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Görlitz

Museum rettet Schreiben des Porzellan-Erfinders

Görlitz hat einen Teil des Nachlasses von Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Der Lausitzer arbeitete mit Böttcher zusammen.

Manuskript von Tschirnhaus
Manuskript von Tschirnhaus © OLB

Wer ins Deutsche Porzellanmuseum im fränkischen Selb geht, wird seinem Namen begegnen: Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Er wird dort gleichberechtigt mit Johann Friedrich Böttger als Erfinder des Porzellans gefeiert. Tatsächlich arbeiteten die beiden seit 1701 an der Weiterentwicklung der Glasfertigung sowie an keramischen Produkten.  Bevor jedoch der große Durchbruch für das europäische Porzellan in Meißen gelang, verstarb Tschirnhaus 1708 ganz plötzlich an der Ruhr. Sein Nachlass ist heute auf der ganzen Welt verteilt - ein Teil liegt in den Schränken der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften in Görlitz. "Die fast 1.000 Blatt starke Überlieferung in Görlitz ist ein besonderer Schatz der Wissenschaftsgeschichte und erinnert an einen großen Oberlausitzer", erklärt Museums-Sprecherin Kerstin Gosewisch. (SZ)

Ehrenfried Walther von Tschirnhaus, Kupferstich um 1735
Ehrenfried Walther von Tschirnhaus, Kupferstich um 1735 © OLB

Doch der Zahn der Zeit nagt an den Dokumenten. So sind die Görlitzer Sammlungen bemüht, schrittweise die Handschriften zu restaurieren. Dank einer Spende von fast 6.000 Euro von Einrichtungen des Bundes und des Landes. Es handelt sich dabei um eines der  wertvollsten Stücke in der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften, informiert Kerstin Gosewisch. Das 300 Jahre alte Manuskript wird bis Ende des Jahres in einer Leipziger Fachwerkstatt restauriert.

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Tschirnhaus wurde am 10. April 1651 unweit von Görlitz in Kieslingswalde, dem heutigen Sławnikowice, geboren und studierte Rechtswissenschaften an der Universität im niederländischen Leiden. Seine persönlichen Leidenschaften galten jedoch der Mathematik, Physik und der Philosophie. Berühmt wurde Tschirnhaus für den Bau von Brenngläsern und -spiegeln, die durch ihre Präzision in ihrer Zeit unübertroffen waren. Gemeinsam mit Gottfried Wilhelm Leibniz trat er für die Gründung einer sächsischen Akademie der Wissenschaften ein.

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