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Görlitz: Keine Belästigung durch private Feuer

Für kleinere Feuer brauchen Görlitzer nun keine Genehmigung aus dem Rathaus mehr einholen. Dennoch gibt es in der Stadt etwas, worauf jeder achten soll.

Von Daniela Pfeiffer
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Für private Feuer in Feuerschalen braucht man nun keine Genehmigung mehr.
Für private Feuer in Feuerschalen braucht man nun keine Genehmigung mehr. © Westend61

Das Feuer lodert, der Knüppelkuchen backt, sämtlicher Rauch aber zieht in Nachbars Garten. Darüber freuen sich Nachbarn eher nicht. Das wissen auch die Görlitzer Stadträte und diskutierten am Donnerstag in ihrer Novembersitzung wie man das vermeiden könnte.

Hintergrund war die neue Polizeiverordnung, die die Räte beschlossen. Darin ist unter anderem eine Erleichterung für alle, die gern ein Feuerchen machen, verankert, denn das muss jetzt nicht mehr extra bei der Stadtverwaltung angemeldet werden - sofern es auf dem eigenen Grundstück abgebrannt wird. Soll es in einer Feuerschale lodern, darf diese maximal einen Durchmesser von einem Meter haben. Für größere Schalen muss man sich doch wieder eine Genehmigung aus dem Rathaus holen.

Nur trockenes Holz verbrennen

Etwas diskutiert wurde der Passus der Polizeiverordnung, dass Feuer so abzubrennen seien, dass keine Belästigung Dritter durch Rauch oder Gerüche entsteht. Das könne man ja gar nicht verhindern - was, wenn der Wind plötzlich dreht und es eben doch zum Nachbarn zieht, war die Frage, die Stadtrat Jens Jäschke sich stellte. Karsten Günther-Töpert (Bürger für Görlitz) meinte, unzumutbare Rauchentwicklung entstünde nur, wenn die falschen Materialien im Feuer landen, also nasses Holz oder nasses Laub. „Bei trockenem Holz passiert das eigentlich gar nicht.“

Matthias Urban (CDU) appellierte an den gesunden Menschenverstand. Jeder solle doch einfach Rücksicht auf die anderen nehmen, um eine unzumutbare Belästigung zu vermeiden. Das war dann auch das Schlagwort, was es dann noch in die Polizeiverordnung schaffte: „unzumutbar“. Dass zum Feuern nur trockenes und unbehandeltes Holz verwendet werden darf, steht ohnehin in der Verordnung. Ab Waldbrandstufe vier ist ein Feuer auch im Privaten untersagt.

Die Verordnung regelt ansonsten Dinge wie Straßenbettelei oder den Leinenzwang - hier sind Hunde vom Leinenzwang nun befreit, wenn sie sich auf eigens gekennzeichneten Hundefreiflächen bewegen. Auch steht in der Polizeiverordnung, dass es verboten ist, seine Notdurft in der Öffentlichkeit zu verrichten. Dieses Problem gibt es nach wie vor, etwa zwischen Kaufhaus und Frauenkirche. Zum Berzdorfer See sind in der Verordnung etwa die Badezeiten geregelt, aber auch, was in Badebereichen erlaubt und verboten ist.