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Orthodoxe Gottesdienste für Ukrainer in Görlitz

Zwei Priester aus der Dresdner Gemeinde haben ihre Hilfe angeboten. Auch werden Görlitzer gesucht, die Ukrainern etwas Deutsch beibringen.

Von Ines Eifler
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Die orthodoxen Pfarrer Sebastian Schipor (l.) und Rostislav Evenko (r.) aus Dresden wollen künftig Gottesdienste für Ukrainer anbieten. Der katholische Priester Roland Elsner stellt die Kirche dafür bereit.
Die orthodoxen Pfarrer Sebastian Schipor (l.) und Rostislav Evenko (r.) aus Dresden wollen künftig Gottesdienste für Ukrainer anbieten. Der katholische Priester Roland Elsner stellt die Kirche dafür bereit. © Ines Eifler

Für ukrainische Flüchtlinge wird es demnächst auch orthodoxe Gottesdienste in Görlitz geben. "Für viele Ukrainer ist ihre Religion sehr wichtig", sagt Sebastian Schipor, orthodoxer Pfarrer der rumänisch-orthodoxen Gemeinde in Dresden. "Besonders jetzt in der Fastenzeit gehört es für die meisten dazu, ihre Sünden zu beichten."

Deshalb boten er und sein Kollege Rostislav Evenko, der ebenfalls in Dresden Pfarrer ist, aber in Zittau lebt, Unterstützung an. Die Anfrage dazu sei von einer Zittauer Hochschulprofessorin gekommen: "Sie sagte, der Bedarf an Gottesdiensten sei unter den Flüchtlingen sehr hoch." Weil es in Zittau und Görlitz keine orthodoxen Gemeinden gibt, wollen die beiden Priester nun diese Lücke füllen.

Sebastian Schipor ist Rumäne und spricht Deutsch, Rostislav Evenko ist Ukrainer und kann mit den Flüchtlingen in ihrer Muttersprache kommunizieren, ihnen zum Beispiel die Beichte abnehmen. Dass ihre Gemeinde rumänisch-, nicht ukrainisch-orthodox ist, spiele für die Religionspraxis und den Ritus im Gottesdienst keine Rolle, es gebe kaum Unterschiede, sagt Schipor. Am Sonnabend, 26. März, lädt Roland Elsner, Pfarrer der Görlitzer katholischen Gemeinde, um 16 Uhr alle Ukrainer in die St.-Jakobus-Kathedrale zu einem Willkommenstreffen ein, bei dem auch die beiden orthodoxen Priester anwesend sind.

Wer möchte Ukrainern Deutsch beibringen?

Außerdem sucht Roland Elsner Freiwillige, die Flüchtlingen in kleinen Gruppen etwas Deutsch beibringen möchten. "Ideal sind etwas pädagogische Vorbildung und natürlich Deutschkenntnisse", sagt der Pfarrer, "zum Beispiel ehemalige Lehrer, Pädagogen im Bereich Deutsch für Ausländer, aber auch alle anderen sind willkommen, die sich das zutrauen." Der Unterricht soll in kleinen Gruppen mit drei bis sechs Schülern in den Pfarrhäusern von St. Hedwig in Rauschwalde und Heilig Kreuz auf der Struvestraße stattfinden. Zu einem ersten Koordinationstreffen für Freiwillige lädt er am Montag, 21. März, 19 Uhr ins Pfarrhaus Heilig Kreuz ein.

Bereits diesen Freitagabend, 18. März, beginnt eine lange Nacht des Betens für die Ukraine. Ab 21 Uhr bis morgens um sieben Uhr ist die Pfarrkirche in der Struvestraße dafür geöffnet, auch der Aufenthalt im Pfarrhaus ist möglich.

Freitag, 18. März, ab 21 Uhr: Nacht des Betens für die Ukraine, Pfarrkirche Heilig Kreuz, Struvestraße

Montag, 21. März, 19 Uhr: Treffen für alle, die Ukrainern Deutsch lehren möchten, Pfarrkirche Heilig Kreuz, Struvestraße

Sonnabend, 26. März, 16 Uhr: Treffen für alle Ukrainer in Görlitz, St.-Jakobus-Kathedrale