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Oberlausitz: Fast jeder zweite Corona-Test ist positiv

Noch nie zuvor hatte das Medizinische Labor Ostsachsen in Görlitz so viel zu tun. Und noch nie waren so viele Proben positiv. Wer betroffen ist.

Von Susanne Sodan
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Abstriche im Medizinischen Labor Ostsachsen. Hier werden die meisten Proben aus der Oberlausitz auf das Corona-Virus untersucht.
Abstriche im Medizinischen Labor Ostsachsen. Hier werden die meisten Proben aus der Oberlausitz auf das Corona-Virus untersucht. © Nikolai Schmidt

Allein in einer Woche wertete das Medizinische Labor Ostsachsen in Görlitz 6.885 Proben auf das Coronavirus aus. "Die zurückliegende Woche war Rekordwoche und schlimmer als im letzten Jahr um die Zeit", sagt Roger Hillert. Der Montag zeigte, dass der Gipfel damit noch nicht erreicht ist.

Roger Hillert ist Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie in Görlitz.
Roger Hillert ist Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie in Görlitz. © Paul Glaser / glaserfotografie.d

Hillert ist Infektionsepidemiologe am Medizinischen Labor Ostsachsen. Vor allem die Positivrate sei auf einem Rekordhoch: 3.034 der knapp 6.700 eingesandten Proben vorige Woche stellten sich als positiv heraus, das ergibt für die Oberlausitz eine Positivrate von 44 Prozent. Im Görlitzer Labor werden zwar nicht alle, aber die meisten Proben aus den Landkreisen Görlitz und Bautzen ausgewertet. Wie hoch die Görlitzer Rate ist, zeigt sich bei einem bundesweiten Vergleich. Das Robert-Koch-Institut gab in seinem letzten Wochenbericht die Positivrate für die gesamte Bundesrepublik mit 12 Prozent an. Je höher die Positivrate, umso stärker ist die Corona-Welle.

Die wenigsten Fälle in Gruppe mit höchster Impfquote

Betroffen sind in der Oberlausitz weiterhin viele Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren - zunehmend aber auch die Gruppe der 30- bis 60-Jährigen. Von den 3.034 positiven Ergebnissen waren 920 Personen, also ein knappes Drittel, unter 30 Jahren betroffen. "Dabei fällt etwa die Hälfte der Fälle auf die Gruppe der Zehn- bis 19-Jährigen", erklärt Roger Hillert. Etwa 46 Prozent der Positiv-Fälle - 1.399 - betrifft Personen zwischen 30 und 60 Jahren.

Die wenigsten Infektionen stehen bei der ältesten Bevölkerungsgruppe zu Buche: 695 positive Fälle betreffen Personen über 60 Jahre. Auffällig dabei: Die Hälfte davon entfällt auf die Gruppe der 60- bis 70-Jährigen. "Das heißt, bei den über 70-Jährigen haben wir aufgrund des Impfschutzes relativ wenige Fälle", sagt Hillert.

Weitere Steigerung absehbar

"Die Zahlen steigen weiter. Wir hatten am Montag 2.850 Proben-Eingänge", erzählt Hillert - nahezu die Hälfte war positiv.

Im Medizinischen Labor werden PCR-Auswertungen vorgenommen. Zum Beispiel, wenn man Symptome hat und zum Arzt geht, oder wenn ein Schnelltest an der Schule, in Pflegeheimen oder an Arbeitsstellen positiv ausgefallen ist, in den noch vorhandenen Teststellen oder in Krankennhäusern.