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Görlitz

Heiße Kiste im Tierpark

Alle zwei Wochen schaut die SZ hinter die Görlitzer Zootüren. Dieses Mal: Ist ein Brand ausgebrochen? Und was macht der Chef mit Krokodilen in Landau?

Na, magst Du noch? Zoopädagogin Isa Plath füttert einen Chinasittich.
Na, magst Du noch? Zoopädagogin Isa Plath füttert einen Chinasittich. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Das klingt ja jetzt mal so richtig langweilig und unaussprechlich: ZGAP. Neue Partei für die anstehende Wahl? Nein. Vielmehr handelt es sich um die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz.

Ein Verein, der sich um hoch bedrohte Tierarten kümmert. Der wiederum hatte jetzt zu einer Mitgliederversammlung in Landau in der Pfalz aufgerufen. Klar, Sven Hammer - Direktor des Görlitzer Tierparks - ist mit dabei und auch ziemlich präsent: Er sprach dort über das Krokodil als Zootier des Jahres. Nun ist ja der Görlitzer Zoo nicht unbedingt gut mit Krokodilen ausgestattet. Aber wer weiß, vielleicht wird es ja noch? Der Strukturwandel und die Gelder, die damit fließen, machen es vielleicht möglich. Was ansonsten hinter den Zootüren passiert, die SZ hat mal geguckt.

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Zweifelhafte Geschlechter bei Sittichen

Qishan heißt die chinesische Bergwelt-Anlage im Görlitzer Tierpark. Neben Fasanen, Felsenhörnchen und Kreuzschnäbeln sind es vor allem Chinasittiche, die die Besucher anlocken. Bei denen gibt es jetzt Nachwuchs. Sechs Küken sind nach einer Brutzeit von 25 Tagen geschlüpft. Die Eltern kümmern sich vorbildlich um ihre Jungen, wovon sich die Tierpfleger bei ihren wöchentlichen Nistkastenkontrollen überzeugen, so Zookuratorin Catrin Hammer. Zur Kontrolle gehört regelmäßiges Wiegen, die Beringung und das Zupfen einer Federprobe zur Geschlechtsbestimmung. Erst im dritten Lebensjahr kann man die Geschlechter der Edelsittiche auf den ersten Blick erkennen. Während die Weibchen einen schwarzen Schnabel haben, ist der der männlichen Vögel leuchtend rot. „Bis dahin warten wir allerdings nicht. Andere Zoologische Einrichtungen möchten gern wissen, ob sie Weibchen oder Männchen bekommen, denn wir können aus Platzgründen und um Inzucht zu vermeiden nicht alle Nachwuchsvögel behalten“, so Catrin Hammer zur Notwendigkeit der Federprobe. Die Ergebnisse sind mittlerweile da: Drei Männchen und drei Weibchen erkunden nach ihrer zweimonatigen Nestlingszeit nun die Welt außerhalb ihrer hölzernen Nisthöhlen.

Feuer im Tierpark

Huch, brennt es im Görlitzer Tierpark? Ja! Aber nur zu Übungszwecken. Für die Mitarbeiter war jetzt eine Brandschutzübung angesetzt. Acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nun als Brandschutzhelfer offiziell eingesetzt. "Spannende Sache", sagt Zoopädagogin Isa Plath, eine von ihnen. Sie interessierte sich unter anderem dafür, wie Brände entstehen, welche Materialien mit welchem Stoff gelöscht werden können. "Genau das Richtige für mich als Naturwissenschaftlerin", sagt Isa Plath. Unter anderem wurde im Görlitzer Zoo nun auch das Konzept für die Verteilung der Feuerlöscher überarbeitet. Die sollen künftig schneller und besser erreichbar sein - nur für den Fall des Falles. Auf jeden Fall war ein Experte vor Ort, der sich die Situation bei einem Rundgang angeschaut hat.

Feuer im Görlitzer Zoo? Nein, zum Glück nur eine Brandschutzübung
Feuer im Görlitzer Zoo? Nein, zum Glück nur eine Brandschutzübung © Tierpark Görlitz

Ring für Eule

Es ist ja nicht so, dass sich die Tierparkmitarbeiter nur innerhalb des umzäunten Geländes um die Mitkreaturen kümmern. Andreas Hase beispielsweise engagiert sich in seiner Freizeit für den Naturschutz, betreut Nistplätze, schaut nach, ob sie eventuell für Nachmieter gesäubert werden müssen. Jetzt hat er sich um eine kleine Schleiereule auf einem Bauernhof bei Görlitz gekümmert. Sie trägt nun einen Ring, ihr Lebensweg kann damit dokumentiert werden.

Was guckst Du? Die kleine Eule wurde von einem Tierparkmitarbeiter beringt.
Was guckst Du? Die kleine Eule wurde von einem Tierparkmitarbeiter beringt. © Tierpark Görlitz

Aus dem Nest gefallen

Dumm gelaufen beziehungsweise gefallen: Ein junger Storch wurde jetzt in die Wildtierauffangstation des Görlitzer Tierparks gebracht. Anwohner hatten ihn gefunden, er ist wohl aus dem Nest gefallen. "Dem Storch geht es gut, er ist ziemlich fit", sagt Zoopädagogin Isa Plath. Dank der liebevollen Fürsorge im Görlitzer Zoo soll der Jungstorch Anfang September ausgewildert werden, in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. "Er braucht dann noch ein bisschen Zeit, um mit den anderen später gen Süden zu ziehen", so Biologin Isa Plath.

Elektrozaun ohne Strom

Das hätte auch böse enden können: Von einem Baum im Lausitz-Bereich des Tierparks ist jetzt ein großer Ast abgebrochen. Er fiel direkt auf einen Elektrozaun. Eigentlich grasen hier Tiere auf der Wiese, in dem Fall allerdings nicht. Der Zaun wurde schnell geflickt, weder Mensch noch Tier kam zu Schaden.

Jubiläums-Auktion

Verschoben ist nicht aufgehoben: Und so lädt die Görlitzer Apothekerin Brigitte Westphal am 20. Juli, um 18.30 Uhr in ihre Apotheke am Demianiplatz ein. Dann werden alte, heute in der Apotheke nicht mehr benötigte Utensilien versteigert. Die Erlöse kommen dem Görlitzer Tierpark zugute. Eigentlich sollte die Versteigerung bereits am 10. November vergangenen Jahres stattfinden. Damals beging die Apotheke ihr 150-jähriges Bestehen. Die Apotheke ist die älteste ihrer Art in Görlitz, die noch heute in Betrieb ist. Hans-Ulrich Leonhardt, Besitzer des Görlitzer Antiquitätengeschäfts auf der Steinstraße, wird die Gegenstände als Auktionator versteigern. Natürlich ist der Eintritt kostenlos, hofft Frau Westphal doch auf viele spendierfreudige Gäste. „Über ein zahlreiches Erscheinen würden wir uns freuen“, sagt sie. Und der Tierpark-Direktor Sven Hammer mit ihr.

Das hätte auch anders enden können: Ein Ast brach über Nacht ab und zerstörte einen Elektrozaun im Tierpark.
Das hätte auch anders enden können: Ein Ast brach über Nacht ab und zerstörte einen Elektrozaun im Tierpark. © Tierpark Görlitz

Eintrittskarte zu gewinnen

Natürlich gibt es auch diese Woche eine Preisfrage. Die vergangene hat die Gemüter gespalten: Wie viele Zitzen hat ein Stachelschwein und wo? Das war vielleicht etwas zu allgemein gehalten. Denn es gibt ja unterschiedliche Stachelschweinarten. Deshalb haben wir alle Antworten von zwei bis drei gelten lassen. Der Gewinner wurde gezogen und benachrichtigt. Dieses Mal lautet die Frage: Über welche Besonderheit verfügt die Streifengans, die es ihr ermöglicht, den Himalaya in 8.000 Meter Höhe zu überfliegen? Knifflig. Den Gewinner erwartet eine Freikarte für einen Erwachsenen und eine Person mit ermäßigtem Eintritt für den Görlitzer Tierpark. Antworten bitte per Mail unter [email protected] oder per Post an SZ Görlitz, PF 300151, 02806 Görlitz, Lokalredaktion Kennwort "Zoo-Geschnatter". Der Einsendeschluss ist am 17. Juli.

SZ Bildstelle/Uwe Nitschke
SZ Bildstelle/Uwe Nitschke © Bildstelle

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