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Polizei findet Migranten und ermittelt gegen Schleuser

Ludwigsdorfer Beamten verdächtigen einen 26-jährigen Iraker, einen 26-jährigen Syrer sowie einen 43-jährigen Georgier, die achtzehn Männer eingeschleust zu haben.

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Symbolbild © Symbolbild: Swen Pförtner/dpa

Derzeit befinden sich achtzehn Migranten im Polizeigewahrsam bei der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf. Wie Pressesprecher Michael Engler mitteilt, handelt es sich bei den Migranten um zehn Männer aus dem Irak, vier Männer aus Syrien sowie um vier Männer aus der Türkei. Die Beamten verdächtigen einen 26-jährigen Iraker, einen ebenfalls 26-jährigen Syrer sowie einen 43-jährigen Georgier, diese Migranten eingeschleust zu haben.

Am Montagabend hatten sich Zeugen an die Görlitzer Polizei gewendet und mitgeteilt, dass sie eine Gruppe ausländisch aussehender Personen bei Niesky beziehungsweise Jänkendorf gesehen haben. Bundespolizisten erwischten kurz darauf gegen 18.35 Uhr zunächst erneut sechs irakische Staatsangehörige, die sich zu diesem Zeitpunkt auf einem Parkplatz an der S 122 (Schäferei) aufhielten. In der näheren Umgebung fanden sie gegen 19.55 Uhr einen weiteren und gegen 23 Uhr, dicht am Stausee Quitzdorf, nochmals drei irakische Staatsangehörige. Die Polizisten nahmen die neun Aufgegriffenen zur Dienststelle an der Autobahn mit.

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Geduldeter VW-Fahrer wieder auf freiem Fuß

Zwischenzeitlich beobachteten und kontrollierten sie einen 26-Jährigen, als er zu Fuß, später als Fahrer eines VW Golf IV unmittelbar am Aufgriffsort erschien. Der 26-Jährige ist ebenfalls Iraker, besitzt eine Duldung und wohnt in Heilbronn. An dem VW waren Heilbronner Kennzeichentafeln angebracht. Der Mann wurde festgenommen, befindet sich nun aber wieder auf freiem Fuß. Ebenfalls am Montag waren Bundespolizisten gegen 23.30 Uhr in Görlitz in der Nähe des Stadtparks auf eine fünfköpfige Gruppe dunkel gekleideter Männer aufmerksam geworden. Während vier dieser Ausländer sich mit syrischen Personaldokumenten auswiesen, zeigt der fünfte syrische Ausländer (26) seinen deutschen Aufenthaltstitel vor.

Kurz nach der Feststellung übernahm der 26-Jährige das Gespräch mit den Beamten und sprach dabei Deutsch. Eine Überprüfung seiner Personalien ergab, dass es sich bei dem Mann um einen in Berlin lebenden, anerkannten Flüchtling handelt. Zum Verdächtigen machten ihn insbesondere fünf "Quer-durchs-Land-Tickets", die bei ihm entdeckt wurden. Möglicherweise hatte er die Fahrkarten besorgt, um gemeinsam mit den vier anderen Syrern mit dem Zug in die Hauptstadt zu gelangen - und wäre somit der nächste geschnappte Schleuser. "Der Beschuldigte wird gegenwärtig vernommen", erklärt Engler.

Männer rennen unvermittelt über Fahrbahn

Vernommen wird gerade auch der 43-jährige georgische Fahrer eines polnischen Renault Scenic. Er war am Dienstagmorgen gegen 7 Uhr an der Autobahnanschlussstelle Kodersdorf ergriffen worden. Offensichtlich hatte der Mann zuvor versucht, sich der Festnahme zu entziehen. Als ihn Fahnder der Bundespolizei anhalten wollten, zog er mit seinem Auto auf die andere Fahrspur und gab sich dann alle Mühe, das Dienstfahrzeug zu überholen. Anschließend stoppte er unvermittelt und forderte seine vier Passagiere auf, ganz schnell das Auto zu verlassen. Die Passagiere folgten seiner Anweisung und rannten über die Fahrbahn.

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Andere Verkehrsteilnehmer mussten ihre Fahrzeuge abbremsen oder ausweichen, um einen Aufprall mit den Geschleusten zu verhindern. Bei den vier Geschleusten, die sich für einen Moment abgesetzt hatten, handelt es sich erneut um türkische Staatsangehörige. Am Montagabend war von ca. 19 Uhr bis 19.45 Uhr ein Hubschrauber der Bundespolizei im Luftraum bei Niesky zur Suche nach Personen im Einsatz. Eine Maschine war auch am Dienstagmorgen gestartet, um die Suche nach den vier Insassen aus dem Renault zu unterstützen. Der Hubschraubereinsatz wurde aber gegen 7.30 Uhr abgebrochen, nachdem mobile Polizisten das Quartett in einem Gebüsch neben der Autobahn ausfindig gemacht hatten.

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