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Sonnenorgel klingt bald noch schöner

Das berühmte Instrument bekommt zwei neue Register. Das ermöglicht der Starorganist Matthias Eisenberg, der Himmelfahrt beim Orgelpunkt spielt.

Matthias Eisenberg (l.) und Reinhard Seeliger setzen sich seit Jahrzehnten für die Sonnenorgel ein.
Matthias Eisenberg (l.) und Reinhard Seeliger setzen sich seit Jahrzehnten für die Sonnenorgel ein. © Martin Schneider

Ohne Matthias Eisenberg würde die Sonnenorgel heute anders klingen. Gemeinsam mit ihm reiste Reinhard Seeliger Anfang der 1990er durchs Land, um große Orgeln zu erleben und genau den Klang zu finden, der die Görlitzer Peterskirche in Zukunft wieder erfüllen sollte. 44 Orgeln besuchten die beiden Organisten damals, der noch junge Kantor der Peterskirche und sein früherer Lehrer.

"Ich beschäftigte mich damals schon länger mit sehr großen Orgeln", sagt Matthias Eisenberg. Er war seit 1980 1. Organist am Leipziger Gewandhaus gewesen, hatte Mitte des Jahrzehnts die DDR verlassen und bald Konzerte auf der ganzen Welt gegeben. Doch als Seeliger studierte, war er noch im Land und gab in Weimar Orgelkurse als Gastdozent. Dabei lernten die Beiden einander kennen.

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4.500 Benefizveranstaltungen für die Sonnenorgel

Als Seeliger ihn später fragte, ob er beim Aufbau der neuen Sonnenorgel in Görlitz helfen könne, sagte Eisenberg sofort zu. "Den Bau einer so großen Orgel zu begleiten, interessierte mich sehr. Dazu hatte ich vorher noch nie Gelegenheit gehabt."

In der Schweiz fanden die beiden Organisten die Orgelbaufirma Mathis, über die Reinhard Seeliger einmal sagte: "Ich wollte lieber sterben, als die Sonnenorgel von einer anderen als dieser Firma bauen zu lassen." In Görlitz war es gar nicht so einfach, alle Beteiligten davon zu überzeugen. Dass Matthias Eisenberg maßgeblich am Entwurf für die Disposition der Orgel beteiligt war, hatte allerdings Gewicht, und die Gemeinde entschied sich dafür.

Seitdem ist Eisenbergs Engagement für die Sonnenorgel nie abgerissen. Seit Baubeginn 1995 war er jederzeit zur Stelle, wenn etwas daran zu tun war. Auch an den rund 4.500 Benefizkonzerten und Orgelpunkten, die Reinhard Seeliger und seine Kollegin Ruth-Andrea Lammert vor allem ehrenamtlich für die Sonnenorgel organisierten, war Eisenberg immer wieder beteiligt.

Eisenberg spendiert zusätzliche Orgelklänge

Seit 2008 ist die Orgel dank unzähliger kleiner Spenden abbezahlt. Bald soll sie noch schöner klingen als bisher. "Es hat sich gezeigt, dass uns besonders für die romantische Musik ein tiefes Bassregister fehlt", sagt Reinhard Seeliger. Bei der Überlegung, wie dieses zusätzliche Register finanziert werden könnte, bot Eisenberg an, die Kosten zu übernehmen, und schlug auch noch den Einbau eines kleinen, sehr leisen Registers vor. Das kommt einer Spende von fast 70.000 Euro gleich.

An Himmelfahrt spielt Matthias Eisenberg sowohl im Gottesdienst als auch im Orgelpunkt um 12 Uhr. Er gilt als großer Meister der Improvisationskunst, die er an der Sonnenorgel mit ihren Vogelstimmen, Wetterklängen und vielen "Instrumenten" besonders ausleben kann.

Eintritt frei, Spenden für den Erhalt der Sonnenorgel erbeten.

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