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THW nimmt Zaunbau gegen Schweinepest wieder auf

Der Landkreis Görlitz hofft auch die zweite Virus-Seuche in den Griff zu bekommen. Doch bleibt die Lage unberechenbar.

Nördlich von Niesky bauten Ende Januar Mitglieder des THW einen neuen Wildschweinzaun entlang der B115 auf.
Nördlich von Niesky bauten Ende Januar Mitglieder des THW einen neuen Wildschweinzaun entlang der B115 auf. © André Schulze

Der strenge Frost und der neuerliche Wintereinbruch haben in der vergangenen Woche den Zaunbau entlang der Bundesstraße B 115 gestoppt. Doch Landrat Bernd Lange hofft, dass die Mitglieder des Technischen Hilfswerks an diesem Dienstag den Bau des Zauns von Rietschen nach Niesky fortsetzen. Bislang ist er nur zu etwa der Hälfte gesetzt.

Die Barriere soll die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest über das Gebiet an der Neiße hinaus verhindern, wo die tödliche Tierseuche bislang aufgetaucht und festgestellt wurde. Bislang sind 32 Kadaver gefunden worden, in denen das Virus nachgewiesen wurde. Doch in den nächsten Tagen rechnet Landrat Bernd Lange mit weiteren Fällen: es würden etliche Kadaver auf das Virus derzeit untersucht.

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Der Kreis erachtet den Kampf gegen die Schweinepest genauso wichtig wie den gegen die Corona-Pandemie. Sie sei ähnlich unberechenbar. Zwar sei das Virus im Moment ungefährlich für den Menschen, doch seien auch hier Mutationen nicht auszuschließen, erklärte der Görlitzer Landrat.

Bislang sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der zweiten Pufferzone rund um den Fundort nördlich von Rothenburg noch gering. So gäbe es rund um Rothenburg nur Kleinbestände an Schweinen. Große Schweineställe befinden sich aber bei Horka und Kodersdorf. Die in Horka sollen weitgehend geräumt sein und leer stehen. "Es geht dann dem Tierwirt genauso wie dem Kneiper bei Corona", erklärt Landrat Bernd Lange. Er habe keine Einnahmen mehr, wenn er nicht wieder Tiere einstellen könne. Im Schnitt rechnen Tierwirte damit, dreimal im Jahr Schweine zu mästen und zu schlachten. Falle ein Zyklus aus, seien die Einbußen enorm. Deswegen tue der Landkreis alles, um ein Übergreifen der Schweinepest auf andere Regionen zu verhindern und damit große Schweinebestände in der Kunnersdorfer Senke bei Görlitz und bei Löbau zu verhindern.

Ebenso unberechenbar seien die Auswirkungen, wenn Landwirte in diesem Jahr möglicherweise weniger Mais in den Pufferzonen anbauen können, die nördlich der A 4 den gesamten Norden des Landkreises umfasst. Das könnte auch Auswirkungen auf Biomasse-Heizkraftwerke haben, die Mais verarbeiten.

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Noch im Februar wird es zudem eine Videokonferenz mit polnischen Behörden geben, um Klarheit über die Lage östlich der Neiße zu bekommen. Nach bisherigen Erkenntnissen wird die Schweinepest durch infizierte Wildschweine aus Polen eingeschleppt. Ein Informationsaustausch gerade an der Grenze findet aber gegenwärtig nicht statt.

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