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Rettungsschwimmer am Berzi: Fast 100 Einsätze

Darunter waren auch zwei lebensbedrohliche Fälle. Um noch schneller zu sein, testet das DRK am Sonntag neueste Technik im See.

Sieht sehr ruhig aus. In den vergangenen Wochen war allerdings eine Menge los für die DRK-Rettungsschwimmer. Zwei solcher Rettungscontainer hatte die Stadt im Frühjahr gekauft.
Sieht sehr ruhig aus. In den vergangenen Wochen war allerdings eine Menge los für die DRK-Rettungsschwimmer. Zwei solcher Rettungscontainer hatte die Stadt im Frühjahr gekauft. © André Schulze

Es kommt auf jede Sekunde an. Das Kriterium für jeden Rettungsschwimmer. Denn ist ein ertrinkender Mensch einmal unter der Wasseroberfläche, wird der Einsatz eine noch viel größere Herausforderung als ohnehin schon, erklärt Alexander Peter, Kreisbereitschaftsleiter des DRK in Görlitz.

Einen solchen Fall, einen Ertrinkungsnotfall, gab es diese Saison am Nordostufer des Berzdorfer Sees. Die Rettungskräfte waren schnell genug: Einen Todesfall gab es dieses Jahr zum Glück nicht. Am Nordoststrand sowie am Nordstrand des Berzdorfer Sees hat die DRK-Wasserwacht seit Juli gemeinsam mit Rettungsschwimmern der Zgorzelecer Wasserwacht auf die Badegäste geachtet. Das erste Mal, dass am Görlitzer Strand eine Aufsicht eingesetzt war. 

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Ohne Zgorzelecer Wasserwacht wäre es nicht gegangen

Lange hatte die Stadt nach Personal gesucht, weil die Rettungsinstitutionen gerade im Sommer ausgelastet sind. Deshalb auch die Kooperation mit den Zgorzelecer Kräften. „Ohne Unterstützung des DRK-Kreisverbandes Löbau und der polnischen Kameraden vom WR Oddział w Zgorzelcu hätten wir die Aufgabe nicht vollständig ausführen können“, so Alexander Peter.

21 Patienten mussten ins Krankenhaus

An den Wochenenden – in den Ferien täglich – haben sie von 10 bis 18.30 Uhr an den beiden neuen Rettungsstellen auf die Badegäste geachtet. Am Nordstrand waren es 27 Hilfeleistungen, erzählt Peter, fünf Personen mussten in ein Krankenhaus. Am Nordoststrand zählt das DRK 67 Hilfeleistungen. In 14 Fällen musste hier der Patient ins Krankenhaus, in sieben Fällen ging es um Sachbergungen: zum Beispiel Luftmatratzen, die aufs Wasser getrieben wurden. „Überwiegend hatten wir chirurgische Notfälle wie Schnittwunden oder Verletzungen nach Stürzen zu versorgen“, sowie internistische Notfälle. Dazu zählen Kreislaufprobleme bis hin zum Insektenstich. Es gab allerdings auch zwei direkt lebensbedrohliche Notfälle.

Bei den Badegästen gut angekommen

Rückblickend sei es die richtige Entscheidung gewesen, die Aufgabe zu übernehmen, so Peter. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei unbürokratisch gelaufen, die mit den Zgorzelecer Kollegen sehr kameradschaftlich. „Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern. Die Sprachbarriere ist hier im Wesentlichen zu nennen.“ Verständigt habe man sich meistens auf Englisch. „Hier haben die Kameraden aber auch die Zeit genutzt, um Polnisch oder Deutsch zu lernen“. Bei den Badegästen jedenfalls seien die Rettungsschwimmer – und damit die höhere Sicherheit – gut angekommen. „Die Kameraden bekamen nicht nur freundliche Blicke, sondern ab und zu auch mal ein direktes ‚Danke, dass ihr da seid‘ von den Badegästen“.

Am Sonntag ab 10 Uhr testen die DRK-Rettungsschwimmer und andere Wasserwachten am Nordoststrand Technik, mit der sie in Zukunft vielleicht noch ein bisschen schneller sein können. So gibt es beispielsweise elektrische Boards. Zuschauer sind willkommen. 

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