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Winterdienst besteht ersten Härtetest

Rund um Görlitz klappt die Schneeberäumung auf den Dörfern. Beschwerden gibt es kaum.

Der Winterdienst ist in diesen Tagen überall rund um Görlitz im Einsatz.
Der Winterdienst ist in diesen Tagen überall rund um Görlitz im Einsatz. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Was die Kinder freut, lässt manchen Autofahrer die Stirn runzeln: Schnee fällt und damit wächst die Sorge, ob man gut und unfallfrei von A nach B gelangt. Dafür sorgt neben einer angemessenen Fahrweise der Winterdienst. Auf den Kreisstraßen ist der Kreis dafür verantwortlich. Die kommunalen Straßen beräumen die Gemeinden in Eigenregie. Aktuell scheint es zum Glück kaum Probleme zu geben.

Christine Müller aus Jauernick-Buschbach etwa ist sehr zufrieden mit dem Winterdienst im Bergdorf. Denn seit die Gemeindeverwaltung die Firma Strehle aus Melaune mit dem Winterdienst in dem Ort beauftragte, ist nicht nur der Parkplatz für die Kita ordentlich geräumt. Die Familie muss nun nicht mehr erst zur Schneeschippe greifen, um nach der Arbeit überhaupt auf ihr Grundstück zu gelangen. „Höhepunkt der schlechten Winterdienstleistungen in den Jahren vor der Firma war, dass wir uns auf einer Länge von etwa 30 Metern den Weg durch Schneeverwehungen von etwa 50 bis 60 Zentimetern Höhe graben mussten“, erzählt die Familie. Dank meist schneearmer Winter und des neuen Winterdienstes komme das nun nicht mehr vor.

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Markersdorf: Bauhof und Firmen räumen gut

Frau Müller ist nicht die Einzige, die dem Winterdienst ein gutes Zeugnis ausstellt. Bei der Gemeindeverwaltung in Markersdorf gibt es in dieser Saison kaum Beschwerden, wie das Rathaus mitteilt. Zuerst sind die Hauptstrecken dran, danach die kleineren Nebenstraßen. Vor allem Salz kommt zum Einsatz, teilweise Splitt. Auch die Radwege an der B6 in Holtendorf, in Friedersdorf und beim Sportplatz in Pfaffendorf werden geräumt. Der Bauhof arbeite eigenverantwortlich und situationsabhängig, heißt es vonseiten des Rathauses.

Den Kreis unterstützen mussten die Markersdorfer in diesem Jahr bisher nicht. In schneereichen Jahren in der Vergangenheit betraf das als Schwerpunkt die Straße zwischen Friedersdorf und Jauernick, die aufgrund der offenen Lage und trotz Schneefangzäunen stellenweise extrem zuwehte. Doch in dieser Saison ist das bisher nicht der Fall gewesen.

Neißeaue: Alte Technik schafft die Touren

Gut läuft es ebenfalls in Neißeaue. Frank Lah vom Bauhof sagt, dass es absolut keine Beschwerden von Anwohnern gebe. „Wir beräumen zuerst die öffentlichen Einrichtungen, wie Kindertagesstätten, die Schule und beim Arzt“, sagt er. Danach sind die Hauptverkehrswege dran, anschließend die Nebenstraßen. Früh um 5 Uhr startet der Winterdienst in Neißeaue. Bei Bedarf fahren die Mitarbeiter in mehreren Schichten, um die Straßen freizuhalten. Einziges Manko: Die Technik sei in die Jahre gekommen und auch störanfällig. Trotzdem schafft es der Neißeaue-Bauhof, die Touren zu stemmen.

Reichenbach: Hauptstraßen sind als Erste dran

Vor zwei Jahren eskalierte die Situation in Reichenbach. Da wurde der Winterdienst wüst beschimpft, Räumfahrzeuge von erbosten Anwohnern durch Versperren der Fahrwege in ihrer Arbeit blockiert. Bürger beschwerten sich über die Arbeit des Winterdienstes, die von einer Firma durchgeführt wurde. Reichenbach hat keinen eigenen Bauhof. Dabei waren die Mitarbeiter fast rund um die Uhr im Einsatz, starteten Touren teils schon in der Nacht um 3 Uhr. Beanstandungen landeten im Rathaus. Das sieht 2021 ganz anders aus.

Ab und an gebe es kleine Hinweise, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung. Beschwerden dagegen nicht. Wolfgang Pohl aus dem Reichenbacher Ortsteil Feldhäuser sagt, dass seine kleine Anwohnerstraße zumindest soweit geräumt ist, dass man mit dem Auto durchkommt. Er fährt jedoch vorsichtshalber die Straße nach Mengelsdorf nicht, da diese sowieso schmal und im Winter ohne Beräumung erst recht ohne Ausweichmöglichkeiten sei. „Ich nutze lieber die Kreisstraße Königshain, wenn ich in die Stadt muss“, sagt er. Das sei sicherer. Reichenbach arbeitet nach einer Prioritätenliste. Demnach kommen zuerst die Hauptstrecken dran.

Kodersdorf: Inklusionsfirma hat alles im Griff

Die Kodersdorfer Inklusions- und Service gGmbH (KoIS) stemmt den Winterdienst der Gemeinde Kodersdorf. Geschäftsführer Andreas Schneider sagt, dass die Salzreserven von 2019 aufgebraucht waren und nachgeordert wurden. „Seit diesem Jahr haben wir ein eigenes Salzsilo“, berichtet er. Mit neuer Technik sind die Mitarbeiter in Kodersdorf unterwegs. An den Bushaltestellen wird per Hand geschippt. Gebe es doch mal Hinweise von Bürgern, falls es an einer Stelle klemmt, werde dem auch nachgegangen. So war das beispielsweise beim Radweg an der B115 ins Gewerbegebiet der Fall, der ebenfalls vom Schnee befreit wurde.

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