merken
PLUS Görlitz

Kreis Görlitz: Förderschulen bald ohne Schulsozialarbeiter

Viele Schulen wollen Schulsozialarbeit anbieten. Doch es gibt nicht genug Geld. Jetzt gab es Vorentscheidungen im Jugendhilfeausschuss.

Förderschulen sollen künftig von der Schulsozialarbeit ausgeschlossen werden.
Förderschulen sollen künftig von der Schulsozialarbeit ausgeschlossen werden. © Archivfoto: Rolf Ullmann

Förderschulen im Landkreis Görlitz sind ab 2022 von der Schulsozialarbeit ausgeschlossen. Das beschloss jetzt der Jugendhilfeausschuss des Kreistages in Görlitz. Er folgte damit einem Vorschlag der Verwaltung.

Zugleich werden künftig nur Projekte an Grundschulen, Schulen in freier Trägerschaft und von Gymnasien in der Schulsozialarbeit berücksichtigt, die auch schon 2021 einen Antrag gestellt hatten. Ihre Anträge werden nach einem bestimmten Schlüssel neu bewertet. Dabei werden die Zahl der Schüler, die Schulart, die Kontinuität der Schulsozialarbeit sowie soziale Aspekte berücksichtigt. Diese Regel soll bis Ende 2024 gelten.

UnbezahlbarLand
Willkommen im UnbezahlbarLand
Willkommen im UnbezahlbarLand

Was ist eigentlich das Unbezahlbarland? Warum ist der Landkreis Görlitz Unbezahlbarland? Hier finden Sie alle Infos.

Maximal 36 Schulen erhalten 2021 eine Förderung

Da der Freistaat Schulsozialarbeit an staatlichen Oberschulen mit einer Vollzeitkraft zwingend vorschreibt, sind alle Oberschulen in der Förderung automatisch drin. Für alle anderen Schulen, die gern Schulsozialarbeit anbieten wollen, reichen bislang die Mittel nicht, so dass nach einer Rangliste die Gelder vergeben werden müssen. Trotzdem gehen viele Schulen dabei leer aus. Denn allein die Oberschulen sind 22 an der Zahl, und in diesem Jahr reicht das Geld beispielsweise maximal für 36 Schulen. Aktuell werden 41 Fachkräfte in der Schulsozialarbeit gefördert. Da es sich dabei nicht immer um eine volle Stelle handelt, entspricht das 34,25 Vollzeitstellen. Allein 22 von ihnen sind an den staatlichen Oberschulen.

Durch die neue Berechnung der Rangliste soll zum einen der bislang beobachtete Vorteil großer Städte und Schulen abgemildert werden, zum anderen soll die Kontinuität von Schulsozialarbeit gewährleistet werden - mit dem Nachteil, dass manche Schulen dauerhaft von diesem Angebot ausgeschlossen sind wie beispielsweise die Förderschulen. Der Görlitzer Kreisrat Michael Hannich von der CDU hält einen solchen Ausschluss der Förderschulen für gesetzeswidrig.

Freistaat gibt mehr Geld für Schulsozialarbeit

Das Jugendamt machte auch wenig Hoffnung, dass zusätzliche Gelder vom Freistaat zu einer Aufstockung der Projekte und damit der Zahl der Schulen kommt, die eine Förderung der Schulsozialarbeit erhalten. Stattdessen würden diese Mittel benötigt, um die Stellen besser bezahlen zu können.

Dabei hatte der Freistaat jetzt erst mitgeteilt, dass er 13,8 Millionen Euro in den kommenden beiden Jahren zusätzlich für Schulsozialarbeit und Angebote der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung stellt. Die Gelder stammen aus dem Aktionsprogramm des Bundes "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" mit einem Gesamtumfang von 2 Milliarden Euro.

5,6 Millionen Euro stehen dabei zusätzlich für die Schulsozialarbeit sowie die Arbeit gegen Schulverweigerung bereit. Für den Ausbau der Kinder- und Jugendfreizeiten, der außerschulischen Jugendarbeit und Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sieht der Freistaat rund 8 Millionen Euro vor.

Welche Schule neben den staatlichen Oberschulen am Ende im Kreis bei der Schulsozialarbeit in den Jahren 2022 bis 2025 zum Zuge kommen, steht erst im Herbst fest.

Mehr zum Thema Görlitz