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Das ist der neue Schulleiter in Reichenbach

Ein Görlitzer, der aus Köln stammt, leitet nun die Geschicke der Oberschule. Martin Cichon kommt täglich mit dem Zug in die Kleinstadt.

Martin Cichon ist neuer Schulleiter. Er möchte sich dafür einsetzen, dass die Oberschule schöner und attraktiver wird.
Martin Cichon ist neuer Schulleiter. Er möchte sich dafür einsetzen, dass die Oberschule schöner und attraktiver wird. © Constanze Junghanß

Er stammt aus Köln, lebt in Görlitz und hat die Freie Evangelische Oberschule in der Neißestadt mit aufgebaut: Martin Cichon, der die Görlitzer Schule vier Jahre lang leitete und 2019 als Klassenleiter einer 5. Klasse nach Reichenbach wechselte, ist mit Beginn des Schuljahres der neue Chef der Oberschule in der Kleinstadt. Täglich fährt er mit dem Zug auf Arbeit. Martin Cichon lebt autofrei. Der 51-Jährige löste die langjährige Schulleiterin Karin Schnaubelt ab, die in den wohlverdienten Ruhestand ging.

Neuland ist die Oberschule für ihn also nicht. Fast alle Schüler habe er mittlerweile kennengelernt – das sind 309 Mädchen und Jungen. „Die Schüler und auch die netten Kollegen waren ausschlaggebend“, nennt er den Grund für die Bewerbung auf den Posten. „Ich bin gefragt worden, ob ich in Reichenbach die Schule leiten möchte“, erzählt der Pädagoge. Denn, ob sich jemand anderes gefunden hätte, sei ungewiss. Im ungünstigsten Fall hätte die Oberschule ohne eigene Leitung auskommen müssen.

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Erfreulich für Reichenbach, dass es einen Leiter gibt. Erfreulich gleichfalls: „In den letzten Jahren stiegen hier die Schülerzahlen“, berichtet Martin Cichon. Vor allem durch Zuzüge in die Kleinstadt sei das so. Mittlerweile gibt es zwei Klassen – die 5. und die 7. Klasse – die dreizügig geführt werden. Kinder verbringen viel Zeit in der Schule, wie der Pädagoge weiß. Deshalb ist es ihm als neuer Schulleiter ein wichtiges Anliegen, das Haus im Inneren auf Vordermann zu bringen. Zwar sei die Schule dank des Digitalpaktes nun technisch ausgestattet – unter anderem mit Digitaltafeln, gutem W-LAN und Beamern.

Doch der Schulträger – also die Stadt Reichenbach - habe sich bisher zu wenig gekümmert, was die Modernisierungen betrifft. Die Toiletten beispielsweise seien veraltet, klare helle Farben fehlten im Schulhaus, ebenso ansprechende Beleuchtung. Alles sei noch etwas dunkel und duster. „An verschiedenen Stellen muss unsere Schule schöner und attraktiver werden“, hat sich Martin Cichon vorgenommen und will auch den Stadtrat einbinden, damit der sich ein Bild vom Gebäudeinneren macht.

Lehrer für Ethik, Französisch und Religion fehlen

Er freut sich über „die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen und dem Schulsozialarbeiter“. Aber auch vom Lehrermangel blieb Reichenbach nicht verschont. So wurde das Fach Ethik auf eine Wochenstunde für alle Klassen eingestampft, da es nur eine einzige Ethiklehrerin gibt. Ebenso fehlt ein Lehrer für Französisch. Damit die Kinder, die diese zweite Fremdsprache begonnen haben diese zum Abschluss bringen, springt der Schuldirektor die kommenden zwei Jahre ein. Katholische Religion fällt erst einmal flach.

Da wurde kein Pädagoge gefunden. Eigentlich, so Martin Cichon, habe der Wechselunterricht während der Corona-Pandemie gezeigt, wie viel besser kleinere Lerngruppen funktionieren. Dem skandinavischen Schulsystem kann der Görlitzer viel abgewinnen. Doch dafür müsste sich die komplette Bildungslandschaft ändern, ausreichende Räume und ausreichend Lehrer zur Verfügung stehen. Nicht umsetzbar aktuell.

Sein Anliegen: „Kinder müssen gern in die Schule gehen“, ist Martin Cichon wichtig. Und dafür will er sich stark machen und einsetzen.

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