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Neue Strategie gegen Corona nötig

Nun droht genau das Szenario, das alle verhindern wollen: Auf – Zu – Auf – Zu. Sebastian Beutler kommentiert das Dilemma der Inzidenzregeln.

Symbolbild
Symbolbild © Hendrik Wagner/dpa

Der Druck auf die Politik, den Lockdown zu beenden und eine Öffnungsperspektive aufzuzeigen, war so groß Ende Februar, dass sich die Runde der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin auf einen Öffnungsplan verständigte.

Der ist allein schon so kompliziert und schwierig zu verstehen, dass viele an ihre Grenzen kommen. Ziel war es aber, so erklärte es die Kanzlerin, ein Auf- und Zumachen zu verhindern. Wer öffnen darf, sollte das für immer tun – soweit das die Politik gewährleisten kann. Nun sieht man im Kreis Görlitz, dass sich die Pandemie und das Coronavirus nach solchen Öffnungsplänen nicht richtet.

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Wenn die Neuinfektionen so zunehmen wie in den letzten Tagen, dann steht das öffentliche Leben spätestens Ende nächster Woche wieder still. Tatsächlich droht genau das Szenario, das alle verhindern wollen: Auf – Zu – Auf – Zu. Und zu allem obendrein weiß niemand, wann Auf in Zu und Zu in Auf dreht. Schließlich ist das ja alles von den Inzidenzwerten abhängig. Diese Unsicherheit, diese völlige Ungewissheit schadet allen ungemein.

Die Corona-Einschränkungen wurden erlassen, um zwei Ziele zu erreichen: Schwere Krankheitsverläufe sollten möglichst verhindert werden, um Opfer zu vermeiden; und das (stationäre) Gesundheitswesen sollte vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Da besonders viele über 80-Jährige im Falle einer Infektion schwer erkrankten, sind sie die Ersten die eine Impfung erhalten. Zumindest in den Altenheimen im Kreis Görlitz haben jetzt alle einen ersten Schutz geimpft bekommen.

Damit verbunden ist die Belastung der Krankenhäuser stark gesunken. Beide Anliegen der Corona-Politik sind – wenn auch nicht zu 100 Prozent – so doch viel besser als noch im Dezember erfüllt. Deswegen braucht es jetzt eine Strategie, die die mit mehr Testen zwangsläufig höheren Fallzahlen mit den Kapazitäten des Gesundheitswesens auf regionaler Ebene verbindet. Wenn die Bettenkapazitäten ausreichend sind, dann können bei Maskenpflicht und Abstandsregeln auch die Lockerungen weiter gelten, selbst wenn die Inzidenz über 100 liegt. Nur so werden die nächsten Wochen nicht ein ständiges Auf und Zu und Zu und Auf.

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