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Warum manche Mülltonne voll bleibt

Schnee und Frost behindern derzeit die Abfallentsorgung. Die großen Laster kommen mancherorts nicht durch. Aber es gibt auch Hilfe.

Müllentsorgung kann in diesen Tagen zum Problem werden - vor allem an schmalen und nicht geräumten Straßen.
Müllentsorgung kann in diesen Tagen zum Problem werden - vor allem an schmalen und nicht geräumten Straßen. © dpa

Was in der Stadt noch einigermaßen in Zeiten von Frost und Schnee - kurz gesagt: Winter - funktioniert, kann auf dem Dorf zuweilen zum Problem werden: die Müllentsorgung. Üblicherweise kommt die mit großen Fahrzeugen an, aber in der momentanen Situation nicht überall durch. Aber es gibt Hilfe für die Abfallentsorger.

In Gemeinden wie Schöpstal bekommen die großen Fahrzeuge Hilfe von kleinen. Der Sapos, der Verein Soziales Arbeitsprojekt Ostsachsen aus Görlitz, schafft dort Mülltonnen von eher abgelegenen Höfen, von schmalen Straßen zu den Hauptzufahrten. Also von überall dort, wo große Lkw jetzt nicht mehr hinkommen. "Sehr niedrige Temperaturen und Schneefall erschweren die reibungslose Abfallentsorgung. Oft sind Straßen durch ungünstig parkende Autos, Schneehaufen, Glatteis oder eingeschränkten Winterdienst schlecht befahrbar", bestätigt die Abfallwirtschaft des Kreises Görlitz.

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Görlitzer Verein hilft mit kleinen Fahrzeugen

So komme es zu Einschränkungen bei der gesamten Abfallsammlung. Besonders betroffen seien Straßen mit entsprechender Steigung, aber auch Nebenstraßen im ländlichen Bereich, in denen kein oder nur ein eingeschränkter Winterdienst erfolgt.

Der Sapos betreibt unter anderem einen Wertstoffhof in Görlitz. Aber weil in der kalten Jahreszeit nicht so viel zu tun sei, komme die Arbeit in der Gemeinde gerade recht. Der Verein hilft nicht zum ersten Mal beim Mülltonnentransport mit kleinen Fahrzeugen aus, sondern schon seit mehreren Jahren, heißt es vom Verein. Die Idee dazu hatte die Niederschlesische Entsorgungsgesellschaft mit Sitz in Weißwasser.

Wie knifflig die Entsorgung in schneereichen Zeiten sein kann, beschreibt der Regiebetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises Görlitz so: Ein Entsorgungsfahrzeug bringt ohne Ladung ungefähr 15 Tonnen auf die Waage. Unter Umständen entstehen Unfallschäden. "Diese stehen nicht im Verhältnis einer einzelnen Leerung von zum Beispiel 6,10 Euro bei einer 120-Liter-Restmülltonne", so Landkreissprecherin Julia Bjar. Die Müllfahrer der Entsorgungsunternehmen müssen demnach das Risiko schlechtbefahrbarer Straßen selbst einschätzen und nach eigenem Ermessen handeln. Oder eben auf den Verein Sapos hoffen.

Vor allem Bio- und Restmüll bleibt in der Tonne

Trotz allem Einsatzes von Mensch und Technik: Manche Mülltonne bleibt derzeit ungeleert. Vor allem Bio- und Restmülltonnen sind betroffen, auch wenn die Entsorgung schon "durch" ist." Durch Feuchtigkeit können Abfälle an der Innenwand des Abfallbehälters festfrieren", so Julia Bjar.

Am besten sei es, heißt es von der Abfallwirtschaft des Kreises, wenn die Abfälle in Zeitungspapier eingewickelt werden. Weiterhin sollte der Abfallbehälter möglichst frostsicher stehen, wie zum Beispiel nahe der Hauswand oder im Schuppen. Und: Abfälle sollten nicht eingestampft und vor der Leerung noch gelockert werden, etwa mit einem Spaten. "Bei nicht vollständig geleerten Behältern besteht kein Anspruch auf Nachentsorgung", so Julia Bjar.

Entsorger müssen mehr Zeit einplanen

Für die Touren der Entsorgungsfahrzeuge werde jetzt mindestens eine Stunde mehr Zeit eingeplant, heißt es von der Entsorgungsgesellschaft Görlitz-Löbau-Zittau. "An manche Standorte ist beim besten Willen nicht ranzukommen", sagt Angelika Kleich, die die Logistik im Unternehmen leitet.

Wenn Tonnen am Abholtag stehen geblieben sind, sollten Anwohner sie nicht gleich wieder wegholen. "Wir versuchen, die Leerung am nächsten oder übernächsten Tag noch einmal nachzuholen", so Frau Kleich. Über jeden nicht erreichten Standort werde genau Protokoll geführt, sodass alle Bescheid wissen und gegebenenfalls auch Fahrer der Nachbartouren das nachträgliche Leeren übernehmen könnten.

Wenn stehengebliebene Tonnen trotz aller Bemühungen nicht geleert werden können, sollten Anwohner den Müll bis zum nächsten regulären Entsorgungstermin in Plastiksäcken sammeln. (mit SZ/ju)

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