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Was die neue Chefin des Klinikums vorhat

Ines Hofmann trat am Montag in Görlitz das Amt der Geschäftsführerin an. Auf drei große medizinische Bereiche will sie ihr Augenmerk legen.

Ines Hofmann vor dem Görlitzer Klinikum. Sie ist die neue Geschäftsführerin seit dieser Woche.
Ines Hofmann vor dem Görlitzer Klinikum. Sie ist die neue Geschäftsführerin seit dieser Woche. © André Schulze

Für Ines Hofmann war der Montag ihr erster Tag als neue Geschäftsführerin des Görlitzer Klinikums, aber als Personalleiterin seit 2010 kennt die 44-Jährige das Krankenhaus bereits gut. Der Stadtrat hatte sie im Vorjahr zur neuen Geschäftsführerin bestellt.

Sie will die gute Entwicklung der vergangenen Jahre unter ihrer Vorgängerin Ulrike Holtzsch und den guten Ruf des Hauses bewahren. Ihren Schwerpunkt legt sie auf drei Fachgebiete. Da ist zum einen die Altersmedizin. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Kreis Görlitz ist bereits sehr hoch, und es steigt weiter. Die Menschen leben länger. Das ist schön, stellt aber auch die Medizin vor neue Herausforderungen. Mit der neuen Akutgeriatrie, die im Klinikum bis 2024 für 30 Millionen Euro errichtet werden soll, werden die baulichen Voraussetzungen geschaffen.

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Der zweite Schwerpunkt sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren Behandlung. In den Auswertungen der Krankenkassen sowie bei statistischen Vergleichen spielen diese Erkrankungen eine größere Rolle als in westdeutschen Ländern. Darüber gibt es viele Studien, sie verweisen beispielsweise auf eine andere Lebensweise und weniger Bewegung im Alltag.

Das dritte große Thema, so erklärte Ines Hofmann gegenüber SZ und sächsische.de, bilden die Tumorerkrankungen. Der medizinische Fortschritt eröffnet neue Möglichkeiten der Behandlung, sie werden aber auch immer komplexer und anspruchsvoller.

Ähnlich wie ihre Vorgängerin will sie zunächst Obacht auf ein starkes Städtisches Klinikum legen, das dann auch attraktiv ist als Partner für andere Krankenhäuser in der Stadt und im Kreis Görlitz. Zuletzt waren Bemühungen des Görlitzer Klinikums gescheitert, das Malteser-Krankenhaus St. Carolus zu übernehmen - die Malteser führen das kleinere Krankenhaus in Görlitz weiter. Eine Zusammenarbeit mit den Landkreis-Krankenhäusern besteht vor allem über die Krankenhausakademie, die Frau Hofmann seit 2018 leitete.

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