merken
PLUS Görlitz

Spendenaktion für Künstler startet in Görlitz

Mediziner Roger Hillert, Marketingmann Lutz Kühne und der Aktionskreis haben sich zusammengetan. Und brauchen jetzt ganz viele Nachahmer.

Die Dixie Constellation aus Jelenia Gora im August in Görlitz. Trotz Krise versuche viele, etwas auf die Beine zu stellen.
Die Dixie Constellation aus Jelenia Gora im August in Görlitz. Trotz Krise versuche viele, etwas auf die Beine zu stellen. © Nikolai Schmidt

Zu wenig zu tun hat Roger Hillert vom Medizinischen Labor Ostsachsen nicht. Hier werden die allermeisten Proben aus den Landkreisen Görlitz und Bautzen ausgewertet. Nicht nur die Positivrate derzeit ist dramatisch, 20 bis 30 Prozent, auch der Arbeitsaufwand. Dennoch, „wir haben Arbeit“, sagt Hillert. Der Gedanke habe ihn kürzlich bei der Fahrt auf Arbeit nicht mehr losgelassen. „Wie ist es für die, die was machen wollen, aber nicht können?“ Entstanden ist eine Spendenaktion für Kulturschaffende: „Kultur ist Leben.“

Roger Hillert ist der Gründer des Medizinischen Labors Ostsachsen in Görlitz.
Roger Hillert ist der Gründer des Medizinischen Labors Ostsachsen in Görlitz. ©  Archivfoto: Nikolai Schmidt

Schnelle Hilfe gefragt

Geht es um Kultur, ist Hillert höchstens auf der Seite des Publikums zu finden. Aber seit Jahren ist er mit Lutz Kühne befreundet, Mitinhaber der Marketingagentur „Die Partner“. „Ich habe tagtäglich mit Kulturschaffenden im weitesten Sinne zu tun“, erzählt Kühne. Besonders die Probleme für Einzelkämpfer in der Branche habe er mitbekommen. So kam die Grundidee auf: eine schnelle, möglichst unkomplizierte Hilfe für Kulturschaffende in Görlitz.

TOP Reisen
TOP Reisen
TOP Reisen

Auf ins Weite, ab in die Erholung! Unsere Top Reisen der Woche auf sächsische.de!

„Es wird viel geholfen“, sagt Roger Hillert. „Aber das dauert eben auch immer seine Zeit. Und vielleicht muss eine Hilfe auch nicht immer vom Staat kommen, sondern auch von einer Stadtgesellschaft.“ Zunächst hatte er sich auch an die Stadt gewandt – die selbst aus rechtlichen Gründen keine Spendenaktion starten kann. Dafür gab sie Hinweise, wie eine solche Aktion aufgebaut werden kann und stellte die Verbindung zum Aktionskreis Görlitz her.

So entstand das Konzept: Wer mag, kann einen Betrag, gleich welcher Höhe, spenden. Hillert selbst hat privat mit einer sehr hohen Summe einen Grundstock gelegt. Viele haben aber auch Sorgen um ihren Arbeitsplatz, sind derzeit vielleicht in Kurzarbeit, und haben nicht viel Geld über. „Aber es gibt andererseits auch Branchen, in denen normal weitergearbeitet wurde.“ Und womöglich sogar etwas Geld gespart wurde, weil man nicht ins Kino oder Theater gehen konnte. Hillerts Hoffnung: dass etwas Geld über ist, um es für die Zukunft der Kultur zu investieren.

Ziel: Kleines Kulturprogramm für die Zukunft

Weiterführende Artikel

Es soll nicht zu still werden

Es soll nicht zu still werden

Künstler sind vom Lockdown schwer betroffen. Auch in Görlitz. Doch sie verzagen nicht.

Auf der anderen Seite die Kulturschaffenden: „Wir wollen es ganz niedrigschwellig halten“, sagt Lutz Kühne, der der „Kultur ist Leben“-Aktion ein Gesicht, unter anderem die Internetseite entwickelt hat. Wer kommendes oder auch übernächstes Jahr eine Veranstaltung plant, kann sich damit über die Seite bewerben und erhält vorab, also jetzt, die Gage dafür. Eine Jury entscheidet über die eingereichten Projekte. Das kann eine Lesung sein, ein Hauskonzert, ein Schauspiel, erklärt Rainer Müller, Vorsitzender des Aktionskreises. „Ich könnte mir auch eine Stadtführung vorstellen, oder ein Platzkonzert.“ Im Grunde erklärt er, „kann sich die Stadtgesellschaft für das kommende Jahr ein Kulturprogramm, wenn auch ein kleines, sichern.“

Spendenkontakt und Künstlerkontakt: www.kulturistleben-goerlitz.de

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Görlitz