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Reichenbachs ehemaliger Schuldirektor ist tot

Gerd Zeipert wurde 75. Er hat Generationen von Schülern unterrichtet. 25 Jahre lenkte er als ehrenamtlicher Stadtrat die Geschicke Reichenbachs mit.

Gerd Zeipert in seiner Wohnung, nach seiner Zeit als Schulleiter
Gerd Zeipert in seiner Wohnung, nach seiner Zeit als Schulleiter © SZ-Archiv

Es gibt kaum jemanden in der Kleinstadt, der ihn nicht kannte. Fast 40 Jahre arbeitete Gerd Zeipert erst als Lehrer, später stellvertretender Direktor und von 1990 bis 2006 als Schulleiter an der Reichenbacher Oberschule. Chemie und Biologie standen auf seinem Stundenplan, wobei die Biologie sein absolutes Steckenpferd war.

Der Schule blieb er auch nach seinem Ruhestand weiter treu. „Die Verbindung zu uns ist nie abgebrochen“, sagt Schulleiterin Karin Schnaubelt. Noch bis zum Oktober letzten Jahres spielte er gemeinsam mit seinen ehemaligen Kollegen Volleyball, fragte nach, wie es an seiner Schule laufe, war immer interessiert am Schulgeschehen. Sein täglicher Spaziergang führte jeden Vormittag an der Oberschule vorbei. Ihn nun nicht mehr sehen zu können, macht seine ehemaligen Kollegen und Schüler traurig. Gerd Zeipert verstarb im Alter von 75 Jahren.

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Als wichtige und hoch angesehene Persönlichkeit der Stadt hinterlässt sein Tod eine große Lücke, wie Bürgermeisterin Carina Dittrich erklärt. Gerd Zeipert wurde 2015 vom Stadtrat damit beauftragt, die damals neue Bürgermeisterin zu vereidigen. Das war auch seine letzte Legislaturperiode im Stadtrat, die 25 Jahre andauerte, bis er sich nicht mehr zur Wahl aufstellen ließ. Über diesen langen Zeitraum hinweg setzten zahlreiche Reichenbacher ihr Wahlkreuz immer wieder unter seinen Namen.

War er doch als Mitglied der URBI – der Reichenbacher Unabhängigen Bürgerinitiative – dafür bekannt und geschätzt, für die Menschen im Ort stets ein offenes Ohr zu haben und deren Probleme oder Hinweise an die Verwaltung weiter zu tragen, um Lösungen zu finden. „Er war unser Zugpferd“, bringt es Fraktionsvorsitzender Uwe Thomas auf den Punkt. Gerd Zeipert galt als ein Former, der „unglaublich viel in der Stadt mit auf den Weg gebracht hat“, so Uwe Thomas. Und gleichzeitig auch einer, der in ausufernden kommunalpolitischen Diskussionen oft ein „Machtwort“ sprach, um einen Schlusspunkt zu setzen. Auch wenn Gerd Zeipert sich nicht mehr aktiv in die Stadtpolitik einklinkte, blieb er bis zu seinem Tod der URBI als Mitglied erhalten, hatte immer Interesse an der Arbeit seiner Wählervereinigung. „Für die Reichenbacher war er eine Institution“, sagt Uwe Thomas.

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