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Vereine wollen Veolia-Stiftung weiter nutzen

Die Stadt will das Vermögen der Stiftung nutzen, um den Haushalt zu entlasten. Görlitzer Vereine machen einen anderen Vorschlag.

Die Veolia-Stiftung hat seit fast 20 Jahren viele Projekte in Görlitz unterstützt.
Die Veolia-Stiftung hat seit fast 20 Jahren viele Projekte in Görlitz unterstützt. © Nikolai Schmidt

Das Netzwerk der freien und soziokulturellen Szene Görlitz sieht eine reine Auflösung der Veolia-Stiftung Görlitz sehr kritisch. Das teilt Claudia Döring vom Verein Second Attempt mit. Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, die Stiftung aufzulösen und die enthaltenen rund 1,5 Millionen Euro im Jahr 2022 zu nutzen, um das Loch im städtischen Haushalt zu verkleinern.

Das sieht das Netzwerk kritisch. Unterzeichner sind die Vereine Kolaboracja, Kulturbrücken, Filmclub von der Rolle ’94, Holzwurm, Neisse Centre for Contemporary Arts, Second Attempt, Wildwuchs und Kühlhaus. „Seit Gründung der Stiftung 2002 und Aufnahme ihrer Tätigkeit 2003 wurden jährlich zahlreiche kleinere und mittelgroße Projekte in unterschiedlichen Bereichen unterstützt und gefördert“, argumentieren sie. Im Durchschnitt standen pro Jahr rund 60.000 Euro zur Verfügung. „Gerade die Mikroförderung von Projekten, vor allem auch im freien und soziokulturellen Bereich, war und ist dabei von enormer Bedeutung“, so Claudia Döring.

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Ein Wegfall der Unterstützung durch die Veolia-Stiftung würde die Vielfalt an soziokulturellen Angeboten in Görlitz verringern, befürchten die Vereine. Deshalb schlagen sie vor, die Stiftung, falls das unumgänglich ist, aufzuheben. Damit würde das Vermögen der Stiftung an die Stadt fließen, die es dann ausschließlich für gemeinnützige Zwecke zu verwenden hat.

„Ein Vorschlag unsererseits ist, das Stiftungsvermögen in einen Projektfonds zu übertragen, der – vertraglich geregelt – an einen Görlitzer Verein übertragen wird“, so Claudia Döring. Dieser organisiere dann die Umsetzung der Fördermittel, zum Beispiel 60.000 Euro pro Jahr. Ein Projektbeirat, dessen Zusammensetzung an den aktuellen Stiftungsrat angelehnt sein sollte, könnte über die Anträge und damit die Vergabe der Fördermittel entscheiden.

Der Mehrwert durch die zweckmäßige Verwendung der Stiftungsmittel über einen Zeitraum von etwa 25 Jahren sei aus Sicht der Vereine viel höher als ein kurzfristiges Ausgleichen des Stadthaushaltes, wie im Haushaltsentwurf vorgeschlagen. Ähnlich wie die Vereine hatte zuvor bereits die Fraktion Motor/Grüne argumentiert.

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