merken
PLUS Görlitz

Privatschule macht digitales Lernen vor

An der DPFA-Regenbogenschule in Görlitz sehen sich die Kinder trotz Lockdown täglich. Über Videounterricht. Schulleiter Matthias Müller sagt, wo er Vorteile sieht.

Alleine, aber nicht einsam: So geht Musikunterricht an der Regenbogengrundschule.
Alleine, aber nicht einsam: So geht Musikunterricht an der Regenbogengrundschule. © DPFA

Ob es gut klingt? Kommt sicher auf die Audioqualität des Laptops an. Aber Musikunterricht findet an der DPFA-Regenbogenschule in Görlitz trotzdem statt: Die Kinder sind während des Unterrichts zu Hause, am Laptop im Videochat.

Der Lockdown ist verlängert, die Schulen sollen weiter geschlossen blieben, mit Ausnahme der Abschlussklassen. Ein Fall, für den viele Schulen in Görlitz und Umland seit einiger Zeit Unterricht per Videochat testen und verstärkt einsetzen. An der Regenbogenschule findet sogar täglich Video-Unterricht statt, für alle Klassenstufen der Grundschule von 8 bis 11.30 Uhr.

Anzeige
Aktuelle Stellenangebote der Region
Aktuelle Stellenangebote der Region

Sie sind auf der Suche nach einem neuen Job und wollen in der Region bleiben? Diese Top Unternehmen der Region Löbau-Zittau bieten attraktive freie Stellen an.

Er sehe dabei vor allem die soziale Komponente für die Kinder als sehr wichtig, sagt Schulleiter Matthias Müller, "denn sie sehen und hören sich untereinander." Auch der Lehrer sei für die Kinder und auch Eltern digital "greifbar", so Müller. „Der Austausch unter den Kindern würde sonst komplett wegfallen."

77 Schüler lernen an der DPFA-Schule, 13 sind in der Notbetreuung vor Ort. Auch sie nehmen, von der ersten Klasse an, am Online-Unterricht teil. Vorschulkinder können jeden Tag eine Stunde an Sprach- und Bastelangeboten teilnehmen, Lieder lernen, spielen.

Es gibt auch skeptische Stimmen, die zum Beispiel sagen: Im schlechtesten Fall könne Videounterricht zu stundenlangem Frontalunterricht werden. Wenn etwa lediglich Unterrichtsstunden live gestreamt werden. Für ein gutes Lernen, auch digital, brauche es mehr.

Gruppenunterricht sei über Video tatsächlich nicht gut machbar, sagt Matthias Müller. Ansonsten, hält er dagegen, funktioniere vieles. Sich Dinge selbst zu erarbeiten gehöre nach wie vor dazu, Gedichtvortrag, Basteln, "das ist alles über Videochat machbar. Wir machen sogar Sportunterricht." Das umzusetzen, "ist eine tolle pädagogische Leistung der Lehrkräfte", sagt Müller. "Die Frage ist auch, was wäre in der Lage derzeit die Alternative?"

Einen Vorteil hatte kürzlich Andreas Müller, stellvertretender Leiter des Joliot-Curie-Gymnasiums genannt: Gerade wenn es jüngeren Schülern ob ihres Alters noch schwerfällt, sich aus den verschiedenen Aufgaben einen geregelten Schultag zu schaffen, könne Videounterricht für ein Stück Struktur sorgen. Das sieht auch Matthias Müller so. Der Videounterricht könne eine Struktur im Tagesablauf der Schüler sicherstellen, Eltern auch zu entlasten.

Vor allem den Eltern ist er dankbar, die die nötige Infrastruktur zu Hause geschaffen haben, den Kindern helfen. Im September hatten die DPFA-Schulen einen Förderbescheid aus dem Kultusministerium erhalten, um die digitale Infrastruktur auszubauen. Der Bildungsträger selbst, die DPFA hatte investiert, um etwa alle Lehrer mit Laptops auszustatten. Wer zu Hause keinen hat, könne sich einen ausleihen.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Görlitz