

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