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Protesttag für Menschen mit Behinderung: Landrat erhält Forderungskatalog

Stephan Meyer besucht den Aktionstag auf dem Görlitzer Marienplatz. Die Forderungen der Betroffenen stoßen bei ihm auf offene Ohren.

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Einen kleinen Eindruck vom Leben mit Handicaps erhielt Landrat Stephan Meyer unlängst im Gesundheitsamt Görlitz, als er sich mit Schürze und groben Handschuhen für wenige Momente in die Lage von Senioren versetzte.
Einen kleinen Eindruck vom Leben mit Handicaps erhielt Landrat Stephan Meyer unlängst im Gesundheitsamt Görlitz, als er sich mit Schürze und groben Handschuhen für wenige Momente in die Lage von Senioren versetzte. © Martin Schneider

Selbsthilfeorganisationen haben den europäischen Protesttag für Menschen mit Behinderung am Freitag an zahlreichen Orten im Kreis Görlitz genutzt, um auf die Belange und Forderungen von Menschen mit Handicap hinzuweisen.

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In Görlitz übergaben die Organisatoren ein Positionspapier an Landrat Stephan Meyer. Es entstand auf dem Görlitzer Fachtag gegen sexualisierte Gewalt an Menschen mit Behinderung und wurde vom Nieskyer Trude-Verein, der Behindertenbeauftragten des Kreises sowie des Beirates für Belange von Menschen mit Behinderung zusammengestellt.

Auch die Diakonie St. Martin in Rothenburg beteiligte sich an dem Aktionstag in Görlitz. Andreas Drese und Laura Hirsche ermutigten beim Modellprojekt "Zeit.Zeichen" Menschen mit Handicap, die Demokratie lebendig und engagiert mitzugestalten.
Auch die Diakonie St. Martin in Rothenburg beteiligte sich an dem Aktionstag in Görlitz. Andreas Drese und Laura Hirsche ermutigten beim Modellprojekt "Zeit.Zeichen" Menschen mit Handicap, die Demokratie lebendig und engagiert mitzugestalten. © Kirschke Andreas

Darin fordern die Betroffenen beispielsweise die barrierefreie Ausgestaltung aller Frauenschutz- und Männerschutz-Wohnungen, mehr geschultes Personal in geschützten Werk- und Wohnstätten, eine flächendeckende Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Schulen und Kitas sowie in Einrichtungen der Behindertenhilfe und das Recht auf Sexualität auch für Menschen mit Handicap zu achten.

Landrat Meyer sprach sich dafür aus, die Interessen von Menschen mit Handicap stärker zu beachten und in die tägliche Arbeit einfließen zu lassen. Am besten wäre es, sagte er, "wenn wir über barrierefreie Zugänge und Infrastruktur im Kreis Görlitz gar nicht mehr diskutieren müssten, weil es eine Selbstverständlichkeit geworden ist". (SZ/sb)