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Warum die Senckenberg-Baustelle überwacht wird

Werden wegen der Firma Hentschke in Görlitz extra Kameras eingeschaltet? Das Unternehmen aus Bautzen hatte wiederholt mit Anschlägen zu kämpfen.

Die Senckenberg-Baustelle an der Görlitzer Bahnhofstraße: Jetzt gibt es hier Videoüberwachung.
Die Senckenberg-Baustelle an der Görlitzer Bahnhofstraße: Jetzt gibt es hier Videoüberwachung. © Martin Schneider

Sie ist noch relativ neu, aber unübersehbar, die Beschilderung an der Baustelle des Senckenberg-Neubaus an der Görlitzer Bahnhofstraße. Das Gebiet, so verkünden es die Schilder an den Bauzäunen, werde jetzt per Video überwacht.

Auf der Baustelle ist unter anderem die Firma Hentschke aus Bautzen aktiv. Auf Fahrzeuge des Unternehmens wurden in der Vergangenheit Anschläge verübt. Los ging es 2019 beim Neubau eines Gefängnisses in Zwickau, es folgten Brandanschläge im selben Jahr auf dem Firmengelände in Bautzen, später in Dresden und in Leipzig.

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Zu einem Teil der Anschläge bekannte sich eine linksextremistische Gruppe. Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft setzten 30.000 Euro für Hinweise auf die Täter als Belohnung aus, zwei Männer wurden im September vergangenen Jahres festgenommen und wieder aus der U-Haft entlassen. Das Landgericht Dresden hob die Haftbefehle auf, es gab keinen dringenden Tatverdacht.

Nun also die Videoüberwachung der Großbaustelle in Görlitz, steht sie im Zusammenhang mit der Firma Hentschke? Immerhin, seit die Bautzener hier arbeiten, gibt es die Kameras. Nein, heißt es vom federführenden Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). "Die getroffene Überwachung geht nicht auf eine spezielle Forderung seitens der Firma Hentschke Bau GmbH zurück", sagt SIB-Sprecher Tobias Lorenz auf SZ-Nachfrage.

Die verstärkte Überwachung und der Schutz von Großbaustellen gehören leider mit zur Normalität, lässt er wissen. Die Baustellen sollen so vor illegalem Zutritt und vor Diebstahl geschützt werden. "Die Baustellen des SIB sind davon nicht ausgenommen", so Tobias Lorenz.

Zum besseren Schutz der Baustelle in Görlitz stelle die Videoüberwachung ein geeignetes Mittel dar.

Die Arbeiten an der Bahnhofstraße laufen derweil nach Plan, bestätigt Tobias Lorenz. Vor allem die große Baugrube direkt an der Bahnhofstraße fällt derzeit auf. Hier entsteht, so der Plan, das sogenannte Haus A. Der Rohbau, so der Plan, wird bis Ende des ersten Quartals kommenden Jahres fertiggestellt.

Der Rohbau für das neue Gebäude an der Jakobstraße soll bis Ende 2022 stehen. Die Fertigstellung des gesamten Gebäudekomplexes, des Senckenberg-Campus, so die aktuellen Planungen, ist Mitte 2024 vorgesehen.

Derzeit werden insgesamt Kosten von etwa 60 Millionen Euro für das Vorhaben veranschlagt. Reichlich 17 Millionen Euro sind Fördermittel des Bundesbildungsministeriums. Für Senckenberg in Görlitz bedeutet das Ganze unter anderem: Die bisher verstreut in der Stadt liegenden Abteilungen werden zusammengefasst. Das Museum am Marienplatz bleibt allerdings.

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