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Kreis Görlitz: Pilzsaison startet jetzt schon

Röhrlinge wie Sommersteinpilze sind derzeit bereits zu finden. Andere Pilze, die es früher in Massen gab, machen sich rar. Das hat mehrere Gründe.

Besonders beliebt, aber immer seltener zu finden: der Pfifferling.
Besonders beliebt, aber immer seltener zu finden: der Pfifferling. © SZ-Archiv/Brühl

Pilzsaison ist das ganze Jahr über, sagt Dietmar Grünwald. Er ist einer der Pilzberater im Landkreis Görlitz. Der Görlitzer weiß aber auch, dass es Sammler in den Wald zieht, wenn sich die Suche richtig lohnt - im Spätsommer und Herbst. Allerdings: "Es geht jetzt los mit den Röhrlingen", sagt der Experte. Er habe schon Steinpilze gesehen.

Wird 2021 ein gutes Pilzjahr?

Ob 2021 angesichts des derzeit anhaltend feucht-warmen Wetters ein ergiebiges Pilzjahr wird, kann Dietmar Grünwald nicht sagen. "Pilze sind eigenwillig, eine Vorhersage ist kaum möglich." 2019 und 2020 beispielsweise habe es zum Jahresende hin große Pilzschübe gegeben, bei denen die Sammler auf ihre Kosten kamen.

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Ganz gleich, wie die Pilzsaison wird, einen Rat gibt der Görlitzer jedes Jahr: Pilzsammler sollten nur die Pilze mitnehmen, die sie sicher kennen. "Wer einen Pilz nicht sofort im Wald bestimmen kann, sollte ihn nicht essen." Wer unsicher über die Essbarkeit eines Pilzes ist, bekommt Rat und Auskunft bei einem der Pilzsachverständigen, von denen es mehrere im Landkreis Görlitz gibt.

Dietmar Grünwald rät zudem davon ab, mithilfe von Abbildungen in Büchern einen Pilz zu bestimmen. Das sei nicht immer sicher. Ein wenig Sorgen macht ihm das Aufkommen von wilden Champignons. "Erst heute rief mich eine Seniorin an und berichtete über diese Pilze in ihrem Garten", erzählt Grünwald. Die Gefahr von Verwechslungen mit giftigen Pilzen sei hier groß.

Besonders beliebt, aber immer seltener

Ein besonders beliebter Speisepilz und kaum zu verwechseln ist auch hierzulande der Pfifferling. Er war in früheren Zeiten in Wäldern sehr häufig vertreten. Durch den fortschreitenden Klimawandel und immer höhere Temperaturen hat es der Pfifferling immer schwerer, heißt es auf dem Internetportal 24garten.de.

Der Pfifferling lebt in Symbiose, beispielsweise mit Fichten. Die gibt es bei uns immer weniger. Wassermangel, hohe Temperaturen und der Borkenkäfer machen den Fichtenbeständen zu schaffen, sie sterben ab - und damit reduziert sich das Aufkommen der Pfifferlinge weiter.

Wie das Pilzaufkommen derzeit in der Oberlausitz aussieht, darüber machen sich Pilzberater am kommenden Sonnabend ein Bild. Die Mitglieder des Lausitzer Pilzzentrums treffen sich in Großschweidnitz und durchstreifen die Wälder, um zu schauen, welche Pilze schon wachsen. "Außerdem berichten sie von den Vorkommen in den heimischen Wäldern", informiert Dietmar Grünwald. Die Pilzwanderung ist öffentlich und startet 9.30 Uhr am Parkplatz des Fachkrankenhauses in Großschweidnitz.

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