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Görlitz

Darum werden alte Tierrassen gerettet

Der Görlitzer Tierpark und andere Zoos starten ein Zuchtprojekt, um Rinder, Ziegen und Schweine vor dem Aussterben zu bewahren.

Rotvieh-Kuh Gretel mit neugeborenem Kalb Ida
Rotvieh-Kuh Gretel mit neugeborenem Kalb Ida © Tierpark Görlitz

Der Görlitzer Tierpark und andere Zoos bündeln künftig ihre Kräfte, um bedrohte Nutztierrassen wie Rinder, Ziegen und Schweine zu retten. So tobt bei ihm aktuell beispielsweise der Nachwuchs zweier gefährdeter Arten durch die Anlage: Die zehn Sattelschweinferkel der Sau Molly und das zwei Wochen alte Rotvieh Kalb Ida.

"Viele Menschen denken beim Artenschutz zuerst an Wildtiere", sagt Direktor Sven Hammer. Dabei sind auch 64 Prozent aller einheimischen Haustierrassen gefährdet. Zoos seien durch Tierbestand und Expertise prädestiniert, das Verschwinden der biologischen Vielfalt aufzuhalten.

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Dazu gehören alte Nutztier-Rassen wie das Schwarzbunte Niederungsrinds, die Thüringer Waldziege und das Sattelschwein "Sie sind genügsam, wetterhart und haben eine bessere Immunabwehr als klassische Hochleistungsrassen", erklärt Sven Hammer. "Deswegen sind sie in der Lage, bei der extensiven Weidehaltung, also einer nachhaltigen und schonenden Form der Bewirtschaftung, eine Schlüsselposition einzunehmen."

Alte Rassen sind robuster

Fast alle Experten seien sich einig, dass sich die derzeitigen Produktionsverfahren in der Landwirtschaft verändern müssen. "Nur wie diese verlaufen soll und in welcher Geschwindigkeit sie vollzogen werden muss, wird kontrovers diskutiert", so der Direktor. 

Auf Teilflächen alte Rassen einzusetzen, könne  bei extensiver Bewirtschaftung zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen, sagt Professor Kai Fröhlich, Direktor von Europas größtem Zentrum für alte Haus- und Nutztierrassen, dem Tierpark Arche Warder. "Unsere alten Rassen sind an bestimmte Standorte angepasst und somit auch kulturhistorisches Erbe ihrer jeweiligen Region." Diese robusten Tiere kämen auch mit energiearmen Futter zurecht und trügen somit zur nachhaltigen Pflege von Kulturlandschaften bei. Letztlich sind die alten Rassen laut Frölich auch eine Antwort auf künftige Herausforderungen: Durch ihre größere genetische Variabilität können sie besser auf Veränderungen in puncto Klima oder Produktion reagieren. (SZ)

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