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Stehen Touristenbusse bald am Kaisertrutz?

In Görlitz ist die Debatte über den Busstandort für Besucher voll entbrannt. Die ersten Stadträte widersprechen der Stadt.

Solche Stadtrundfahrten-Busse sind in der ganzen Altstadt unterwegs. Aber wo sollen sie künftig starten?
Solche Stadtrundfahrten-Busse sind in der ganzen Altstadt unterwegs. Aber wo sollen sie künftig starten? © André Schulze

Die Stadtratsfraktion Motor Görlitz/Bündnisgrüne ist über die beabsichtigte Neuordnung der Haltestellen für Stadtrundfahrten in Görlitz verwundert. Das sagt Fraktionschef Mike Altmann: „Zum einen ist es kein guter Stil des Oberbürgermeisters, den Stadtrat nicht einzubeziehen." Obwohl es im Stadtrat seit Monaten immer wieder Nachfragen und Diskussionen gebe, habe seine Fraktion nun über die Medien erfahren, dass eine neue Lösung vorliegt.

Stadt plant Trennung nach Antriebsarten

Tatsächlich plant die Stadt eine Trennung nach Antriebsarten: Auf Obermarkt und Klosterplatz soll es vier Standorte für Busse mit Verbrennungsmotor geben, auf dem Untermarkt zwei Stellplätze für reine Elektrofahrzeuge und auf der Fleischerstraße, vor dem Weihnachtshaus, zwei Plätze für Pferdekutschen. Das hatte die Stadt vorige Woche den Anbietern vorgeschlagen, die SZ hatte im Anschluss darüber berichtet.

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 "Diese Lösung erschließt sich uns allerdings nicht", sagt Altmann. Statt das Chaos zu verringern, werde es nur an unterschiedliche Stellen verteilt. Die ohnehin schon angespannte Lage rund um Obermarkt und Klosterplatz werde nicht beruhigt, sondern es werden genau dort weitere Standorte ausgewiesen. "Gänzlich unverständlich ist für uns, dass es auf dem Untermarkt nun ebenfalls Haltestellen für Stadtrundfahrten geben soll", sagt Altmann.

Preise für Stellplätze sind zu niedrig

Leider habe es die Stadtverwaltung versäumt, neben den Anbietern der Stadtrundfahrten auch mit anderen Leistungsträgern zu sprechen, etwa mit den Gastronomen und Hoteliers am Ober- und Untermarkt. Ebenfalls nicht nachvollziehbar sei die beabsichtigte monatliche Gebühr von 50 Cent pro Quadratmeter. Jeder Pkw-Nutzer, der ein Parkticket zieht, zahle im Verhältnis deutlich mehr.

Die Co-Fraktionsvorsitzende Jana Krauß (Bündnis 90/Die Grünen) bevorzugt eine andere Lösung: "Unsere Fraktion schlägt vor, dass der ehemalige Busbahnhof am Kaisertrutz für Abfahrten und Ankünfte von Stadtrundfahrten vorgesehen wird." Zu prüfen wäre, ob auch der Postplatz eine mögliche Alternative sei. Die Gebühren sollten ihrer Ansicht nach angemessen zum wirtschaftlichen Ertrag der Anbieter gestaltet werden. Außerdem sollte sich der Stadtrat mit dem Thema befassen. Die Fraktion Motor Görlitz/Bündnisgrüne will einen entsprechenden Antrag im Rathaus einreichen.

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