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Petition für Schulbusse vorzeitig beendet

Für die Markersdorfer Grundschüler wurden Lösungen gefunden. Probleme haben nun Königshainer Familien mit dem neuen Busfahrplan.

Die Markersdorfer Grundschüler werden ihre Haltestelle an der Schule behalten können. Ursprünglich war geplant, dass sie wegfällt.
Die Markersdorfer Grundschüler werden ihre Haltestelle an der Schule behalten können. Ursprünglich war geplant, dass sie wegfällt. © Constanze Junghanß

Die Unterschriftensammlung endete am Wochenende abrupt. 1.535 Unterstützende hatten bis dahin zum Sonnabend die Internet-Petition unter dem Motto „Schulbus für Landschulen retten“ unterzeichnet. Initiiert wurde sie von der Markersdorfer Elternsprecherin Dorit Matuschek. 13 Tage vor Ablauf der Zeit stoppte die Elternsprecherin die Petition, obwohl die anvisierten 2.500 Unterschriften da noch nicht zusammengekommen waren.

Die Petition richtete sich gegen die Aufstellung des neuen Verkehrskonzeptes „gut vernetzt“ des Landkreises. Ab 2022 soll „gut vernetzt“ im nördlichen Kreisgebiet starten, im Süden ist das in diesem Jahr bereits passiert. Eltern befürchteten allerdings Nachteile, wie wegfallende Haltestellen, vorgezogene Unterrichtszeiten, fehlende Sicherheit beim Umsteigen und mehr. Allerdings betonte der Kreis, nicht die Schulbusse würden abgeschafft, sondern die Busse seien künftig ein „Jedermannsverkehr“ - also auch für die Bevölkerung gedacht. Durch die mit den Zügen abgestimmten Taktfahrplänen sollen laut Kreis die Mitfahrer schneller und einfacher zum Ziel kommen.

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Obwohl der Zuspruch zur Petition groß war, gab es auch Kritik. „Finde diese Art der Kommunikation nicht in Ordnung“, war da als Contrapunkt zu lesen. Ein Name stand nicht dabei. Die Umstellung im Südkreis habe viele Verbesserungen auf dem Land gebracht, hieß es da. Man müsse miteinander reden, um gestalten zu können.

Haltestelle an Grundschule bleibt bestehen

Das ist mittlerweile passiert. Ein Gespräch mit dem Landratsamt, Schule, Bürgermeister und der Gemeinde Markersdorf ist nun auch der Grund, weshalb Dorit Matuschek die Petition stoppte. Denn in wesentlichen Punkten konnte eine Einigung erreicht werden. „Die Schulhaltestelle an der Grundschule bleibt bestehen“, sagt sie. Das war den Eltern ein wichtiges Anliegen.

Eine Lösung gibt es auch für die entlegene Haltestelle Gersdorf/Schenkhäuser. Zwar fahre der Bus dort künftig nicht direkt vor, „aber die Kinder werden von einem Fahrzeug abgeholt und bis zur nächsten Haltestelle gebracht.“ Der Fahrbahnwechsel in Schlauroth entfällt. Der Umstieg ist nun an einer anderen Stelle im Ort geplant, sodass die Kinder nicht über die Straße laufen müssen. In einem Punkt hatte sich Dorit Matuschek geirrt. Ein Umstieg an der viel befahrenen B6-Haltestelle Holtendorf war nicht geplant. „Wir haben den neuen Plan falsch gelesen“, sagt die Petentin.

Der Bus, so erklärt Frau Matuschek, wechsele nur seine Nummernanzeige. In Absprache mit den Behörden wird jedoch die Linienführung so umgeplant, dass die Kinder in Pfaffendorf zuerst abgeholt werden, als Zweites die Kinder in Jauernick-Buschbach und als Drittes die Friedersdorfer. Danach fährt der Bus direkt ohne Umsteigen zur Schule – alle Kinder bleiben im Bus sitzen. Nachmittags dreht sich die Route: Dann sind die Pfaffendorfer Kinder zuerst zu Hause, die früh als Erste eingestiegen sind.

Königshainer Eltern wendeten sich an Bürgermeister

Über das Entgegenkommen ist Dorit Matuschek froh und dankbar. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt sie und rät Eltern anderer betroffener Gemeinden und Schulen, ebenso das Gespräch mit Landratsamt und Gemeinde zu suchen. Denn Probleme mit dem neuen Busplan sehen offenbar auch Eltern anderer Kommunen aus dem Görlitzer Umland: Unterschrieben hatten die Petition beispielsweise 74 Unterzeichner aus Reichenbach, 67 aus Waldhufen, 63 aus Königshain und 52 aus Schöpstal.

Die Königshainer Eltern wendeten sich unabhängig von der Unterschriftensammlung an Schöpstals Bürgermeister Bernd Kalkbrenner, da ihre Kinder in Ebersbach die Grundschule besuchen. In ihrem Brief heißt es unter anderem: „Wir, als Eltern, legen ein ganz klares Veto zu den geplanten Änderungen und Streichungen im Schulbeförderungsplan ein.“ Befürchtet werden lange Warte- und Umstiegszeiten, möglicherweise längere Betreuungszeiten im Hort. Vor allem die Haltestelle Girbigsdorf/Sandschenke brennt ihnen dabei unter den Nägeln: Das lange unbeaufsichtigte Warten sei für Grundschüler unzumutbar, gefährlich und nicht vertretbar.

Bernd Kalkbrenner versteht den Unmut der Eltern. „Der Gemeinderat hat den neuen Plan abgelehnt“, sagt er. In der aktuellen Version sei der Fahrplan so nicht zu akzeptieren. Reichenbach als Grund- und Oberschulstandort scheint von „gut vernetzt“ zu profitieren. Bürgermeisterin Carina Dittrich teilte im letzten Stadtrat mit: „Für uns ist das eine erhebliche Verbesserung des Schülerverkehrs.“ Die Abfahrtszeiten in Reichenbach sollen bleiben, wie bisher. Allerdings gibt es keine Verbindung nach Königshain. Da soll der Landkreis nochmal prüfen.

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