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Wer wird Görlitzer Bürgermeister?

Benedikt Hummel, Ulf Hüttig und Tom Lehnert sind in der Endrunde um die Nachfolge von Michael Wieler. Hier sagen sie, wofür sie stehen.

Von Ingo Kramer
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Von links: Ulf Hüttig, Tom Lehnert und Benedikt Hummel wollen Bürgermeister in Görlitz werden.
Von links: Ulf Hüttig, Tom Lehnert und Benedikt Hummel wollen Bürgermeister in Görlitz werden. © Bildstelle

Lange galten die Namen als geheim, jetzt sind sie offiziell: Neben Kulturservice-Geschäftsführer Benedikt Hummel stehen der Görlitzer Rechtsanwalt Ulf Hüttig und Tom Lehnert, Leiter der Außenstelle des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Schleife, in der Endrunde bei der Neubesetzung des Görlitzer Bürgermeisterpostens. Michael Wieler tritt nach 14 Jahren nicht mehr an. Der Stadtrat soll am Donnerstag einen Nachfolger wählen. Acht Männer und eine Frau hatten sich beworben, zwischen drei Männern soll nun die Entscheidung fallen.

Ulf Hüttig (48) führt eine Rechtsanwaltskanzlei mit Büros in Görlitz und Dresden.
Ulf Hüttig (48) führt eine Rechtsanwaltskanzlei mit Büros in Görlitz und Dresden. © Foto: privat

Ulf Hüttig dürfte vielen Görlitzern am bekanntesten sein. Der 48-Jährige wurde hier geboren, ging nur für Studium und Referendariat weg, kehrte im Jahr 2000 zurück und eröffnete seine Anwaltskanzlei. Er ist verheiratet, Vater von drei Kindern – und spielt nebenbei Blockflöte und Fagott, in jüngster Zeit vor allem als Solist, er ist Vorsitzender des Fördervereins der Musikschule und arbeitet im Gemeindekirchenrat der Evangelischen Innenstadtgemeinde mit. Er ist parteilos und gehörte nach eigener Aussage auch noch nie einer Partei an. Keine der fünf im Görlitzer Stadtrat vertretenen Fraktionen sei ihm unsympathisch, sagt Hüttig. Er sei in der Lage, mit allen zu kooperieren.

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Warum er für das Amt geeignet sei? „Ich habe den Blick von innen aus der Stadt, aber den Blick von außen auf die Stadtverwaltung“, sagt er. Für den Posten als Bürgermeister für Kultur, Jugend, Schule, Sport, Soziales, Stadtentwicklung, Bau und Liegenschaften habe er alle diese Bereiche im Blick, sagt Hüttig. Einen Schwerpunkt will er bei der Stadthalle setzen: „Ich bin einerseits sehr für die Stadthalle, aber andererseits müssen wir uns das Betriebskonzept sehr genau ansehen, damit das am Ende nicht schiefgeht.“ Weitere Schwerpunkte für ihn seien die Entwicklung des Berzdorfer Sees und der Brachen im Stadtgebiet. „Auch beim Verkehrskonzept muss einiges hinterfragt werden“, sagt Hüttig. Die Tätigkeit als Rechtsanwalt und das Amt eines Bürgermeisters würden sich gegenseitig ausschließen. „Daher ist es logische Folge, dass ich die Zulassung im Falle einer Wahl für die nächsten sieben Jahre ,zurückgeben’ würde und die Tätigkeit als Anwalt ruht“, sagt Hüttig. Er sei dann „nur“ sogenannter Volljurist.

Zwei CDU-Mitglieder treten an

Seine beiden Konkurrenten sind CDU-Mitglieder, wollen das aber nicht in den Mittelpunkt stellen. „Das Amt ist unparteiisch. Es gehört zu meinem Verständnis, mit allen sprechen zu können“, sagt Tom Lehnert. Der 34-Jährige wurde in Dresden geboren, ist studierter Lehrer und seit 2015 in der Lausitz. Er lebt in Bad Muskau, sitzt dort für die CDU im Stadtrat und engagiert sich in einem deutsch-polnischen Verein. „Sollte ich gewählt werden, würde ich natürlich nach Görlitz umziehen“, sagt er. Auch familiär würde sich eine gute Lösung finden. Er habe zwei Kinder und lebe in einer Patchwork-Familie, erklärt er.

Tom Lehnert (34) ist Leiter der Außenstelle des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Schleife.
Tom Lehnert (34) ist Leiter der Außenstelle des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Schleife. © Foto: privat

Warum er sich für die Stelle bewerbe? „Ich bringe die fachliche Eignung sowie Berufs- und Führungserfahrung mit“, sagt er. Seit 2017 arbeite er in seiner jetzigen Stelle als Leiter der Außenstelle und Referatsleiter, zudem sei er auch schon in Projekten und Unternehmen tätig gewesen und kenne sich bei Bildungsprojekten in ganz Deutschland aus. „In Görlitz braucht es jemanden, der schon über den Tellerrand geblickt hat, mit Weitsicht herangehen kann und voller Tatendrang ist“, erklärt er.

Als seine Schwerpunktthemen sieht er die sukzessive Sanierung von Schulen und Kitas, das weitere Voranbringen von sonstigen Bauprojekten und die Kultur in allen Facetten. Um etwas gegen den Lehrermangel zu tun, wolle er für die Stadt werben und beim Thema Verwaltung sei ihm Bürger- und Serviceorientierung wichtig.

Benedikt Hummel (41) ist Geschäftsführer der Görlitzer Kulturservicegesellschaft.
Benedikt Hummel (41) ist Geschäftsführer der Görlitzer Kulturservicegesellschaft. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Benedikt Hummel hatte seine Motivation bereits im März erklärt. Der 41-Jährige stammt aus dem Odenwald und kam 2001 nach Görlitz, um hier Kultur und Management zu studieren. Er heiratete eine Görlitzerin und lebt mit ihr und den drei gemeinsamen Kindern in Biesnitz. „Ich habe Erfahrung, wie man Projekte verwirklicht“, sagt Hummel. Die Stadt habe sich in den vergangenen 20 Jahren ganz wunderbar entwickelt, aber es sei auch noch viel zu tun.

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