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Schlachthof Görlitz: Stadt liegt ein Kaufangebot vor

Es kommt Bewegung in den Streit. Stadt und Kreis nähern sich beim Zivilschutzzentrum an. Der Nostromo-Klub könnte vorerst aufatmen.

Alter Schlachthof an der Cottbuser Straße, 20.08.2012 /// Foto: Nikolai Schmidt
Alter Schlachthof an der Cottbuser Straße, 20.08.2012 /// Foto: Nikolai Schmidt ©  Archivfoto: Nikolai Schmidt

Der Streit um das Görlitzer Schlachthofgelände hat einen Interessenten bewogen, ein Kaufangebot zu unterbreiten. Darüber informierte Bürgermeister Michael Wieler am Donnerstag im Stadtrat. Den Namen konnte er nicht preisgeben, er sei aber in der Stadt durch vielerlei Aktivitäten bekannt und niemand würde an seiner Seriosität zweifeln.

Der Käufer würde der Stadt ein Vorkaufsrecht für das Gelände einräumen, wenn es das Areal kommunal nutzen wolle. Zugleich biete er auch dem Nostromo-Verein eine Weiternutzung des Klubs an.

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Wieler kündigte nun an, auf der Grundlage dieses Vorschlages mit dem Eigentümer des Schlachthof-Areals zu sprechen. Schon zuvor hatte er moderierend versucht, die Kündigung des Klubs durch den Eigentümer nicht wirksam werden zu lassen. So hatte er vor Tagen vor Journalisten erklärt, es gebe jenseits der Kündigung aus seiner Sicht drei andere Varianten für eine Lösung. Welche das seien, ließ er aber aus Rücksicht auf die Gespräche mit Eigentümer Franz-Josef Gausepohl offen.

Kreis würde neues Gebäude für Katastrophenschutz bauen

Die Stadt wiederum hat ihre Idee für ein Zivilschutzzentrum auf dem Areal noch nicht aufgegeben. Es war ja eigentlich auch der Auslöser für den Streit, oder besser die Formulierung im Beschlussantrag für den Stadtrat im Dezember, dass der Nostromo-Klub ein neues Domizil benötige. Daraufhin hatte sich vor allem über die sozialen Medien ein Shitstorm gegen die Stadt und gegen Wieler entwickelt.

Der Nostromo-Verein wiederum tat in einer Kampagne über Instagram und Facebook so, als wenn alles wieder gut wird, wenn die Stadt von ihrer Idee abrückt - und vergaß dabei völlig, dass er als Mieter ja nicht von der Stadt an der Stelle abhängig ist, sondern vom Vermieter.

Gausepohl hat mittlerweile bestätigt, dass es diese Kampagne des Vereins war - und nicht die Idee der Stadt -, die ihn aus Verärgerung zur Kündigung bewog, weil das Nostromo als Mieter so tat, als könnte der Klub selbst entscheiden, ob er im Schlachthofgelände bleiben könne oder nicht. Dabei musste der Klub als Mieter praktisch immer mit einer Kündigung rechnen.

Aber natürlich hatte es die Stadt auch nicht geschafft, bis zum Streit mit dem Kreis über die Idee eines Zivilschutzzentrums zu sprechen. Insofern war es nur eine Idee auf dem Papier. Das hat Bürgermeister Michael Wieler jetzt nachgeholt. Und wie Björn Mierisch, der im Landratsamt für Feuerwehren und Katastrophenschutz zuständig ist, bestätigte, könnte der Kreis sich vorstellen, für den Katastrophenschutzzug ein neues Gebäude auf dem Schlachthof-Areal zu errichten.

Zivilschutzzentrum mehr als nur zwei neue Gebäude

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Wenn nun der Stadtrat das Gelände auch noch für den Neubau für die Berufsfeuerwehr als geeignet betrachten würde, könnte die Idee des Zivilschutzzentrums doch weiter untersucht werden - mit einer Machbarkeitsstudie, so wie es die Stadt vorgeschlagen hatte im Dezember. Allerdings: Ein solches Zentrum umfasst mehr als nur ein neues Gebäude für Katastrophenschutz und die Berufsfeuerwehr, beispielsweise auch Schulungsräume, Ausbildungsstrecken und ein Katastrophenschutzlager. All das wäre durch ein neues Gerätehaus noch nicht gedeckt, wie Mierisch gegenüber SZ und sächsische.de erklärte. All das wäre also nun weiter zu bedenken. Kommt aber das Kaufangebot zum Zuge, hätten alle Seiten mehr Zeit dafür.

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