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Neue Galerie im Görlitzer "Napoleonhaus"

Fanny und Silvia Bracke bieten am Obermarkt Produkte aus ihrem Atelier in Reichenbach an. Dazu gehören Intarsienarbeiten und Upcycling-Ideen.

Fanny (l.) und Silvia Bracke aus Reichenbach in ihrem neuen Geschäft am Obermarkt 29 in Görlitz.
Fanny (l.) und Silvia Bracke aus Reichenbach in ihrem neuen Geschäft am Obermarkt 29 in Görlitz. © Martin Schneider

Die Eröffnung ihrer "Galerie der Besonderheiten" konnten Fanny und Silvia Bracke gar nicht richtig feiern. Schon vor einem Jahr sind die beiden in den ehemaligen Weinladen im "Napoleonhaus" auf dem Görlitzer Obermarkt eingezogen, doch wegen des langen Lockdowns hat das Geschäft noch kaum jemand bemerkt.

Ihr gemeinsames "Atelier Nr. 7" haben Mutter und Tochter in Reichenbach, wo sich Fanny Bracke 2016 mit Intarsienkunst selbstständig machte, um dieses alte Handwerk in der Oberlausitz wieder aufleben zu lassen.

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2016 gründete Fanny Bracke in Reichenbach ihre Intarsienmanufaktur.
2016 gründete Fanny Bracke in Reichenbach ihre Intarsienmanufaktur. © Constanze Junghanß

Die damals 30-jährige Tischlerin war nach ihrer Ausbildung in Berlin, einer Zeit im Ausland und ihrem Produkt-Design-Studium in Dessau wieder in ihre Heimat zurückgekehrt und hatte hier ihre "fanny bracke design Intarsienmanufaktur" gegründet.

Ihre Mutter Silvia Bracke malt und stellt neue Dinge aus Materialien her, die andere wegwerfen würden. Ursprünglich hat sie einen pädagogischen Beruf gelernt. Bis in die 1990er-Jahre hinein bildete sie im Görlitzer Kaufhaus – erst im Centrum, später bei Karstadt – junge Kaufleute aus. Danach arbeitete sie in Zittau in der Erwachsenenbildung, zuletzt leitete sie 15 Jahre lang die Görlitzer Nachhilfeschule "Studienkreis" am Marienplatz.

Lampenschirme aus Werbeblättern

Als ihre Tochter nach Reichenbach zurückkehrte, machte sich Silvia Bracke mit 57 Jahren als freiberufliche Künstlerin mit ihrer "Serokreativwerkstatt" selbstständig. "Ich habe schon immer gemalt", sagt sie, "und ganz viel gesammelt." Während ihre Tochter im Reichenbacher Atelier Nr. 7 Schatullen, Bucheinbände, Taschen, Kragenfliegen oder kleine Möbel mit Intarsien herstellt, malt Silvia Bracke oder verwirklicht Ideen, aus gebrauchten Materialien Neues zu kreieren.

Lampenschirme aus der Serokreativwerkstatt von Silvia Bracke in der neuen Galerie am Görlitzer Obermarkt 29. Früher waren das mal bunte Werbezeitschriften.
Lampenschirme aus der Serokreativwerkstatt von Silvia Bracke in der neuen Galerie am Görlitzer Obermarkt 29. Früher waren das mal bunte Werbezeitschriften. © Ines Eifler

So entstehen Lampenschirme aus ganz dünn zusammengerollten Werbezeitschriften, Blumenampeln oder Kerzenhalter, die früher mal Teil einer Federkernmatratze waren, kleine Schulranzen aus Wellpappe als Alternative zur klassischen Zuckertüte oder Anhänger für Grußbotschaften aus Preisschildern.

Ihr neues Geschäft am Görlitzer Obermarkt nutzen Mutter und Tochter, um sowohl Görlitzer als auch Touristen auf ihre Arbeiten aufmerksam zu machen. "Es ist das Schaufenster zu unserem Atelier Nr. 7 in Reichenbach", sagt Silvia Bracke, "aber es geht dabei nicht nur ums Verkaufen." Die Intarsienarbeiten ihrer Tochter finden ihre Kunden deutschlandweit auch über den Onlineshop der Manufaktur.

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"Und ich möchte gern dazu anregen, nicht immer alles wegzuwerfen", sagt Silvia Bracke. Wolle man den Nachhaltigkeitsgedanken verfolgen, könne man der Fantasie freien Lauf lassen und aus Vorhandenem häufig ganz Besonderes herstellen.

Die Galerie Atelier Nr. 7 Galerie der Besonderheiten am Obermarkt 29 ist donnerstags bis sonnabends ab 11 Uhr geöffnet.

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