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Kreis Görlitz: Mehr Nachfrage nach Impfen ohne Termin

Impfärzte nehmen aber an: Insgesamt mehr Impfwillige gibt es nicht. Denn die Anmeldungen über das Impfportal sinken.

Bei einer Impfaktion im März in Kodersdorf waren die Termine schnellstens belegt. Inzwischen bleiben viele Warte-Stühle frei.
Bei einer Impfaktion im März in Kodersdorf waren die Termine schnellstens belegt. Inzwischen bleiben viele Warte-Stühle frei. © André Schulze

Es war ein schleppender Start. Seit Freitag vor einer Woche können sich Impfwillige ohne Termin im Löbauer Impfzentrum gegen das Coronavirus immunisieren lassen. Doch weil anfangs nur das unbeliebte Vakzin von AstraZeneca zur Verfügung stand, war die Nachfrage gering.

Am ersten Tag nahmen das Angebot lediglich zwei Personen in Anspruch. "Das war klar, wer nimmt AstraZeneca, wenn er ab Mittwoch auch Biontech haben kann", sagt Impfarzt Dr. Hans-Christian Gottschalk, der auch Mitglied in der Sächsischen Impfkommission ist. Seit Mittwoch dieser Woche kann man den Impfstoff auch bei den Impfterminen ohne Anmeldung frei wählen. Und schon sieht die Situation anders aus.

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Mehr Menschen kommen ohne Termin zum Impfen

Während sich am Montag und am Dienstag mit 8 und 13 Impfwilligen noch immer kein Ansturm entwickelte, waren es nach Angaben des DRK Sachsen am Mittwoch bereits 99 Personen im Impfzentrum.

Viele seien das letztlich dennoch nicht, schätzt aber Hans Christian Gottschalk ein. "Es ist ein großer Teil dabei, der sich sonst über das Portal angemeldet hätte", sagt er. Die Anmeldezahlen über das sächsische Impfportal seien deutlich gesunken. "Bei den meisten, die ohne Termin zu uns kommen, handelt es sich also nicht um 'zusätzliche' Impfwillige." Das DRK hatte zwar, um besser planen zu können, dennoch um eine Anmeldung über das Portal gebeten. Dass viele es aber nicht mehr machen, könne er aber niemandem verübeln, sagt Gottschalk. "Es ist natürlich einfacher und mit weniger Aufwand verbunden, wenn man einfach so zum Impfzentrum gehen kann und nicht an einen Termin gebunden ist."

Am Ende entscheidend ist aber die Zahl der geimpften Menschen insgesamt, egal, ob mit oder ohne Termin. So waren am Donnerstag dieser Woche 250 Patienten im Impfzentrum, 83 von ihnen ohne Termin. "Und das ist eine Riesen-Diskrepanz zu dem, was wir noch vor zwei Wochen hatten." Damals wurden im Impfzentrum Löbau bis zu 1.600 Menschen täglich geimpft.

Görlitzer Arzt: Kaum noch Erstimpfungen

Bei den Ärzten scheint die Lage unterschiedlich zu sein. So hat auch der Görlitzer Allgemeinmediziner Leonhard Großmann große Zweifel, ob beim derzeitigen Impftempo eine Herdenimmunität bis Herbst schaffbar ist. Für die kommenden zwei Wochen hat er rund 500 Zweitimpftermine mit AstraZeneca. So viele Patienten waren also vor rund zwölf Wochen zur Erstimpfung da. Im Kalender stehen aber kaum neue Erstimpf-termine, egal mit welchem Impfstoff.

Im Löbauer Impfzentrum sowie durch die mobilen Teams im Landkreis Görlitz wurden bislang rund 173.872 Impfungen vergeben, rund 80.000 Menschen haben ihre Zweitimpfung. Im Impfzentrum Löbau kommen viele Patienten aber nicht aus dem Landkreis, sondern auch aus Bautzen oder Dresden.

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