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Poetin wird Museumspädagogin

Jana Bingemer hat zu Bärtierchen geforscht und tritt bei Poetry Slams auf. Jetzt will sie Naturkunde und Soziokultur verbinden.

Jana Bingemer ist die neue Museumspädagogin am Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz.
Jana Bingemer ist die neue Museumspädagogin am Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz. © Ines Eifler

Wenn Jana Bingemer an den Feiertagen ihre Eltern besucht, braucht sie sich über Stau oder volle Züge nicht zu ärgern. Die Massen sind in der anderen Richtung unterwegs. Die neue Museumspädagogin des Senckenberg Museums für Naturkunde gehört zu der Generation junger Menschen, die Görlitz für sich entdeckt haben und gern hier leben wollen. 

Schritt für Schritt zu Senckenberg

Die 28-jährige Biologin kommt aus einem Ort im Großraum Frankfurt am Main und hat schon 2015 für ihre Bachelorarbeit zu einem bodenzoologischen Thema eine Zeit in Görlitz verbracht, da ging es um Bärtierchen. Schon damals überlegte sie, in Görlitz zu bleiben. "Ich habe sofort mein Herz an die Stadt verloren", sagt sie. 

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Um Biodiversität, Naturschutz und Umweltrecht zu studieren, ging sie aber erst einmal nach Bayreuth und kam dann 2017 nach Görlitz. Hier schrieb sie ihre Masterarbeit und wurde wissenschaftliche Volontärin am Senckenberg Museum. Die Ausstellung "Abenteuer Neiße – Leben am Fluss" hat sie mitgestaltet, die als kleinere Version im Dom Kultury zu sehen war und jetzt vollständig im Museum.

Junge, offene Szene zieht Menschen nach Görlitz

Was Jana Bingemer so eng an Görlitz gebunden hat, ist aber nicht nur ihre Arbeit, die Schönheit der Stadt und deren Größe, die sie als genau richtig für sich empfindet. "Man kann hier nicht auf die Straße gehen, ohne mindestens zwei Menschen zu grüßen", sagt sie. Es ist vor allem die junge, offene und solidarische Szene rund um die Rabryka, das Kühlhaus, das Basta mit den dazugehörigen Vereinen. 

Anfangs war es ein Gartenprojekt auf dem Gelände der Rabryka, bei dem Jana Bingemer mit anderen in Kontakt kam, Leute traf, Freunde fand. Inzwischen engagiert sie sich beim Verein Second attempt und gibt kostenlose Englisch-Nachhilfe im Nachbarschaftsladen am Leipziger Platz. Außerdem schreibt sie eigene Texte und tritt damit bei Poetry Slams auf.

Durch ihre Verbindungen zur Görlitzer Soziokultur kann sie auch für das Museum genau diejenigen ansprechen, die sagen: "Da bin ich zum letzten Mal als Kind gewesen." Oder: "Da war ich noch nie." Das sind die Jugendlichen und die jungen Erwachsenen. Im Gegensatz zu Eltern und Großeltern mit Kindern sind sie die seltensten Besucher des Senckenberg Museums.

Museen arbeiten mehr zusammen

Für sie hat sich Jana Bingemer verschiedene Ferienworkshops überlegt, die in Kooperation mit der Rabryka im Museum stattfinden. Unter dem Motto "Naturkunde trifft Technik" gibt es die Angebote 3D-Druck, Siebdruck und Lasercutter, in denen man Tiere, Pflanzen, Bodentiermodelle oder andere Objekte mit den verschiedenen Techniken nachbilden kann. Auch ein Mal- und Zeichenkurs für Kunstaffine gibt es. 

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"Überall im Haus kann man sich inspirieren lassen", sagt Jana Bingemer. Außerdem will sie erstmals in den Ferien gemeinsam mit dem Kulturhistorischen Museum Führungen für Hortgruppen und Familien durch beide Teile der Ausstellung "Abenteuer Neiße" anbieten. Da die Museumspädagogen an allen drei großen Görlitzer Museen seit relativ kurzer Zeit da sind, soll es in Zukunft noch mehr häuserübergreifende Angebote geben.

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