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Wenn Giganten der Teiche umziehen müssen

30 Riesenwelse zappeln beim Abfischen in Petershain im Netz. Teichwirt Armin Kittner und sein Team müssen ordentlich anpacken.

Teichwirt Armin Kittner mit einem Riesenwels beim Abfischen in Petershain
Teichwirt Armin Kittner mit einem Riesenwels beim Abfischen in Petershain © Rolf Ullmann

Je weiter sich das Netz am Dienstagmorgen der Fischgrube nähert, umso lebendiger wird es unter aber auch über der Wasseroberfläche des Ziegeleiteiches in Petershain.

Flossen und Rücken kapitaler Fische zeigen sich und nähren die Hoffnung, eine größere Zahl von Riesenwelsen aus ihrem bisherigen Lebensraum in die Transportfahrzeuge verladen zu können. Über drei Jahre blieben die Schuppenträger dort ungestört in ihrem feuchten Element. Doch nun ist der Zeitpunkt gekommen, das sie entweder in den Angelteich in Großtrebnitz bei Bischofswerda umziehen, als Laichträger für Welsnachwuchs sorgen oder zum leckeren und begehrten Petershainer Welsschinken verarbeitet werden.

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Mit seinem rund ein Hektar großen Areal gehört der Ziegeleiteich in Petershain zu den kleineren der insgesamt 46 Teiche, die Teichwirt Armin Kittner mit seinen Mitarbeitern bewirtschaftet. In den Gewässern wachsen und gedeihen in der insgesamt 255 Hektar großen Wasserfläche neben den Riesenwelsen, unter anderem Stör, Hecht, Zander, Schleie sowie natürlich mehrere Karpfenarten. Seit einigen Jahren bereichert auch der sogenannte Emma-Fisch den Bestand. Mit dieser Züchtung will Armin Kittner es den Kormoranen schwerer machen, den Fischbestand seiner Teiche zu plündern. Denn die Zahl, derer, die einen Karpfen oder anderen Fisch fressen, ist groß.

Ärger über Fressfeinde, Freude übers Wetter

Neben den erwähnten schwarzen Vögeln lauern auch Fischotter, Seeadler sowie Silber- und Graureiher auf die Beute. Verschont von ihnen bleibt kaum einer der Teiche. "Wo der Tisch so reich gedeckt ist, da sind auch die Fressfeinde nicht weit," sagt Kittner. Das ärgert ihn. Hingegen sehr zufrieden zeigt sich der Teichwirt mit dem Wetter der vergangenen Wochen und Monate. "Diesmal mussten wir keine Teiche notabfischen, wie im vergangenen Sommer. Besonders dem kleineren Teich hat die warme und trockene Witterung im Juli sowie im August stark zugesetzt," berichtet Kittner.

Emma Kittner erlernt als Auszubildende den Beruf eines Teichwirts und packt beim Abfischen mit an.
Emma Kittner erlernt als Auszubildende den Beruf eines Teichwirts und packt beim Abfischen mit an. © Rolf Ullmann

Diesmal ist Wasser, auch im Ziegeleiteich, reichlich vorhanden. In dessen kalte Fluten steigt auch die junge Namensgeberin der neuen Fischart, Emma Kittner, an diesem Morgen mit ihm hinein. Für sie bedeutet dieser Fischzug mehrere Stunden praktischer Unterricht. Denn sie lernt im väterlichen Betrieb den Beruf der Teichwirtin. Natürlich hegt der Petershainer Teichwirt die Hoffnung, das die junge Frau nach Abschluss ihrer Ausbildung, vielleicht schon in einem Jahr, in seine Fußstapfen tritt.

Tiere werden bis zu 200 Kilogramm schwer

Nach und nach zappeln insgesamt 30 Riesenwelse zuerst im Netz und wenig später im Wasser des Transportanhängers. Sie dahin zu befördern, verlangt den Männern in der Fischgrube viel köperlichen Einsatz ab. Denn mehrere der Ungetüme bringen bei einer Länge von über einem Meter bis zu 100 Kilogramm Gewicht auf die Waage. Einzelne Exemplare können bis zu drei Meter lang werden und bringen dann rund 200 Kilogramm in die Waagschale. Vielleicht können die Besucher des jährlichen Fischerfestes beim Abfischen des Schlossteiches erneut den einen oder anderen Ex-Bewohner des Ziegeleiteiches am Reformationstag bewundern.

Doch zuvor stehen zwei Veranstaltungen in der Teichwirtschaft noch ins Haus. Ob sie stattfinden können und in welcher Form, hängt nicht zuletzt von der Entwicklung des Geschehens in der Corona-Pandemie ab. Teichwirt Kittner plant derzeit den Verkauf von Satzfischen am 26. März sowie die ebenso traditionelle Koi-Messe am ersten Sonnabend im Mai.

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