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Neue Filmproduktion startet in Görlitz

Vor einem Jahr kündigte Produzent Stefan Arndt für Görlitz eine neue Serie an. Jetzt scheint es loszugehen. Und Mittwochabend gibt es wieder einen Görlitz-Film im TV.

Das Kaufhaus 2012 im Glanz: damals standen die Dreharbeiten für "The Grand Budapest Hotel" an.
Das Kaufhaus 2012 im Glanz: damals standen die Dreharbeiten für "The Grand Budapest Hotel" an. © Archiv: Nikolai Schmidt

Stefan Arndt hatte voriges Jahr die Idee einer Filmakademie, die nun im Herbst mit dem ersten Studiengang starten soll, nach Görlitz gebracht. Die Stadt kannte er vorher schon. Einer der Filme, die er hier als Produzent umgesetzt hat, ist "Frantz", eine deutsch-französische Produktion. Am heutigen Mittwoch ist der Film bei Arte zu sehen. In den kommenden Monaten wird Arndt wieder in Görlitz zu tun haben. Er hatte voriges Jahr nicht nur eine Filmakademie für Görlitz ins Spiel gebracht, sondern auch eine neue Serie.

Stefan Arndt vorigen Sommer im Görlitzer Kaufhaus - bei Beratungen zur Filmakademie Görlitz.
Stefan Arndt vorigen Sommer im Görlitzer Kaufhaus - bei Beratungen zur Filmakademie Görlitz. © Nikolai Schmidt

Der Film "Frantz" spielt kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Es geht um die Geschichte von Anna, deren Verlobter an der Westfront fiel, und Adrien, der, wie sich im Laufe des Films herausstellt, der Soldat war, der für den Tod von Annas Verlobten verantwortlich ist. Zum ersten Mal begegnen sie sich auf einem Friedhof - dem Nikolaifriedhof in Görlitz.

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Filmdreh zu "Frantz" auf dem Nikolaifriedhof in Görlitz.
Filmdreh zu "Frantz" auf dem Nikolaifriedhof in Görlitz. © Archiv: Wehnert

"Frantz" wurde 2015 in Görlitz, Quedlinburg, Wernigerode und im französischen Eymoutiers gedreht. Die beiden Hauptdarsteller sind Pierre Niney und Paula Beer, die für ihre Darstellung der Anna bei den Filmfestspielen in Venedig als beste Nachwuchdarstellerin ausgezeichnet wurde. Regie führte Francois Ozon.

"Frantz" wird am Mittwoch, 20.15 Uhr, auf Arte ausgestrahlt.
"Frantz" wird am Mittwoch, 20.15 Uhr, auf Arte ausgestrahlt. © X-Verleih

Stefan Arndt ist einer der Gründer und Gesellschafter von X Filme. Er zeichnet als Produzent etwa für die Serie "Babylon Berlin" verantwortlich. In Görlitz hat er beispielsweise "Jeder stirbt für sich allein" produziert. Zum Neujahrsempfang 2020 hatte er seine künftigen Pläne für Görlitz vorgestellt, darunter eine neue Serie. Bereits als der Streamingdienst TV Now Anfang vorigen Jahres seine neuen Vorhaben ankündigte, kristallisierte sich heraus, um was es gehen könnte. Angekündigt wurde eine Produktion unter dem Arbeitstitel "Torstraße 1", angelehnt an den Roman von Sybil Volks.

Aktuell findet sich, unter anderem auf der Internetseite der Stadt Görlitz, eine Stellenanzeige: In Vorbereitung der Filmproduktion "Torstraße 1" sei ab Ende März zur Besetzung eines X-Filme-Büros in Görlitz eine Stelle im Produktionssekretariat zu vergeben. In welchen Städten gedreht wird, ist nicht bekannt, die Stellenausschreibung bezieht sich aber auf Görlitz. Auch wann konkret die Dreharbeiten beginnen, ist nicht bekannt. Das neue Görlitzer Filmbüro verweist auf SZ-Nachfrage an die Produktionsfirma X Filme, die am gestrigen Dienstag noch keine Antworten gab.

Die Autorin Sybil Volks hatte vor einer Weile auf ihrer Website selbst mitgeteilt, dass X Filme sich die Option auf die Filmrechte für ihren Roman "Torstraße 1" gesichert habe. "Zunächst ist es 'nur' eine Option", schrieb sie damals, "der Weg zum Film ist bekanntlich weit und führt nicht immer ins Ziel. Doch toll ist allein schon die Aussicht."

Aus der Aussicht wurde offenbar mehr. Das Drehbuch für die Serie "Torstraße 1" schreibt Conni Lubek, Sherry Hormann wird Regie führen. "Torstraße 1" erzählt die Geschichte einer Liebe, zweier Familien und eines Kaufhauses über mehrere Jahrzehnte hinweg. Im Roman spielt die Geschichte rund um das Kaufhaus Jonaß in Berlin, das 1929 eingeweiht wurde. Im Nationalsozialismus wurden die jüdischen Eigentümer enteignet, das Gebäude ausgerechnet an die Hitlerjugend vermietet. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog das Zentralkomitee der SED ein, dann das Institut für Marxismus-Leninismus. Nach der politischen Wende und vielen Jahren Leerstand eröffnete der Club Soho House.

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Die Serie soll ebenfalls in den 20er Jahren starten: "Es geht um eine Liebesgeschichte, die sich über 70, 80 Jahre spinnt", hatte Stefan Arndt vor einem Jahr der SZ erzählt. "Und ein Kaufhaus spielt darin eine Rolle." Deshalb, erklärte er damals, mache es Sinn, nach Görlitz zu kommen - in eine Stadt mit einem historischen Kaufhaus. Dass das Görlitzer Jugendstilkaufhaus eine Filmrolle ergattert, wäre nicht das erste Mal. Eine größere Rolle spielte es bei "The Grand Budapest Hotel".

"Frantz": 10. März, 20.15 Uhr, Arte.

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